Hilfegesuch Fünf Industrieverbände prangern existenzgefährdende Situation an

Quelle: Pressemitteilung

IMU, IBU, FVK, DSV und FMI heißen die fünf Industrieverbände, die sich mit einem Appell an die Bundesregierung wenden, um noch größere Zulieferprobleme abzuwenden.

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Die mittelständische Industrie ist lebenswichtig für Deutschlands technischen Vorsprung, heißt es. Doch Zulieferprobleme bedrohten deren Existenz. Fünf Industrieverbände richten sich deshalb an die neue Bundesregierung. Hier mehr dazu.
Die mittelständische Industrie ist lebenswichtig für Deutschlands technischen Vorsprung, heißt es. Doch Zulieferprobleme bedrohten deren Existenz. Fünf Industrieverbände richten sich deshalb an die neue Bundesregierung. Hier mehr dazu.
(Bild: Daimler)

Die mittelständische Industrie als Innovationsmotor am Standort Deutschland, ihre Arbeitsplätze und der Wohlstand sind infrage gestellt. Der Staat darf die existenzgefährdenden Probleme nicht noch verschärfen, sondern muss Raum für unternehmerisches Handeln geben. So lautet das Prinzip des Appells. Unterzeichnet haben ihn der Industrieverband Blechumformung (IBU), der Industrieverband Massivumformung (IMU), die Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK), der Deutsche Schraubenverband (DSV) und der Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI).

Der Appell ging schriftlich an alle derzeit 736 Mitglieder des neuen Bundestags. Man steht jederzeit in Berlin oder vor Ort in den Wahlkreisen zum Gespräch zur Verfügung, bieten die Branchenvertreter an. Im neuen Koalitionsvertrag der Ampel steht der Satz: „Unsere Wirtschaftspolitik setzt auf zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand“ – dieses Versprechen gilt es nun einzulösen, fordern die Verbände.

Materialimporte müssen erleichtert werden

Der Hintergrund: Eine gefährliche Kombination aus gestiegenen Materialpreisen und Rohstoffmangel, Produktionseinschränkungen, wachsenden Energiekosten, Steuerbelastungen und Klimaanforderungen bringt Automobilzulieferer – und zunehmend weitere Branchen – ins Straucheln. „Betroffene müssen das ausgleichen können“, betont IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. Auch die monatelange Vorfinanzierung von verteuertem Vormaterial bis zur nächsten Preisverhandlungsrunde sei kaum mehr tragbar.

Fünf Zuliefererverbände appellieren an alle neuen Bundestagsabgeordneten, die aktuellen existenzgefährdenden Probleme der mittelständischen Industrie nicht noch zu verschärfen. Zu den Unterzeichnern gehören der IBU durch GF Bernhard Jakobs.
Fünf Zuliefererverbände appellieren an alle neuen Bundestagsabgeordneten, die aktuellen existenzgefährdenden Probleme der mittelständischen Industrie nicht noch zu verschärfen. Zu den Unterzeichnern gehören der IBU durch GF Bernhard Jakobs.
(Bild: IBU)

Und steigende Stahlpreise träfen Zulieferer aufgrund des höheren Bedarfs viel stärker als die Automobilhersteller und Systemlieferanten. Ein Anstieg um 50 Prozent bedeute rund 20 Prozent Mehrkosten für den Zulieferer, während es beim Hersteller nur 2 bis 5 Prozent seien. Hinzu kommt die niedrigere Gewinnmarge von etwa 2 bis 3 Prozent bei Zulieferunternehmen – die OEMs kassieren nämlich satte 20 Prozent, wie man erfährt.

Wichtig für Stahlverarbeiter sei auch, dass die Politik Stahlimporte aus Drittländern unterstützen sollte, indem etwa Einfuhrhürden beseitigt würden. Jacobs wirft in diesem Zusammenhang das Stichwort Safeguards ein. Werde das gemacht, steigere das die Wettbewerbsfähigkeit und verbessere zwangsläufig die Versorgungslage.

Energie- und Steuerkosten sind zu deckeln

Mit Blick auf extreme Energie- und Logistikkosten fordern die Verbände auch dabei staatliche Unterstützung. DSV-Geschäftsführer Hans Führlbeck sagt es mit folgenden Worten: „Es ist überlebenswichtig, dass die Politik Energiekosten deckelt und Steuern reduziert. Alles andere führt zu wettbewerblichen Verzerrungen innerhalb der EU.“ Das fördere Investitionsentscheidungen Richtung Ausland und gefährde gleichzeitig den Standort Deutschland. Die Verlierer wären wieder mal die Belegschaften, merkt Werner Liebmann vom FMI an.

Das Klima wird „gerettet“, der Mittelstand muss leiden?

Klimavorschriften sollen mittelstandsfreundlicher werden. Die Fachverbände wünschen sich deshalb eine technikoffene Förderung von klimabezogenen Maßnahmen und ein Ende der einseitigen Diskussion über CO2-Verursacher. „Sie reduziert sich auf Verbrenner- respektive Elektroantriebe und lässt andere CO2-Emittenten außen vor“, ärgert sich IMU-Geschäftsführer Tobias Hain. Ein vorausschauender Blick auf die Konsequenzen sei auch bei den Green Deals und Klimazöllen gefragt. „Die Verantwortlichen müssen die gesamte Wertschöpfungskette – einschließlich der Stahlverarbeiter – berücksichtigen“, empfiehlt Martin Kunkel von der FVK.

Seine Unterschrift unter den Zuliefer-Appell an die Bundesregierung leistete auch Martin Kunkel von der Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK).
Seine Unterschrift unter den Zuliefer-Appell an die Bundesregierung leistete auch Martin Kunkel von der Fachvereinigung Kaltwalzwerke (FVK).
(Bild: FVK)

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