Schraubverbindungen

Fünf Tipps, an die Entwickler von Verschraubungen denken sollten!

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3. Verschraubung durch „Schlankheitskur“ optimiert

Satte 400 kg Nutzlastgewinn im Vergleich zum Vorgängermodell erzielte das Unternehmen Liebherr etwa bei seiner Autobetonpumpe 50M5XXT. Denn optimal ausgelastete Schraubverbindungen waren dabei das leichtbaufördernde Rezept.

Die Einführung des streckgrenzgesteuerten Anziehverfahrens erlaubte es Liebherr, die Schraubengröße am Kugeldrehkranz der Betonpumpe von bisher M30 auf M24 zu reduzieren. Das komplette Bauteil konnte dadurch erheblich schlanker und leichter konstruiert werden. Kilo für Kilo summierten sich die Einsparungen durch die radikale Umsetzung einer schraubgerechten Konstruktion zu einem im wahrsten Sinne des Wortes gewichtigen Wettbewerbsvorteil in Sachen Abspecken des Systems.

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Damit so hoch ausgelastete Schraubverbindungen auch in puncto der Sicherheit höchste Ansprüche erfüllen, muss die Montage äußerst sorgfältig erfolgen. Dafür brauchen nicht nur die Konstrukteure, sondern auch die Monteure eine spezielle Qualifikation.

Ebenso unverzichtbar ist eine intensive fallspezifische Beratung durch erfahrene Verschraubungsprofis und natürlich das geeignete Werkzeug. Dazu gehört beispielsweise die „Eco2Touch“, bei der es sich um eine zukunftsorientierte Schraubprozesssteuerung handelt. Sie unterstützen die fehlerfreie Umsetzung sicherheits- und funktionskritischer Verbindungen. Während des Anziehvorgangs kontrolliert, dokumentiert und archiviert „Eco2Touch“ alle Prozessparameter wie etwa das Drehmoment, den Drehwinkel, die Längung sowie den Druck.

4. Immer auch schön an die Praxis denken

„Oft wird bei der Optimierung der Schraubverbindung in Richtung Vorspannkraft die Montage vernachlässigt und die Demontage ganz vergessen“, merkt Oehms an. Das Unverständnis für praktische Belange reiche so weit, dass die Schrauben so dicht an Störkanten konstruiert würden, dass noch nicht mal eine Standardnuss aufgesetzt werden könne – geschweige denn das Werkzeug.

Die in einigen Unternehmen existierenden Konstruktionskataloge können das Problem zwar abmildern, sind aber werkzeugtechnisch selten auf dem aktuellen Stand. Die schlimmste Krux: Fast immer bleibe das Reaktionsmoment unberücksichtigt. Wenn Drehmomente von 100.000 Nm und mehr prozesssicher wirken sollen, muss das Werkzeug aber sicher abgestützt werden können.

Entsprechend schraubgerecht zu konstruieren, muss im Hinblick darauf gelernt sein – oder die Unternehmen holen sich Rat und Tat von externen Verschraubungsspezialisten ins Haus.

5. Per Schraubfallanalyse auf Nummer sicher gehen

Mit der durchaus rasant fortschreitenden technischen Entwicklung wachsen auch die Anforderungen an schraubgerechte Konstruktionen. Deshalb kann man es sich nicht immer leisten, auf Experten aus der Verschraubungstechnik zu verzichten. Anderenfalls schleichen sich schnell Fehler ein, die teuer, lästig und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein können.

In Verschraubungsfragen auf Nummer sicher gehen Unternehmen immer, wenn sie sich Hilfe in Form einer professionellen Schraubfallanalyse holen.

Anbieter wie die Akademie der Schraubverbindung (AdSV) beginnen etwa bereits in der Konstruktionsphase mit der Beratung bezüglich Wahl des geeignetsten Montageverfahrens. Die Spezialisten untersuchen bei ihrer Analyse aber nicht nur rein technische und normative Aspekte, sondern berücksichtigen auch das Qualifikationsniveau der Mitarbeiter. Das ist wichtig, weil Letzteres erhebliche Einflüsse auf die angestrebte Prozessstabilität haben kann.

„Ich habe nun 30 Berufsjahre Erfahrung in Sachen Verschraubungen und kann deshalb die professionelle Schraubfallanalyse nur empfehlen. Setzt ein Unternehmen alle Empfehlungen der Verschraubungsexperten um, ergibt das immer ein sicheres Produkt. Das steigert nicht nur die Qualität der Maschinen und Anlagen, sondern fördert auch das positive Image einer Marke“, betont Oehms. MM

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