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Auftragsfertigung

Für Auftragsfertiger gibt es keine Rezession

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Nicht jeder Auftragsfertiger ist unbeschadet durch die letzte Krise gekommen, ,etliche mussten sogar das Handtuch werfen. Kann man daraus schließen, dass noch nicht jeder das von Ihnen thematisierte Phasenmodell verinnerlicht, geschweige denn umgesetzt hat?

Schwerd: Es gibt durchaus einen Trend, dass auch kleine Auftragsfertiger mittlerweile über den Tellerrand hinausschauen, um sich weiterzuentwickeln. All diejenigen aber, die lediglich versucht haben, sich über eine aggressive Preisstrategie Volumen einzukaufen, stecken jetzt in großen Schwierigkeiten. Ein Unternehmen muss einfach einen gewissen Input an profitablen Aufträgen haben, denn von der Substanz kann es nicht ewig leben. Zugegeben, auch wir haben in der Krise den einen oder anderen Auftrag generiert, der lediglich als Arbeitsbeschaffung für unsere Mitarbeiter diente. Aber sich permanent über die Ertragsgrenze hinwegzusetzen, kann sich kein Unternehmen erlauben. Im Moment ist am Markt eine Trennung der Spreu vom Weizen im Gange. Viele haben sich zu weit über die Klippe gewagt und so liest man tagtäglich in der Zeitung, dass es leider schon wieder ein Unternehmen gibt, das sich abgemeldet hat. Klar ist natürlich auch, dass die Preisbrecher, die in Deutschland über günstige Preise Aufträge akquirieren wollen, nun selbst massiv Druck aus Osteuropa bekommen.

Lassen sie uns noch mal ganz kurz auf das Bild von der verlängerten Werkbank zurückkommen. Könnte man daraus ableiten, dass man als Auftragsfertiger stärker den Weg in Richtung Zulieferung gehen und eine stärkere Integration in die Wertschöpfungskette der Kunden suchen sollte?

Schwerd: Dazu gibt es zwei grundsätzliche Überlegungen. Wenn ich als Auftragsfertiger Entwicklungsleistungen für meinen Kunden tätigen will, bedeutet das, dass ich mich a) auf einen Kunden und b) auf eine Richtung festlegen muss. Durch diese Spezialisierung erreiche ich vielleicht eine sehr gute Kundenbindung und ein sehr gutes Umsatzvolumen über einen bestimmten Zeitraum. Aber die starke Bindung an einen Kunden kann mich dann irgendwann auch mit nach unten reißen. Diesen Weg wollen wir bei Kinkele nicht gehen. Das, was wir an Dienstleistung dem Markt anbieten können, ist komplexes Projektmanagement und Fertigungs-Know-how aus 40 Branchen. Andererseits beobachten wir natürlich, dass unsere Kunden immer mehr Entwicklungsarbeiten an externe Partner vergeben und dadurch immer weniger Impulse für die Entwicklung aus der eigenen Fertigung kommen. So ist es durchaus gängige Praxis, dass wir als Fertigungsunternehmen die Ideen der Konstrukteure und die fertigungstechnische Umsetzbarkeit gemeinsam mit dem Kunden prüfen und Verbesserungen einfließen lassen, sodass am Ende ein gutes Produkt herauskommt.

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