Schuler Gebrauchte Pressenlinie bringt Qualitäts- und Produktivitätssprünge

Autor / Redakteur: Simon Scherrenbacher / Stefanie Michel

Nach 30 Jahren im Einsatz immer noch nicht im Ruhestand: Eine gebrauchte Pressenlinie von Schuler wurde Ende 2011 nach Indien verschifft. Die wieder aufbereitete Anlage erlebt nun bei Force Motors ihren zweiten Frühling und produziert Struktur- und Außenhautteilen für Nutzfahrzeuge – in höherer Qualität und Produktivität als bisher am indischen Produktionsstandort.

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Die Linie aus fünf Einzelpressen wurde komplett neu verkabelt und die Steuerung auf den neuesten Stand der Technik gebracht, um sie in Indien für ihre neuen Aufgaben einzusetzen.
Die Linie aus fünf Einzelpressen wurde komplett neu verkabelt und die Steuerung auf den neuesten Stand der Technik gebracht, um sie in Indien für ihre neuen Aufgaben einzusetzen.
(Bild: Schuler)

Viele frischgebackene Rentner treten ihren wohlverdienten Ruhestand mit einer ausgedehnten Kreuzfahrt an. Das gilt auch für eine gebrauchte Pressenlinie von Schuler, die im Oktober vergangenen Jahres von Deutschland nach Indien verschifft wurde.

Schuler-Pressenlinie in nur vier Wochen installiert

Doch anders als bei den meisten Pensionären stellte die Seereise für diese „ältere Dame“ nicht der Beginn einer Schaffenspause, sondern nur eine vorübergehende Auszeit dar: Mittlerweile läuft die Anlage wieder unter Volldampf – bei Force Motors, einem indischen Hersteller von Nutzfahrzeugen und Geländewagen.

In gerade einmal vier Wochen installierten die Service-Mitarbeiter von Schuler unter der Leitung von Narendra Sawkar und Sandeep Yadav die Linie nach ihrer Ankunft Anfang Dezember vor Ort in Pithampur. In dem Vorort der Stadt Indore, die etwa 500 km nordwestlich von Mumbai liegt und auch als Detroit Indiens bezeichnet wird, produziert Force Motors in einem Joint Venture mit MAN SE schwere Nutzfahrzeuge. Die Pressenlinie von Schuler leistet jetzt nicht nur tatkräftige Unterstützung bei der Herstellung von Struktur- und Außenhautteilen, sondern sorgt auch für echte Qualitäts- und Produktivitätssprünge – trotz ihres fortgeschrittenen Alters von 30 Jahren.

Wirtschaftliche Aspekte und Qualität sprechen für Kauf der Pressenlinie

„Bei der Entscheidung für die gebrauchte Anlage haben natürlich wirtschaftliche Aspekte eine Rolle gespielt, aber auch die sprichwörtliche Qualität der Schuler-Produkte und der umfassende Service“, berichtet Klaus Rühle, Leiter Internationale Gebrauchtmaschinen bei Schuler Pressen. „Gebrauchtmaschinenkauf ist Vertrauenssache“, bringt er es auf den Punkt.

Bereits seit mehreren Jahren bietet Schuler Pressen seinen Kunden gut erhaltene Gebrauchtmaschinen als Alternative zu neuen Anlagen an. Bei der für Force Motors bestimmten Pressenlinie kam hinzu, dass sie innerhalb kürzester Zeit ausgeliefert werden konnte: Von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme dauerte es nur wenige Monate.

Die Linie besteht aus fünf nacheinander aufgestellten Einzelpressen, die sich zuvor auf die Standorte zweier deutscher Automobilhersteller verteilt hatten; vier von ihnen verfügen über eine Presskraft von 630 t, bei der Kopfpresse sind es 800 t. „Wir haben die Anlage komplett neu verkabelt und auch die Steuerung auf den neuesten Stand der Technik gebracht“, erklärt Sachin Nirgudkar, Vizepräsident von Schuler India.

Abläufe zwischen den Einzelpressen werden automatisiert

Schuler ist seit 1994 mit einem Büro in Mumbai vertreten, 1997 wurde das Tochterunternehmen Schuler India gegründet. Die Vertriebs- und Servicegesellschaft mit Zweitsitz in der Millionenstadt Pune produziert und liefert auch schlüsselfertige Anlagen unter anderem an Ford India, Tata Motors und Mahindra Automotive, an die Elektromotoren- und Hausgeräteindustrie im Land sowie – speziell Münzprägepressen – an die indische Regierung.

„Als nächstes werden wir nun zusammen mit unseren Kollegen in Deutschland versuchen, die Abläufe zwischen den Einzelpressen zu automatisieren“, kündigt Sachin Nirgudkar an. Die Spezialisten von Schuler Automation in Gemmingen sind bereits eingeschaltet. Und spätestens dann, wenn auch dieser Teil des Retrofits erfolgreich abgeschlossen ist, wird die ältere Dame den fabrikneuen jungen Anlagen um nicht mehr viel nachstehen. Bis die Pressenlinie einmal wirklich ihren Ruhestand antritt, werden noch zahlreiche produktive Jahre ins Land gehen.

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