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Beschaffung

Gemeinkosten im Visier – Einsparpotenziale sind enorm

| Autor/ Redakteur: Arnd Halbach / Claudia Otto

Rohstoffe und Halbzeuge stehen traditionell im Fokus der professionellen Beschaffung. Die Gemeinkosten werden in vielen Unternehmen immer noch als vernachlässigbare Positionen angesehen. Dabei sind sie eine wichtige Stellschraube zur Verbesserung des Unternehmensergebnisses.

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Durch Beschaffungsoptimierungen können Kostenvorteile von mehreren Hunderttausend Euro über verschiedene Warenkörbe hinweg erzielt werden.
Durch Beschaffungsoptimierungen können Kostenvorteile von mehreren Hunderttausend Euro über verschiedene Warenkörbe hinweg erzielt werden.
( Bild: Franz Pfluegl - Fotolia.com )

Gemeinkosten fallen für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen an, die nicht direkt für die Herstellung eines Produkts erforderlich sind – deshalb spricht man auch vom indirekten Einkauf. Dazu gehören die Wartung und Instandhaltung von Maschinen, das Gebäudemanagement, die Logistik oder Betriebsstoffe; insgesamt handelt es sich um rund 40 Positionen. Jede einzelne davon erscheint oft auf den ersten Blick als unbedeutend. Unter dem Strich machen sie selbst in Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zwischen 30 und 50 % der Gesamtkosten aus.

Einsparungen haben einen Hebeleffekt auf die Rendite

Dieser Aufwand kann deutlich reduziert werden. Laut zahlreichen Projektstudien liegen die realistischen Einsparpotenziale zwischen 10 und 20 %, in der Spitze sogar bei rund 40 %. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. führt seit einigen Jahren eine Benchmarkerhebung über den indirekten Einkauf in deutschen Unternehmen durch. Demnach werden durch Beschaffungsoptimierungen Kostenvorteile von bis zu mehreren Hunderttausend Euro über verschiedene Warenkörbe hinweg erzielt.

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Die Einsparungen haben einen regelrechten Hebeleffekt auf die Rendite. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies sehr eindrucksvoll: Nettoumsatz – gleichbleibend – 5 Mio. Euro, Betriebsergebnis 4 %, Gemeinkosten 500.000 Euro. Eine Reduzierung von nur 5 % verbessert das Ergebnis um 25.000 Euro auf 4,5 %. Das Renditeplus beträgt 12,5 %.

Zentrale Zuständigkeit im Einkauf sichert Qualität der Abläufe

Für die Gemeinkostenbereiche gilt prinzipiell das Gleiche wie für den Einkauf von Produktionsmitteln. Um eine einheitliche Qualität zu gewährleisten, eine perfekt funktionierende Lieferkette sicherzustellen und durch Mengenbündelung optimale Einkaufspreise zu erzielen, muss die Zuständigkeit bei der Beschaffungsabteilung liegen. In der Praxis vieler Unternehmen ist dies keineswegs so, sondern der indirekte Einkauf ist auf die einzelnen Abteilungen verteilt. Organisationsmaterial, Transportdienstleistungen, Reparaturen oder Wartungen werden freihändig aufgrund eines akuten Bedarfs geordert.

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