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Gildemeister konzentriert IT-Know-how standortübergreifend in neuer Tochter

| Redakteur: Bernhard Kuttkat

Der Gildemeister-Konzern hat seine bislang dezentralen IT-Kompetenzen in der neuen DMG Electronics GmbH gebündelt. Dabei verantwortet die neue DMG-Tochter als Profitcenter technologie- und standortübergreifend die Neu- und Weiterentwicklungen von Softwarelösungen im Produktprogramm der DMG-Powertools. Darüber hinaus agiert das Unternehmen als zentrales Kompetenzzentrum für die Standardisierung von Elektro- und Elektronik-Komponenten und als zentraler Koordinator von Einkauf und Technik.

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Rudolf Hahn, Geschäftsführer der DMG Electronics GmbH in Bielefeld: „Aufgrund einer ganzheitlichen Integration ist mit der DMG Virtual Machine die Basis geschaffen worden, Abläufe und Prozesse innerhalb der spanenden Fertigung absolut sicher zu planen und zu verifizieren.“
Rudolf Hahn, Geschäftsführer der DMG Electronics GmbH in Bielefeld: „Aufgrund einer ganzheitlichen Integration ist mit der DMG Virtual Machine die Basis geschaffen worden, Abläufe und Prozesse innerhalb der spanenden Fertigung absolut sicher zu planen und zu verifizieren.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Der unmittelbare Anwendernutzen des neuen Unternehmens generiert sich vor allem aus der Verbesserung und dem weiteren innovativen Ausbau der DMG-Powertools, wie Geschäftsführer Rudolf Hahn erklärt: „Durch die technologieübergreifende Fokussierung ist sichergestellt, dass alle Entwicklungen im Bereich der DMG-Powertools nun auf einer einheitlichen Basis und mit einer einheitlichen Methodik durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es in allen IT-Fragen nun lediglich noch einen Ansprechpartner, was die Prozesse vereinfacht und vor allem auch beschleunigen wird.“

DMG Virtual Machine wird sukzessive auf verschiedenen Technologien realisiert

Als jüngstes und bestes Beispiel nennt er die DMG Virtual Machine der DMU 80 P Duoblock mit Heidenhain iTNC, die bereits auf der EMO im vergangenen Jahr Weltpremiere feierte und in diesem Jahr sukzessive auch für anderen Technologien und Steuerungsplattformen realisiert werden soll. So wird auf der Metav die erste virtuelle DMG-Drehmaschine mit der Siemens 840 D Powerline beziehungsweise Siemens 840 D Solutionline vorgestellt.

Hahn betont vor allem die hohe Konsequenz in der Umsetzung: „Wir setzen auf vollständige Durchgängigkeit von der Maschine als dreidimensionalem Abbild der Realität, angefangen von der kompletten Kinematik und allen Dynamikwerten der tatsächlichen Maschine über die Benutzeroberfläche der Steuerung, die Integration des virtuellen NC-Kerns und der virtuellen PLC bis hin zu den Schnittstellen zur realen Maschine.“

Gerade dieser Aspekt ist seiner Meinung nach der entscheidende Unterschied zu herstellerunabhängigen Simulationssystemen: „Wir arbeiten nicht mit modellierten Maschinendaten, sondern wir zerspanen in einer grafisch perfekten virtuellen 3D-Maschinenumgebung, die in Konfiguration sowie Funktionalität weitestgehend dem Stand der ausgelieferten Werkzeugmaschine entspricht. Erst durch die Integration dieser ganzheitlichen Funktionalitäten haben wir mit der DMG Virtual Machine jetzt die Voraussetzungen geschaffen, Abläufe und Prozesse innerhalb der spanenden Fertigung absolut sicher zu planen und zu verifizieren.“

Frühzeitige Kollisionskontrolle steht an erster Stelle

Die frühzeitige Kollisionskontrolle und als deren Ergebnis die 100%-ige Prozesssicherheit stehen demnach an erster Stelle, wie Hahn weiter ausführt. Um diesen hohen Grad an Sicherheit zu erreichen, sei es nicht damit getan, die DMG Virtual Machine einfach nur auf einem PC zu installieren, erläutert Hahn weiter, ohne das als Einschränkung zu sehen. „Denn“, so betont er, „sowohl die Rohteildaten und vor allem Betriebsmittel als auch Werkzeuge und Spannmittel müssen ebenfalls als 3D-Modelle zur Verfügung stehen und der DMG Virtual Machine bereitgestellt werden.“

Er weist darauf hin, dass sich beispielsweise die Spannmittel entweder über die CAD-Daten des Spannmittelherstellers oder aus der eigenen Betriebsmittelkonstruktion übernehmen lassen oder über einen integrierten, optionalen 3D-Partmodeller sehr schnell und einfach selbst kreiert werden können. Ähnlich sehen die Optionen im Werkzeugbereich aus, wo der Kunde die vermessenen Werkzeuggeometrien aus seinem Toolmanagementsystem übernimmt, aus einem Werkzeugvoreinstellgerät in die integrierte Werkzeugbibliothek der DMC Virtual Machine importiert oder die erforderlichen Tools über einen optionalen Werkzeugkonfigurator selbst konfiguriert.

Was über die DMG Virtual Machine hinaus die weiteren übergeordneten Funktionen der DMG Electronics GmbH anbelangt, sieht Hahn das Aufgabengebiet prinzipiell in all jenen Bereichen, die nicht direkt mit einer Werkzeugmaschine ausgeliefert werden, wobei er das Aktionsfeld grob in drei Säulen differenziert. So gehe es zum einen um die Beobachtung und Optimierung des Fertigungsumfeldes, beispielsweise mit dem DMG Production Manager, dem DMG Messenger oder dem DMG Service Agent.

IT-Lösungen greifen direkt in die Werkstückentstehung ein

Zweiter wichtiger Aspekt seien IT-Lösungen, die direkt in die Werkstückentstehung eingreifen, wobei Hahn außer der DMG Virtual Machine vor allem den DMG Programmer 3D Turning ins Feld führt und darauf verweist, dass es hier schon bald eine Schnittstelle zwischen Programmer und Virtual Machine geben werde. Als dritte wichtige Säule nennt Hahn abschließend den Bereich der Aus- und Weiterbildung: „Hier bieten wir im Rahmen der DMG-Powertools sowohl Unternehmen als auch Schulungsbetrieben eine Vielzahl von intelligenten Softwarelösungen mit optimalem Lerneffekt.“

Gildemeister Drehmaschinen GmbH auf der Metav 2008: Halle 16, Stand C37

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