Suchen

Werkstoffe

Große Differenzen im relevanten Temperaturbereich

| Autor/ Redakteur: Thomas Isenburg / Helmut Klemm

Die Nutzung des magnetokalorischen Effekts zur Kühlung war bislang durch die Abhängigkeit von Seltenerdmetallen eingeschränkt. Der Nachweis des Effekts an sogenannten Übergangsmaterialien, die deutlich kostengünstiger sind, eröffnen nun Chancen für ein Kühlaggregat, das kurz vor der Markteinführung stehen soll.

Magnetokalorischer Werkstoff in 2000-facher Vergrößerung – solche Werkstoffe verändern ihre Temperatur in Abhängigkeit von Magnetfeldern.
Magnetokalorischer Werkstoff in 2000-facher Vergrößerung – solche Werkstoffe verändern ihre Temperatur in Abhängigkeit von Magnetfeldern.
( Bild: BASF )

In der im östlichsten Zipfel Frankreichs gelegenen Gemeinde Holtzheim will man Kühltechnikgeschichte schreiben. Das dort ansässige Unternehmen Cooltech Applications plant die ersten Kleinserien mit einer revolutionären magnetischen Kühlung.

Mit dem Projekt könnte das Unternehmen in einen gewaltigen Wachstumsmarkt eindringen, denn die Industrienationen verwenden allein 15 % des gesamten Energieverbrauchs zur Kühlung. Kühlprozesse gehören zu den Energiefressern der Industrienationen.

Bildergalerie

Die Welt benötigt jährlich etwa 180 Mio. Kühlschränke

Imposant ist auch das Marktvolumen: Pro Jahr werden etwa 180 Mio. Kühlschränke weltweit verkauft. Deren Wirkungsgrad beträgt bei der etablierten Kompressionskühltechnik bislang maximal 45 %. Mit dem Prinzip der magnetischen Kühlung beschäftigt sich die Physik seit der Entdeckung des magnetokalorischen Effekts vor 130 Jahren. Der deutsche Physiker Emil Gabriel Wartburg beobachtete damals das Phänomen als Erster. Er bemerkte, dass sich eine Probe aus Eisen minimal erwärmte, wenn ein Magnetfeld auf sie wirkte. Wurde das Magnetfeld entfernt, kühlte die Probe ab.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42846512)