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AFC-Verfahren

Gussteile ohne Modelle herstellen

| Redakteur: Simone Käfer

Der Hersteller von Formstücken, Düker, setzt sich im Kundenguss seit einiger Zeit mit additivem Formgießen auseinander. Hier erklärt das Unternehmen, wie das AFC-Verfahren (additive form casting) funktioniert und ob es sich rentiert.

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Das AFC-Verfahren setzt Düker dann ein, wenn schnell, flexibel und ohne den Einsatz teurer Modelle gefertigt werden soll.
Das AFC-Verfahren setzt Düker dann ein, wenn schnell, flexibel und ohne den Einsatz teurer Modelle gefertigt werden soll.
( Bild: Voxeljet )

Gussteile, die Düker im AFC-Verfahren herstellt, sind echte Gussteile. Denn sie entstehen in größtenteils in der gleichen Art und Weise wie Gussteile aus der Serienfertigung. Der Unterschied: Zur Herstellung der Sandformen werden keine Modelleinrichtung eingesetzt. Einzige Grundlage der AFC-Formen ist ein CAD-Datensatz des Gussteils, denn allein aus dieser CAD-Vorgabe werden die Voraussetzungen für den Abguss geschaffen. Die additiven Sandformen sind genau wie im Serienprozess verlorene Formen, die nach Entnahme des Gussteils recycelt werden. Dadurch geht ausschließlich die Form, jedoch kein Formsand verloren, und die Umwelt wird geschont.

Das Verfahren eignet sich als Entwicklungsinstrument, Düker stellt es seinen Kunden auch zur Verfügung. Damit werden Produkte, die bisher nur auf dem Rechner zu sehen sind, in kurzer Zeit in Guss realisierbar und können zur Erprobung weiter bearbeitet werden. Geometrische Anpassungen sind einfach umzusetzen. Alleine die Änderung des CAD-Datensatzes und das Plotten einer weiteren Form ermöglichen den erneuten Abguss einer verbesserten Variante. Die Entwicklungszeit wird durch dieses Verfahren signifikant verkürzt: Erstmuster entstehen innerhalb weniger Wochen, im Serienprozess dauert es Monate. Außerdem sind Konstruktionsänderungen kein Problem.

Negativfaktor Kosten

Zwar gibt es bei der additiven Formherstellung in Geometrie und Präzision der Formen nahezu keine Grenzen, doch ist die Herstellung dieser Hightech-Formen, bedingt durch die komplexe Anlagentechnik, heute noch ein kostenintensives Verfahren. Im Vergleich zur konventionellen Formherstellung rechnet sich das Gießen mit additiv hergestellten Formen überwiegend für Prototypen, Muster oder Kleinstserien. Mittel- und Großserien stellt Düker nach wie vor mit der Modelltechnik her.

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