Energiewende Gute Transportideen erleichtern den Rückbau von Kernkraftwerken

Redakteur: Peter Königsreuther

Die jahrzehntelange Expertise von Jung Hebe- und Transporttechnik hilft bei der Energiewende. Und zwar in Sachen Abtransport von Komponenten des einstigen Atomkraftwerks Isar 1.

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Lösbar sind transporttechnische KKW-Komponenten-Rückbauprobleme mit zwei elektrisch angetriebenen Jung-Fahrwerken des Typs JLA-e 25/50 H und ein Kreiselfahrwerk JKB 14 G.
Lösbar sind transporttechnische KKW-Komponenten-Rückbauprobleme mit zwei elektrisch angetriebenen Jung-Fahrwerken des Typs JLA-e 25/50 H und ein Kreiselfahrwerk JKB 14 G.
(Bild: Jung)

Die Preussenelektra GmbH betrieb im Landkreis Landshut die Anlagen Isar 1 und Isar 2. Das Werk Isar 1 wurde im Rahmen des beschlossenen Ausstiegs Deutschlands aus der Atomenergie im Jahre 2011 abgeschaltet. Es befindet sich derzeit im sogenannten Nachbetrieb. Eine entsprechende Genehmigung zum Rückbau des Reaktors wurde 2017 aber schon erteilt.

Beim Kernkraftwerk-Rückbau kann es eng werden...

Im Zuge des Rückbaus müssen circa 224.000 t Material in gut handhabbare Einzelteile zerlegt werden, wie Jung betont. Nur dann können die Oberflächen optimal behandelt und dekontaminiert werden, um die Wertstoffe problemlos zu recyceln.

Damit die rückgebauten Komponenten per Container dann sicher transportierbar sind, wurde Ende 2019 das Unternehmen Carl Stahl, ein Systemhaus für Hebetechnik, von Preussenelektra beauftragt, für diese nicht alltägliche Aufgabe eine sichere Möglichkeit zum Abtransport zu schaffen, heißt es weiter. Vor allem die diversen Engstellen innerhalb des ehemaligen KKW stellten den Auftragnehmer vor Herausforderungen. Carl Stahl, ein langjähriger Partner von Jung, fragte daraufhin nach. Und Jung hatte tatsächlich das passende Equipment parat.

Neue Transportkombination ist günstiger als FTS

Gelöst wurde das Problem durch zwei elektrisch angetriebene Fahrwerke vom Typ JLA-e 25/50 H und ein Kreiselfahrwerk des Typs JKB 14 G, präzisiert Jung. Mit dieser Kombination ist nun das Bewegen nach allen Seiten und in jeder Situation möglich. Weil die Geräte per Funk ihre Befehle erhalten, ist die Sicherheit des Bedieners garantiert, denn er befindet sich so nicht im Fahr- und Gefahrenbereich der zu transportierenden Container und Komponenten. Mit dem Einsatz von angetriebenen Fahrwerken kann im Übrigen auf Gabelstapler mit Zugdeichsel verzichtet werden, merkt Jung an. Der Ablauf des Transports sei dadurch übersichtlicher und platzsparender. Weil das alles mit Seriengeräten klappe, stelle das Ganze im Vergleich zu fahrerlosen Transportsystemen (FTS) eine sehr wirtschaftliche Möglichkeit dar.

Schon seit Monaten erfolgreich im Einsatz...

Die Auslieferung und Inbetriebnahme der Geräte fand schon im 1. Quartal 2020 statt, sagt Jung. In den ersten drei Monaten überzeugten sich die Beteiligten außerdem mithilfe von 3D-CAD-Daten in der Planungsphase und einem Praxistest vor Ort von den Einsatzmöglichkeiten der Geräte. Hilfreich für die rasche Umsetzung sei die gute Kommunikation durch Carl Stahl gewesen. Denn man konnte die individuellen Wünsche sowie auch alle Themen in puncto Effizienz und Arbeitssicherheit direkt vor Ort mit Preussenelektra klären.

Vor Ort fand auch eine detaillierte Schulung aller beteiligten Mitarbeiter statt, um die Grundlage zu schaffen, damit die Fahrwerke auch bereichsübergreifend genutzt werden können. Zusätzliche Produkte von Jung, wie zum Beispiel Containertraversen für den sichereren Transport von ISO-Containern oder auch Unterbaublöcke für die Absicherung von Hebevorgängen, erweitern übrigens auch die Einsatzbereiche und erhöhen so die Wirtschaftlichkeit von Investitionen – und zwar weit über den ursprünglichen Einsatzfall hinaus, sagt Jung.

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