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Stopa / KTS Heavy Metal im Blechlager: Bevorraten in Sonderformaten

| Autor / Redakteur: Jürgen Warmbold / M.A. Frauke Finus

Durch die Investition in zwei Blechlager von Stopa kann KTS Blechtafeln in Übergrößen bevorraten. Platzsparend und übersichtlich! Die Lager sind für Tafeln von maximal 6 beziehungsweise 9 m Länge und für Nutzlasten je Lagerplatz von bis zu 5.000 oder 7.500 kg ausgelegt.

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Die Turmlager stehen für eine kompakte Raumnutzung in der Höhe, sodass sich bisherige Bodenlagerflächen für andere Aufgaben nutzen lassen.
Die Turmlager stehen für eine kompakte Raumnutzung in der Höhe, sodass sich bisherige Bodenlagerflächen für andere Aufgaben nutzen lassen.
(Bild: Stopa)

Betritt man die Werkshalle des vor allem auf Laserschneiden, Plasma- und Autogenbrennschneiden, CNC-Fräsen und Schweißen spezialisierten Unternehmens, die KTS GmbH & Co. KG Technologiepark Stahl, trifft man auf Turmlager in ungewohnten Dimensionen. Dipl.-Ing. Mario Koch, geschäftsführender Gesellschafter der in Karlsdorf-Neuthard ansässigen KTS Technologiepark Stahl, erläutert die Gründe für die Investition. „Da wir etwa 2.000 t Blech bevorraten, haben wir in Höhe, statt in Breite investiert. Ziel war es, zumindest die Bodenlagerflächen im Bereich der bis zu 20 mm dicken Bleche zu reduzieren. Insgesamt arbeiten wir mit Blechdicken bis 300 mm. Das A und O der Entscheidung ist, dass wir die zur Verfügung stehende Höhe komplett nutzen können.“ Zudem profitiert das Familienunternehmen, das auf rund 5.000 m2 Produktionsfläche verschiedenste Verfahren der Metallbearbeitung vereint, von mehr Übersichtlichkeit und Ordnung. Hinzu kommen ein wesentlich geringerer Suchaufwand, auch bezogen auf Restbleche, sowie die Möglichkeit schneller Zugriffe auf das Material.

Maßgeschneiderte Lösung für übergroße Sonderformate

Die von der Stopa Anlagenbau GmbH gelieferten 6,5 m hohen und 6 m breiten Turmlager stehen für kompakte Raumnutzung. Angelieferte Tafeln legt KTS mithilfe eines Krans, der aufgrund der beachtlichen Materialgewichte mit 10 t Tragfähigkeit ausgestattet ist, zum Einlagern auf die Flachpaletten der Tower Mono. Möglich sind Zulagerungen auf Paletten, auf denen entsprechendes Material vorhanden ist. Der Bediener wählt die entsprechende Pallettennummer aus und lässt somit den Ladungsträger auf die als Regalbediengerät (RBG) agierende Hubtraverse herausfahren, die sämtliche Ein- und Auslagerabläufe übernimmt. Ist die Palette beladen, gibt er sie frei, damit sie automatisch in ihr Fach zurückfährt.

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Die Kunden von KTS stammen vor allem aus der Baumaschinenindustrie, dem Maschinenbau sowie dem schweren Kran- und Fahrzeugbau. Den Ansprüchen der Auftraggeber folgend, puffert KTS in den Turmlagern 60 bis 80 Blechsorten aus Baustahl, Feinkornstahl, Verschleißstählen und Edelstählen in Dicken von 1 bis 20 mm. Die Lager sind für ein festes Höhenraster ausgelegt, damit das zulässige Gewicht der beladenen Paletten nicht überschritten werden kann. „Unser breites Blechspektrum ermöglicht eine Produktpalette, die vom einfachen Brennteil bis zur komplizierten und fertig lackierten Schweißbaugruppe reicht“, betont Koch. „Deshalb erwarten wir eine hohe Flexibilität und Verfügbarkeit hinsichtlich der Lagerabläufe.“

Die Sortenvielfalt erstreckt sich bei KTS über beide Tower Mono, welche die bisherigen Ausmaße dieser Blechlagersysteme sprengen und mit Flachpaletten für Bleche im Sonderformat ausgerüstet sind. Die kleinere, rund 8 m lange Anlage ist mit 22 Lagerplätzen und Paletten mit einer nutzbaren Fläche von 2.032 x 6.096 mm ausgestattet. Die zulässige Nutzlast beträgt bis zu 5.000 kg. Die größere, circa 11 m lange Anlage verfügt über 16 Lagerplätze und Paletten mit einer Nutzfläche von 2.000 x 9.000 mm. Ausgelegt sind diese Ladungsträger für eine maximale Nutzlast von 7.500 kg. Die Beladehöhe ist, überwacht durch eine Lichtschranke, in beiden Lagertürmen, auf 55 mm beschränkt.

Die Flachpaletten des Systems sind für Tafeln in den verwendeten Sonderformaten und den geforderten Nutzlasten konzipiert. Das Hubwerk der stationären Traverse, die an separaten Stahlbaustützen angebracht ist, arbeitet mit verschleiß- und servicearmen Rollenketten, die wartungsarme Zieh- und Schiebeeinrichtung mit einer Rollenkette, die mit Mitnehmern versehen ist. Die Höhenpositionierung läuft über ein absolutes und lastunabhängiges digitales Wegmesssystem, das für höchste Positioniergenauigkeit steht und das Anfahren eines Referenzpunktes erübrigt. Die Hubtraverse, deren Funktionen die Steuerung betriebssicher kontrolliert, erzielt Geschwindigkeiten beim Heben von 12 und beim Ziehen von 6 m/min je Minute.

Grafische Visualisierung des Lagers und der Hubtraverse

„Die Turmlager haben ihre Arbeit im Juli 2019 aufgenommen und versorgen seitdem vor allem eine Laserschneidmaschine im 2-Schicht-Betrieb“, erläutert Koch. Für den Transport der Bleche vom jeweiligen Lager nutze man den Kran. Ausgestattet mit einer Saugtraverse transportiere dieser auch Restbleche zurück. Materialauslagerungen löse der Anlagenbediener aus, indem er die Nummer der auszulagernden Palette oder Suchkriterien eintippe, zu denen beispielsweise die Dicke, Breite, Länge, Güte, Oberfläche und Artikelnummer des Materials zähle. Aus Sicherheitsgründen sei während der Bewegungen dauerhaft eine Zustimmungstaste zu betätigen. Die Steuerungen der Lager, die Stopa in die Schaltschranktüren der Anlagen eingebaut hat, bestehen jeweils aus einem Industrie-PC mit integrierter Realtime-Soft-SPS. Die SPS steuert die Anlagenkomponenten; der mit einem Touchscreen ausgestattete PC bedient die betreffende Anlage und zeigt deren Zustände an. Dazu zählen zum Beispiel die grafische Visualisierung des Lagers und der Hubtraverse, permanente Statusanzeigen in Klartext, Protokollierungen aller Meldungen und Fahraufträge sowie Diagnosefunktionen.

Fällt bei einem Gewitter die Spannung aus, schalten die unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV) der Lager die Panel-PCs gezielt ab. Dadurch werden die aktuellen Anlagendaten gesichert und Daten- und Programmverluste vermieden. Zum Service von Stopa gehört auch die Ferndiagnose der Anlagensteuerungen via VPN.

Hohe Verfügbarkeit der Turmlager

Koch geht auf die Farben ein, in denen die Turmlager gestrichen sind. „Wir setzen auf den Wiedererkennungswert, indem wir sowohl unsere Gebäude und Lkw als auch die neuen Blechlager einheitlich lackieren lassen.“ Basierend auf dieser Aussage hat Stopa zum Beispiel die RBG und alle beweglichen Teile sowie die Paletten in Verkehrspurpur (RAL 4006) lackiert.

Koch ist überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. „Stopa hat sich während des Projektmanagements als sehr professionell und kompetent erwiesen. Alles ist zeitlich nach Plan abgelaufen. Heute profitieren wir auch von der hohen Verfügbarkeit der Turmlager und der einfachen Bedienung, für die nur eine kurze Einarbeitung nötig war.“ Hinsichtlich des Returns on Investment rechne er mit 5 Jahren.

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