Stanzen/Umformen Hochpräzise Stanz- und Umformteile sowie Systeme als Nische entdeckt

Redakteur: Dietmar Kuhn

Wenn im Maschinen- und Fahrzeugbau präzise Stanz- und Umformteile benötigt werden, dann ist die PMS W. Pulverich GmbH in Haiger-Flammersbach eine der ersten Adressen. Kunden setzen vor allem auf die moderne Fertigung, die hohe Qualität sowie auf die absolute Lieferzuverlässigkeit von PMS, die durch neue Omera-Pressen unterstützt werden.

Firmen zum Thema

Für hochpräzise Stanz- und Umformteile ist die PMS W. Pulverich GmbH in Haiger-Flammersbach eine der ersten Adressen.
Für hochpräzise Stanz- und Umformteile ist die PMS W. Pulverich GmbH in Haiger-Flammersbach eine der ersten Adressen.
(Bild: PMS Pulverich)

Schon der erste Eindruck, den man beim Betreten der aufgeräumten und sauberen PMS-Fertigung in Haiger-Flammersbach bekommt, verrät, dass hier besondere Stanz- und Umformteile produziert werden oder Baugruppen daraus entstehen. Inmitten der zahlreichen Maschinen und Anlagen ragt eine ganz besonders heraus. Es ist eine vor wenigen Monaten installierte Omera-Exzenterpresse mit 400 t Presskraft. Damit will die PMS W. Pulverich GmbH nicht nur ihre Fertigungskapazitäten erweitern, sondern auch neue Produkte in Angriff nehmen.

Spezialist für Stanz- und Umformteile sieht sich als Dienstleister

„Wir sind als Dienstleister unterwegs“, versichert Cornelia Hepp, Tochter des Firmengründers und Geschäftsführers Wilfried Pulverich und im väterlichen Unternehmen als Prokuristin tätig. „Neben einer eigenen Produktentwicklung“, ergänzt sie, „fertigen wir nach Kundenzeichnung und haben uns in den letzten Jahren insbesondere auf die Präzisionsstanztechnik spezialisiert.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Bei seinen Aktivitäten und der Unternehmensorganisation setzt PMS mit rund 40 Mitarbeitern vor allem auf kurze Wege und eine schlanke Firmenstruktur. Das noch relativ junge Unternehmen hat sich in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen der Automobilindustrie und deren Zulieferern einen Namen gemacht, bedient darüber hinaus aber auch Branchen wie die Elektroindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau, die Flugzeug- und Medizintechnik. Das Produkt, wenn auch in zahlreichen Ausführungen, ist immer ein hochpräzises Stanzteil aus unterschiedlichen metallischen Werkstoffen. Etwa 30 Mio. Teile sind es insgesamt, davon etwa die Hälfte als Präzisionsteile, die jährlich die Fertigung in Haiger-Flammersbach verlassen. Für die Unternehmensgröße beachtliche Zahlen.

Hochpräzise Stanzteile mit kleinsten Toleranzen ohne Nachbearbeitung fertigen

Was bei PMS ein Präzisionsstanzteil bedeutet, erläutert Hepp so: „Für uns sind das einerseits die Maßanforderungen, die sich in kleinsten Toleranzen ausdrücken, dabei sind fünf Hundertstel fast an der Tagesordnung und da sind auch viele passgenaue Teile dabei. Andererseits ist es unser Bestreben, diese Genauigkeit über unsere Stanztechnik abzubilden, und das ohne Nachbearbeitung – das sind unsere Herausforderungen an ein hochpräzises Stanzteil.“

Die Kunden schätzen PMS auch als besonders beratungs- und entwicklungskompetent ein. So besetzt PMS auch die gesamte Prozesskette der Stanz- und Umformtechnik. Das beginnt bei der begleitenden Entwicklung von Kundenteilen mit CAD/CAM-Systemen, reicht über die modernen Fertigungsprozesse mit Stanzen, Pressen und Biegen sowie schweißtechnische Fertigkeiten der Qualitätssicherung bis hin zur spanenden Bearbeitung der Bauteile. Selbst komplette Systeme und Baugruppen werden von PMS an die Kunden geliefert.

Das Besondere an der Fertigungstechnik ist derzeit wohl eine erst wenige Monate alte Omera-Exzenterpresse mit 400 t Presskraft (darüber hinaus wurde auch eine zweite, 200-t-Exzenterpresse installiert), die zusammen mit einer von der Millutensil s. r. l. gelieferten Peripherie für die Materialzufuhr und den Teiletransport in kompakter Bauweise installiert wurde.

Stanzteile-Spezialist nimmt für neue Pressenanlage GMS als Dienstleister in Anspruch

Für das Engineering zur Planung und Aufstellung dieser Anlage nahm PMS die Dienstleistungen des in Haiger ortsansässigen Blechbearbeitungsexperten GMS Gesellschaft mbH beziehungsweise das Wissen und die Erfahrung von Werner Gräbener, geschäftsführender Gesellschafter der GMS, in Anspruch. „Zu ihm hatten wir schon längeren Kontakt und kannten von verschiedenen Serviceleistungen her seine Zuverlässigkeit und seine Fähigkeiten. Jetzt, da wir vor der Entscheidung für eine neue Pressenlinie standen, haben wir auf die uns bekannte gute Zusammenarbeit zurückgegriffen“, sagt Hepp. Gräbener und seine Mannschaft wurden denn auch anhand eines Anforderungskataloges von PMS mit der Konzeption und dem Engineering der Anlage beauftragt.

Herausgekommen ist die bereits genannte Omera-Exzenterpresse 400 R1M2S8-A mit 400 t Presskraft. Diese ist mit zwei Pleueln ausgestattet, weist ein Arbeitsvermögen von 28.000 Nm und eine Antriebsleistung von 73 kW auf. Auffällig ist vor allem die groß dimensionierte Tischfläche von 2500 mm × 1250 mm. „Die benötigen wir“, sagt Andreas Weil, technischer Leiter bei PMS, „um mit unseren Folgeverbundwerkzeugen arbeiten zu können. Denn viele unserer Teile werden in mehreren Operationen gestanzt, umgeformt, beschnitten und fallen einbaufertig aus der Presse.“

Millutensil-Bandanlage sorgt für kurze Bauform der Presse

Verarbeitet werden Bleche mit Dicken bis zu 6 mm. Das Bandmaterial, das bis zu 600 mm breit sein kann, wird von einem Coil abgewickelt. Die Bandanlage wurde vom italienischen Blechbearbeitungsmaschinen-Hersteller Millutensil aus Mailand beigestellt. Diese ist entscheidend für die kurze Bauform der gesamten Pressenanlage. Von einem feststehenden Coilladestuhl werden die 5000 kg schweren Coils auf den angetriebenen Haspel geladen, der das Coil an der Innenseite durch eine hydraulische Haspeldornspreizung aufnimmt. Dabei kann der Innendurchmesser zwischen 470 und 630 mm, der Coilaußendurchmesser bei 1600 mm liegen.

„Das Entscheidende“, so Weil, „ist, dass wir mit der Presse ein hohes Arbeitsvermögen bei recht hohen Hubzahlen von etwa 100 Hüben pro Minute erzielen. Deshalb wurde die Omera-Presse in einigen Features auch speziell für uns modifiziert.“

Neun Walzen ermöglichen Vorschub-Geschwindigkeiten bis 80 m/min

Zwischen dem Einlauf des Bandes in die Presse und nach dem Abwickeln ist eine Vorschubrichtmaschine des Typs RMA.100.9.600/C von Millutensil installiert, die für Banddicken zwischen 0,8 und 6,0 mm geeignet ist. Mit den neun Walzen (vier oberen und fünf unteren angetriebenen Walzen) können Geschwindigkeiten bis 80 m/min gefahren werden. Die Regulierung der Richtwalzen wird über ein einstellbares Untersetzungsgetriebe vorgenommen, wobei die entsprechenden Werte auf einem Touchpanel abgelesen werden können. Des Weiteren ist die Bandanlage mit einer Walzenbeölung, quasi einem Filzwalzenschmierer, mit 600 mm Schmierbreite ausgestattet.

„Alles was wir in dieser Anlage berücksichtigt haben“, so Werner Gräbener, „zielt auf eine optimierte und zuverlässige Stanzanlage ab, weil sich der Kunde PMS bei den hohen Stückzahlen von meist mehreren Hunderttausend einen Ausfall nicht leisten kann. Dies galt nicht nur für die Presse, sondern auch für die mitgelieferte Peripherie.“

Neue Pressenlinie deckt erhöhten Bedarf an Stanz- und Umformteilen ab

Für Cornelia Hepp und Andreas Weil ist klar, dass PMS mit der neuen Pressenlinie erst einmal den höheren Bedarf an Stanz- und Umformteilen locker abdecken und, was wesentlich ist, auch ein neues Teilespektrum anbieten kann. „Ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung, gerade eine Omera-Presse mit Millutensil-Peripherie zu kaufen, war, dass wir mit GMS einen hausnahen Service haben und im Bedarfsfalle eine kurze Reaktionszeit erwarten dürfen“, versichert Hepp.

Damit ist der Mitte der 90er-Jahre nach ISO 9001 zertifizierte Lohnfertiger und Zulieferbetrieb PMS für die nächste Zeit bestens aufgestellt. Größeren Stückzahlen bei höchster Präzision und Qualität sowie neuen, bisher noch unbekannten Bauteilen steht derzeit nichts mehr im Wege.

(ID:37000690)