Messgerät Höchste Präzision beim Messen in der Werkzeugfertigung

Autor / Redakteur: Andreas Bucher / Ulrike Gloger

Im Werkzeugbau dürfen heutzutage die Maße der Werkzeuge häufig nur noch 1 µm von den Vorgaben abweichen. Diese Genauigkeit erreicht ein Werkzeugbauer mit einem Portalmessgerät, das erstmals mit einem neuartigen Scanningmesskopf ausgestattet wurde.

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Alle benötigten Maße, abgesehen von der Oberflächenrauigkeit, werden erfasst – selbst Radien, für die bisher ein Konturograph eingesetzt werden musste.
Alle benötigten Maße, abgesehen von der Oberflächenrauigkeit, werden erfasst – selbst Radien, für die bisher ein Konturograph eingesetzt werden musste.
(Bild: Manfred Stich)

Ein Markenemblem ziert das Lenkrad von fast jedem Auto. Die Stanzwerkzeuge, mit denen es hergestellt wird, beziehen zahlreiche deutsche Autobauer von ein und demselben Hersteller: dem Werkzeugbauer KWS Kölle aus Mauerstetten im Allgäu. Er fertigt Stanz-, Biege-, Folgeverbund-, und Umformwerkzeuge sowie Spritzgieß-, Zinkdruckguss- und Glaspressformen. Zur Produktpalette gehören zudem hochpräzise Einzelteile und Kleinserien, Prototypen, Baugruppen, Vorrichtungen und Lehren.

Herstellung stellt auch an die Messtechnik hohe Anforderungen

Die Einsatzgebiete dieser Werkzeuge können dabei sehr unterschiedlich sein: So wollen Unternehmen beispielsweise 2 mm dicken Stahl auf 10 µm genau stanzen, ein andermal geht es darum, 300 mm lange Kunststoffteile bis auf 10 µm genau zu gießen. Die Herstellung all dieser verschiedenen Werkzeuge stellt hohe Anforderungen an Konstruktion, Werkstoffauswahl, Fertigungstechnik und nicht zuletzt an die Messtechnik. Das Erfolgsrezept des Werkzeugbauers: Er deckt ab der Auswahl des Rohmaterials die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Haus ab. So hat er Qualität und Kosten stets unter Kontrolle.

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Um die erwünschte Präzision bei der Werkzeugherstellung zu gewährleisten, misst KWS Kölle jedes einzelne Werkstück. Dabei sind die Anforderungen der Kunden an die Genauigkeit in den letzten Jahren enorm gestiegen. Mussten die Maße der Werkzeuge früher bis auf 5 µm genau stimmen, dürfen sie heute häufig nur noch 1 µm von den Vorgaben abweichen. Eine enorme Anforderung angesichts der Tatsache, dass allein die Handwärme Werkstücke um mehrere µm verändert.

Um eine solche hohe Genauigkeit durch Messungen sicherzustellen, war KWS bis vor einigen Jahren auf externe Messlabore angewiesen. Dies verzögerte häufig die Produktion und hatte zudem den Nachteil, dass Abweichungen manchmal erst einen Arbeitstag später erkannt wurden. Mit der Konsequenz, dass die bis dahin produzierten Werkzeuge im Ausschuss landeten. Im Jahr 2011 entschloss sich das Unternehmen deshalb, kein externes Labor mehr zu beauftragen, sondern sich ein neues Messgerät anzuschaffen.

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