VDMA Ost Im ostdeutschen Maschinenbau macht sich Verunsicherung breit

Redakteur: Jürgen Schreier

Der ostdeutsche Maschinenbau hat nach VDMA-Angaben das Jahr 2008 „insgesamt zufriedenstellend“ abgeschlossen. Trotzdem macht sich Verunsicherung breit. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des VDMA-Landesverbandes Ost unter seinen Mitgliedern.

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Dr. Andreas Barg, Vorsitzender des VDMA Ost: „2009 wird vermutlich ein schwieriges Jahr werden.“ Bild: VDMA
Dr. Andreas Barg, Vorsitzender des VDMA Ost: „2009 wird vermutlich ein schwieriges Jahr werden.“ Bild: VDMA
( Archiv: Vogel Business Media )

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im 4. Quartal 2008 ist im Vergleich zum Vorquartal um 6,6% gesunken. Trotzdem lag sie mit 85,1% noch immer in einem für die Branche optimalen Bereich. Alles in allem ist die Mehrzahl der Unternehmen derzeit gut ausgelastet.

Auftragsreichweite rückläufig

Die Reichweite des Auftragsbestandes entwickelte sich jedoch deutlich rückläufig. Standen im 3. Quartal 2008 noch Aufträge für 5,5 Monate in den Büchern der Unternehmen, so reicht der Auftragsbestand vom 4. Quartal 2008 für durchschnittlich 4,3 Monate. „Mehr als 45% der Unternehmen gaben bei der Umfrage an, dass sich ihr Auftragsbestand im Quartalsvergleich reduziert hat. Nur 18% konnten mehr Aufträge generieren. Damit erreicht die Differenz der positiven Veränderungen zu den negativen Veränderungen im Auftragsbestand den tiefsten Stand in der seit Ende 1991 geführten Konjunkturumfrage unseres Landesverbandes“, stellt Dr. Andreas Barg, Vorsitzender des VDMA Ost, fest.

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Investitionsverschiebungen beeinflussen die Geschäftserwartungen negativ

Die unsichere Marktlage wirkt sich auch auf die Einschätzung der Geschäftsaussichten für das erste Quartal 2009 aus. Zwar rechnet die Hälfte der befragten Unternehmen mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung, doch gehen 44% der Firmen von einer Verschlechterung ihrer Geschäftsaussichten aus. „Viele Unternehmen sehen sich mit einer zunehmenden Stornierungsrate und Investitionsverschiebung ihrer Kunden konfrontiert“, berichtet Barg „Dazu trägt auch bei, dass viele Kunden Schwierigkeiten haben, ihre Investitionsvorhaben zu finanzieren“, ergänzt der Vorsitzendes des Landesverbandes Ost.

Maschinenbauer erwarten Druck auf die Margen

Steigender Kosten- und Wettbewerbsdruck werden nach Einschätzung des VDMA Ost zu einer Eintrübung der Ertragslage im 1. Quartal 2009 führen. Der Saldo der positiven und negativen Erwartungen an die Ertragslage liegt nach der aktuellen Konjunkturumfrage bei minus 37%.

Allerdings dürfte diese Erwartungshaltung zunächst kaum spürbare Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung im ostdeutschen Maschinenbau haben. Während 22% Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeiterstamm im nächsten halben Jahr reduzieren wollen, planen 16% der Ost-Maschinenbauer, die Stammbelegschaft im gleichen Zeitraum weiter auszubauen. „Die Unternehmen haben aus der Vergangenheit ihre Lehren gezogen und wollen ihre Mitarbeiter mit allen Mitteln halten. Wenn dies nicht gelingt, fehlen die Fachkräfte in besseren Zeiten“, fasst Barg zusammen.

Insgesamt aber werde 2009 vermutlich ein schwieriges Jahr werden, so der Vorsitzende des VDMA Ost. „Licht und Schatten liegen damit wie so oft eng beieinander.“

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