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EMO Hannover 2013 Indischer Werkzeugmaschinenbedarf verspricht Boom für mehrere Jahre

| Redakteur: Stéphane Itasse

Indien benötigt laut einer Mitteilung des VDW Werkzeugmaschinen im Wert von über 2 Mrd. Euro pro Jahr und importiert den größten Teil davon. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist der Werkzeugmaschinenverbrauch um fast 25 % gestiegen. Das Potenzial für weiteres Wachstum bleibe mittelfristig hoch.

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„Wenn eines Tages der China-Boom ausläuft, könnte Indien noch viel wichtiger werden. Dann sind diejenigen am Zug, die nachhaltig Flagge zeigen“, sagt der VDW-Vorsitzende Martin Kapp.
„Wenn eines Tages der China-Boom ausläuft, könnte Indien noch viel wichtiger werden. Dann sind diejenigen am Zug, die nachhaltig Flagge zeigen“, sagt der VDW-Vorsitzende Martin Kapp.
(Bild: VDW/Christian Olgemoeller)

„Das sind viele gute Gründe für den VDW, den Markt Indien auf der EMO Hannover in den Fokus zu rücken“, sagt Martin Kapp, Vorsitzender des VDW. Am 18. September 2013 veranstaltet der VDW den EMO-Fokus Indien mit dem Titel „Strategisches Engagement zahlreicher Großanwender, Ausschöpfung der Potenziale noch durch Strukturdefizite begrenzt“. In einem halbtägigen Seminar würden internationale EMO-Besucher aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie Aussteller, die ihre Indien-Aktivitäten ausweiten wollen, über die Besonderheiten des Marktes informiert.

Automobil- und Luftfahrtindustrie investiert kräftig in Indien

Die indische Regierung muss die Energieerzeugung modernisieren und das Straßen- und Schienennetz massiv ausweiten, will sie ihre Wachstumsziele von 5 % und mehr in den kommenden Jahren realisieren, wie es weiter in der VDW-Mitteilung heißt. Vor diesem Hintergrund investierten bedeutende internationale Werkzeugmaschinenanwender auf dem Subkontinent und positionierten sich damit strategisch.

Die Daimler AG beispielsweise weite ihren Produktionsstandort in Chennai aus mit dem Ziel, robuste preiswerte Modelle für den indischen Markt zu bauen. In der Flugzeugzulieferindustrie verfüge Indien selbst über leistungsfähige Anbieter wie Tata, Hinduja und HAL, die in der Fertigung von Komponenten des Flugzeuginnenraums und im so genannten MR- (Maintenance, Repair & Overhaul)-Bereich tätig sind beziehungsweise mit nicht strategischen Entwicklungen beauftragt werden. Bis 2028 soll das Marktvolumen allein im MRO-Bereich in Asien/Pazifik, China und Indien über dem Nordamerikas liegen.

Bedarf an Werkzeugmaschinen steigt in Indien rasant

Im Schnitt werden die wichtigsten Anwender von Werkzeugmaschinen in Indien ihre Maschineninvestitionen 2013/2014 um mehr als 16 beziehungsweise 19 % ausweiten, wie der VDW erwartet. Das heiße für den Werkzeugmaschinenverbrauch im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 4 beziehungsweise 10 %. „Internationale Werkzeugmaschinenhersteller sind gut beraten, den Markt Indien nicht zu vernachlässigen“, sagt Kapp. „Wenn eines Tages der China-Boom ausläuft, könnte Indien noch viel wichtiger werden. Dann sind diejenigen am Zug, die nachhaltig Flagge zeigen.“

An diesem Punkt setze der EMO-Fokus Indien an. Kenner sollen über spezifische Merkmale des indischen Marktes und die von Haupt-Anwenderindustrien gesetzten Wachstumsakzente unterrichten. Praktiker aus der Werkzeugmaschinenindustrie und der bereits gut aufgestellten Messtechnik erläutern laut Organisator ihre Konzepte für das Indien-Geschäft. Schließlich informierten Experten über juristische Besonderheiten und Finanzierungsoptionen.

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