Gesunder Rücken Individuelle Höhe für mehr Ergonomie

Autor / Redakteur: Siegfried Wonka / M.A. Frauke Finus

Wechselnde Bewegungs- und Haltungsabläufe während der täglichen Arbeit sind ideal für den menschlichen Körper. Oftmals ist das aber keine Berufsrealität, da zum Beispiel beim Schweißen im Regelfall die gleiche Körperhaltung eingenommen wird. Eine individuell höheneinstellbare CD-Schweißmaschine mit geringen Rüstzeiten unterstützt nun den ergonomischen Gedanken.

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Die neue Schweißanlage, lieferbar als MF- oder als CD-(KE)-Maschine, gestattet individuelle Höheneinstellungen und so jederzeit einen sekundenschnellen Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit.
Die neue Schweißanlage, lieferbar als MF- oder als CD-(KE)-Maschine, gestattet individuelle Höheneinstellungen und so jederzeit einen sekundenschnellen Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit.
(Bild: Conntronic)

Orthopäden empfehlen generell eine Kombination aus stehender und sitzender Körperhaltung am Arbeitsplatz um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Zudem wird in den kommenden zehn Jahren erwartet, dass sich der Anteil der über 50-Jährigen an der Belegschaft verdoppelt. Dazu kommen Menschen mit Handicap. Und alle benötigen einen „brauchbaren“ Arbeitsplatz. Dabei geht es nicht um nur stehen oder nur sitzen an sich. Wichtig ist der mögliche spontane Wechsel zwischen beiden Haltungen um Kreislauf, Muskulatur und Wirbelsäule zu entlasten, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und Stress zu reduzieren. Arbeitswissenschaftler fordern einen täglichen Ablauf von 50 % Sitzen, 25 % Stehen und 25 % Bewegung, was von vielen regelrecht erlernt werden muss. Wie das im Berufsalltag funktionieren kann zeigen Büros, in denen sich schon lange die Schreibtische den Bedürfnissen der Mitarbeiter anpassen lassen, auch eine Folge gesetzlicher Regelungen. In der Produktion gibt es diese momentan noch nicht, aber die werden mit Sicherheit kommen.

Besonders für hochfeste Stähle geeignet

Mit der häufigste Fügeprozess in der industriellen Produktion ist das Schweißen und eine zunehmend wichtiger werdende Variante ist das CD-Schweißen. Beim CD-Schweißen (Capacitor Discharge, auch Impuls- oder KE-Schweißen genannt) fungieren Kondensatorbänke als Speicher, die zwischen den Schweißungen aufgeladen werden. Beim Schweißen werden diese Kondensatoren dann in wenigen Millisekunden über spezielle Transformatoren entladen. Dies erzeugt sehr hohe Ströme, die über die Kontaktgeometrie die Bauteile unter mechanischem Druck verschweißen. Die Vorteile des CD-Schweißens kommen besonders im Automobilbereich zum Tragen mit den immer mehr eingesetzten hoch- und höchstfesten Stahlsorten, die ein Fügeverfahren mit geringer Wärmeeinleitung verlangen um die besonderen Eigenschaften nicht verlieren, die auf einer Kombination harter und weicher Gefügephasen beruhen. Wegen der spezifischen Eigenschaften des CD-Verfahrens, wie der schnelle Stromanstieg, die kurze Schweißzeit und die sehr geringe thermische Belastung der Fügepartner, ist das Verfahren bestens geeignet um diese hochfesten Stähle prozesssicher zu fügen.

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In der Regel arbeiten die Werker hier stehend mit der entsprechenden Belastung ihres Rückens. Die Conntronic Prozess- und Automatisierungstechnik GmbH hat sich nun dieses Problems angenommen und stellt die erste CD-Schweißmaschine vor, die ergonomisch auf den Menschen, seine Haltung und seine Bedürfnisse abgestimmt werden kann. Das innovative Maschinenkonzept ct-ergo wurde zum Patent angemeldet und auf der Euroblech 2014 von den Fachmagazinen MM Maschinenmarkt und Blechnet in der Kategorie Automatisierung als einer von drei Preisträgern mit dem Euroblech-Award 2014 ausgezeichnet. Das neue System bietet darüber hinaus auch soziale Vorteile: so werden weder ältere noch behinderte Mitarbeiter ausgegrenzt, denn alle können an derselben Maschine arbeiten wie die jungen Kollegen.

Das Kreuz mit dem Kreuz

Das „Kreuz mit dem Kreuz“ ist vielfach belegt: Laut einer Studie der Burda-Stiftung fehlt jeder Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt 12,8 Tage wegen Krankheit am Arbeitsplatz. Dieser krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern kostet Deutschlands Unternehmen jährlich 129 Mrd. Euro, wobei Probleme mit dem Rücken und dem Bewegungsapparat in 25 % der Fälle Grund für die Krankschreibung sind. (Quelle live PR, Kur- & Gäste Service Bad Füssing). Laut BAUA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) rechnet man mit durchschnittlich etwa 400 € Ausfallkosten pro Tag. Aber auch wenn der Mitarbeiter anwesend ist, erzeugen Rückenbeschwerden permanent Kosten. Schmerzen reduzieren die Leistungsfähigkeit des Gehirns erheblich und führen zu Konzentrationsmangel, höherer Fehlhäufigkeit und zusätzlichen Arbeitspausen. Außerdem erhöhen Schmerzen auch nicht gerade die Motivation der Mitarbeiter.

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