Internet der Dinge Industrie 4.0 und MES: Revolution oder Evolution?

Autor / Redakteur: Klaus Thiel / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Verglichen mit der Internetrevolution war der Großteil der industriellen Automationssysteme durch hohe Kosten und eingeschränkte Kommunikationstechnik geprägt. Dies ändert sich nun. Hochleistungssysteme unterstützen jetzt sowohl die Echtzeit-Automationswelt als auch die Internet/Cloud-Kommunikation.

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Ein Schritt zu Industrie 4.0: Das Bauteil sendet per RFID seine Daten an die Maschine, damit diese die nächsten Bearbeitungsschritte weiß.
Ein Schritt zu Industrie 4.0: Das Bauteil sendet per RFID seine Daten an die Maschine, damit diese die nächsten Bearbeitungsschritte weiß.
(Bild: Stefanie Michel)

In der IT-Branche ist es üblich, dass alle paar Jahre ein neues Modethema die Runde macht, das im Regelfall bestimmte Verkaufsabsichten von Produkten vorantreiben soll. Es stellt sich bei Industrie 4.0 die Frage, ob es auch da so ist.

Doch die Sachlage ist etwas anders: Industrie 4.0 ist ein Begriff, der Visionen zum Ausdruck bringen soll, weil das „Internet der Dinge“ mit seinen cyber-physischen, eingebetteten Systemen noch am Anfang steht, die Diskussionen zum Teil realistisch, aber auch sehr praxisfern geführt werden. Das gilt besonders, wenn es um die eigentliche Produktion geht.

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Eingebettetes MES für Maschinen

Auf der anderen Seite brauchen bestimmte Organisationen in Deutschland immer wieder ein Thema, um Politiker zu gewinnen, die die Bereitstellung von Fördergeldern vorantreiben. Sehr erfolgreich sind dabei das Fraunhofer-Institut und die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V. (acatech). Speziell letztere ist als Lobbyorganisation unter dem Mantel des Wissenschaftsanspruchs sehr rührig, Fördergelder loszuschlagen.

Auch Industrie 4.0 ist so ein Fall: Fördergelder für realistische, praxisnahe Projekte sind sicherlich wünschenswert, wenn diese Organisationen innovatives, praxisnahes Personal einsetzen. Ich denke hier an die Entwicklung eines generisches, Embedded-Maschinen-MES.

Entscheidend wird sein, dass das Internet der Dinge mit seinen intelligenten Objekten für die Produktionsprozessabläufe einen Nutzenzuwachs im Vergleich zu bisherigen Produktionssteuerungssystemen bringt. Deutschland mit seiner Führungsposition im Maschinenbau könnte mit Steuerungssystemen, die die Möglichkeiten des Einsatzes dezentral agierender Intelligenz in Maschinen nutzen, sicherlich seine Position am Weltmarkt festigen oder ausbauen (Bild 1).

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