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Product Lifecycle Management (PLM)

Ingenieure fordern mehr Transparenz im Projekt

| Autor/ Redakteur: Michael Wendenburg / Stefanie Michel

Nicht CAD- und auch nicht PDM-System – zentrales IT-Werkzeug des Ingenieurs ist das E-Mail-Programm. Damit verbringt er im Schnitt mehr Arbeitszeit als mit der eigentlichen Produktgestaltung. Wie eine Studie zeigt, vermissen Ingenieure vor allem ein leistungsfähiges Projektmanagement.

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Wenn Ingenieure an Projekten zusammenarbeiten, nutzen sie zur Kommunikation hauptsächlich Emails – für nur etwa ein Drittel der Befragten spielt PDM eine wichtige Rolle.
Wenn Ingenieure an Projekten zusammenarbeiten, nutzen sie zur Kommunikation hauptsächlich Emails – für nur etwa ein Drittel der Befragten spielt PDM eine wichtige Rolle.
(Bild: iStockphoto)

In diesem Jahr hat das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK zusammen mit Contact Software und dem VDI die Studie „Kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge“ veröffentlicht. Wesentliche Zielsetzung war es, herauszufinden, wie und mit welchen Werkzeugen die Ingenieure heute arbeiten und wie sich ihr Arbeitsumfeld durch den Einsatz von IT verbessern lässt. Die Studie ergänzt andere empirische Untersuchungen über die kollaborative Produktentwicklung um die oft vernachlässigte Anwenderperspektive: Wo sehen die Ingenieure Defizite und wie stellen sie sich ihren Arbeitsplatz der Zukunft vor? Fragen, die den IT-Herstellern wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung ihrer PDM/PLM-Lösungen liefern.

Aktuelle Bestandaufnahme im Engineering-Umfeld

An der Onlinebefragung nahmen über 1400 Ingenieure teil, womit die Studie eine hervorragende statistische Basis für eine aktuelle Bestandaufnahme im Engineering-Umfeld liefert. Von den Befragten waren 42 % in Führungspositionen (Team-, Abteilungs- oder Geschäftsleitung). Aufgeschlüsselt nach Disziplinen bildeten die Mechaniker zwar noch die stärkste Gruppe, aber der wachsende Software- und Elektronikanteil in den Produkten spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Teilnehmer wider: Fast jeder zweite Ingenieur kam aus den Bereichen Mechatronik, Elektrik/Elektronik, Software oder Steuerungstechnik. Die große Teilnehmerzahl und ihre gleichmäßige Verteilung über das gesamte Spektrum der Fertigungsindustrie erlaubten eine zuverlässige Auswertung der Antworten nach Rollen, Branchen und Unternehmensgrößen.

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Email als zentrales Medium der Kommunikation von Ingenieuren

Ingenieure verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit kommunizierenden beziehungsweise koordinierenden Tätigkeiten und sie kommunizieren schriftlich schwerpunktmäßig über E-Mail. Interne oder sogar externe „soziale Netzwerke“ und Diskussionsforen hält eine deutliche Mehrheit der Befragten dabei für wenig hilfreich. Interessant ist jedoch, dass Ingenieure in mittleren bis großen Unternehmen eher einen Bedarf für Social Media sehen als ihre Kollegen in kleineren Unternehmen. Offensichtlich lehnen sie diese Medien nicht grundsätzlich ab, sind sich aber der Tatsache bewusst, dass ihre Nutzung eine kritische Masse an Anwendern erfordert.

Während E-Mail und Office-Anwendungen für die überwiegende Mehrheit der Ingenieure eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben, spielt das Produktdatenmanagement (PDM) nur für 36 % von ihnen eine so wichtige Rolle. Dabei sind E-Mail und PDM für die Automobilingenieure wichtiger als für ihre Kollegen in anderen Branchen, während beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau den CAx-Werkzeugen eine höhere Bedeutung beigemessen wird. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass in dieser Branche noch nicht so viel Entwicklungsleistung extern vergeben wird wie im Automobilbau.

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