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Günstiger gecheckt Innovation! Die Rundlaufmessung wird einfacher und flexibler!

Redakteur: Peter Königsreuther

Eine neue Art der Rundlaufprüfung spart den Weg über teure Koordinatenmessmaschinen (KMM) oder relativ unpräzise Messuhren als günstigere Alternative. Und so geht das Ganze...

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Das portable Rundlauf-/Runout-Prüfsystem namens RO 7000 der Hofmann Mess- und Auswuchttechnik im Einsatz. Es ist dazu universell anwendbar und einfach zu handhaben, heißt es.
Das portable Rundlauf-/Runout-Prüfsystem namens RO 7000 der Hofmann Mess- und Auswuchttechnik im Einsatz. Es ist dazu universell anwendbar und einfach zu handhaben, heißt es.
(Bild: Hofmann)

Einen völlig anderen Weg in Sachen Rundlaufmessung schlägt jetzt nämlich die Hofmann Mess- und Auswuchttechnik GmbH & Co. KG ein. Und zwar mit dem portablen Rundlauf-/Runout-Prüfsystem RO 7000. Damit sollen fehlerfreie Rund- und Planlaufmessung in KMM-Qualität zu einem Bruchteil des Budgets möglich werden. Der Schlüssel für diesen Vorteil ist die integrierte Rundlaufmess-Software. Sie berechnet den vom rotierenden Objekt selbst verursachten Messfehler voraus und kompensiert das Ergebnis, heißt es dazu. Die Entwickler des RO 7000 aus Pfungstadt sind überzeugt, dass egal, ob der Rundlauf einfacher Achsen und Rotoren oder der von großen Wellen für Elektromotoren geprüft werden soll, das RO 7000 das Ganze einfacher und dennoch hochpräzise erledigen kann. Im Prinzip liege für diesen Messzweck jetzt eine völlig neue Systemklasse vor.

Die einfacheren Rundlaufprüfungen haben ihre Tücken...

Bei den Rundlaufprüfungen in einfachen Vorrichtungen werden die Messobjekte meist auf Rollen gelagert und von Hand gedreht. Systematische Messfehler sind auf diesem Weg kaum auszuschließen, sagt Hofmann. So erzeuge die Rundlaufabweichung des Teils selbst auf der Rotoraufnahme eine Bewegung der Teileachse. Diese Bewegung überlagert sich dem Rundlauf und sorgt für eine Abweichung der ermittelten Werte um durchschnittlich den Faktor zwei vom tatsächlichen Messwert, heißt es weiter. Ein zweiter Nachteil der einfacheren Rundlauf-Prüfvorrichtungen ist, dass in der Regel keine Möglichkeit besteht, um ein Messprotokoll zu erstellen. Eine Rückverfolgung oder lückenlose Dokumentation im Rahmen eines Qualitätssicherungsprozesses – eine oft geforderte Leistung – ist damit nicht möglich.

Präzise, aber teure und begrenzt einsetzbare Koordinatenmessmethode

Koordinatenmessmaschinen sind zwar in Sachen Präzision das Maß der Dinge, denn sie vermeiden die beschriebenen Messfehler, weil die Messobjekte hier absolut still stehen. Und als weiterer Vorteil ist die digitale Messwerterfassung und -verarbeitung zu sehen, denn so ist über die erhaltenen Messprotokolle eine eindeutige Rückführbarkeit gegeben. Doch diese Vorteile erkauft man sich mit einem deutlich höheren Preis, merkt Hofmann an. Denn in der Regel liege das Niveau der Investitionen in eine Koordinatenmessmaschine im 6-stelligen Bereich. Und: Aufgrund ihrer Empfindlichkeit sollte eine KMM in klimatisierten, also teuren Räumen stehen und ihre Bedienung speziell ausgebildeten Mitarbeiter überlassen werden. Wegen relativ geringen Maschinenstabilität und aus wirtschaftlichen Aspekten heraus ist auch die Größe der Objekte, die damit gemessen werden können, begrenzt.

Mit PC, Sofware und Magnethalterungen zu hoher Messpräzision

Das portable Rundlauf-/Runout-Prüfsystem RO 7000 von Hofmann Mess- und Auswuchttechnik sorgt nun für fehlerfreie Rundlauf- und Planlaufmessungen zu deutlich geringeren Kosten als eine KMM. Das System wird als aus Rundlaufsensoren bestehend beschrieben, die mit üblichen Magnetständern respektive Sensorhalterungen gegenüber dem zu prüfenden Teil gehalten werden. Hinzu kommt eine Messelektronik, die mit einem PC kommuniziert. Über die Mess-Software lässt sich die Messaufgabe am PC parametrieren, heißt es weiter. Die Messdaten der Messelektronik werden natürlich digital verarbeitet, analysiert und auf dem Monitor grafisch dargestellt.

Im Rahmen des RO 7000 wird die Mess-Software Orbistar genutzt. Hier ein Blick auf damit erfasste Messwerte. Das System arbeitet diese grafisch auf und kann Messprotokolle erzeugen, sagt der Hersteller.
Im Rahmen des RO 7000 wird die Mess-Software Orbistar genutzt. Hier ein Blick auf damit erfasste Messwerte. Das System arbeitet diese grafisch auf und kann Messprotokolle erzeugen, sagt der Hersteller.
(Bild: Hofmann)

Außer dem Rundlauf selbst, liefert das RO 7000 auch fehlerfreie Werte des Rundlaufprofils. Ist der Rundlauf an den Lagerstellen und damit die Bewegung der Wellenachse bekannt, ist es nämlich möglich, den Rundlauf auch an weiteren Axialpositionen eines Drehteils oder Rotors zu messen und damit auch dessen Zylindrizität, erklären die Experten.

Eine weitere Eigenschaft des RO 7000 ist sein Fähigkeit, den sogenannten elektrischen Runout zu messen. Dies ist ein wichtiger Wert für die Schwingungsüberwachung von schnelllaufenden Wellen aus Turbinen, Kompressoren oder elektrischen Maschinen mit Wirbelstromaufnehmern. Der elektrische Runout wird etwa durch Restmagnetismus im Wellenmaterial verursacht und überlagert sich dem eigentlichen Rundlaufprofil zum totalen Runout. Aus der gleichzeitigen Messung des Rundlaufs mit einem berührenden taktilen Sensor (Messtaster) für den mechanischen Runout und einem Wirbelstromaufnehmer für den totalen Runout ermittelt RO 7000 den elektrischen Runout.

Was lernen wir daraus?...

Das portable Hofmann Rundlauf-/Runout-Prüfsystem RO 7000 richtet sich an diejenigen, die zwar genaue Rundlaufmessungen durchführen wollen, dazu aber die hohen Investitionen in eine Koordinatenmessmaschine scheuen. Auch wer präzise Messungen an großen Rotoren vornehmen will, die die Kapazität normaler KMM übersteigen, findet mit dem Messsystem RO 7000 eine hervorragende, kostengünstige Alternative. Das gilt sowohl für Hersteller als auch für Service- und Reparaturbetriebe.

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