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Ressourceneffizienz Innovationsallianz ebnet den Weg zur ultraeffizienten Fabrik

| Redakteur: Claudia Otto

Von der Vision zum Wettbewerbsvorteil – unter dieser Überschrift wurden Ende Februar Ergebnisse der Innovationsallianz Green Carbody Technologies Innocat vorgestellt. Ein idealer Rahmen, um über Strategien für eine ressourceneffiziente Produktion und die ultraeffiziente Fabrik zu diskutieren.

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Im Rahmen der Innovationsallianz wurde in fünf Verbundprojekten entlang der gesamten Prozess- und Wertschöpfungskette des Karosseriebaus geforscht.
Im Rahmen der Innovationsallianz wurde in fünf Verbundprojekten entlang der gesamten Prozess- und Wertschöpfungskette des Karosseriebaus geforscht.
(Bild: Fraunhofer-IWU)

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Produktion. Aber wie sieht der Weg zur Green Economy aus? Diese Frage richtete Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), an die knapp 200 Teilnehmer, die am 27. Februar zum 3. Kongress Ressourceneffiziente Produktion nach Leipzig gekommen waren. „Wir müssen Nachhaltigkeit durch Wachstum erzeugen“, erläuterte Bauernhansl, der neben dem Fraunhofer-IPA das Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF an der Universität Stuttgart sowie das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EPP an der Universität Stuttgart leitet.

Produktion der Zukunft ist ganzheitlich

Die Produktion der Zukunft wird nach Meinung des Experten ganzheiltich gestaltet und bewertet werden, dabei werde die bisherige reine Effizienzstrategie künftig von einer neuen Effektivitätsstrategie flankiert. Die Nachhaltigkeit solle als Treiber der Markt- und Ressourcenstrategie funktionieren. Effizienz und Effektivität statt Verzicht seien dabei der Weg. Das Ziel ist laut Bauernhansl die ultraeffiziente Fabrik, die das Richtige mit dem Richtigen verbindet. Die Formel dafür laute: Effektivität x Effizienz = Ultraeffizienz.

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Faktoren seien die effektive Nutzung von Energie in der Industrie mit ganzheitlichen Konzepten als Basis der energieautarken Fabrik. Auch neue Methoden zur Energieeinsatzoptimierung und Zero-Waste-Maschinensysteme sowie neue effektive Verfahrenskombinationen und ein Recycling von Elektroschrott gehörten dazu. Eine Wende auch der dispositiven Faktoren hin zu dezentralen, transparenten und selbstorganisierenden Systemen bringe diese Idee zu den Menschen.

Technologiesprünge im Maschinenbau rechtzeitig einleiten

„Der Paradigmenwechsel der Produktionsfaktoren erfasst alle Märkte und Branchen“, betonte Bauernhansl. Die bisherigen Ansätze reichten zur Entkopplung des Wachstums vom Ressourcenverbrauch nicht aus. Effizienztechnologien müssten Effektivitätstechnologien finanzieren, wobei die Informations- und Kommunikationstechnik als Enabler wirke. Das Konzept der Ultraeffizienzfabrik könne als Ordnungsrahmen zur Umsetzung dienen. „Der Maschinenbau muss nun die aktuellen Kerntechnologien neu bewerten und Technologiesprünge rechtzeitig einleiten“, erklärte Bauernhansl. Neu entstehende Systeme könnten nur interdisziplinär entwickelt werden und führten zu neuen Markt- und Wettbewerbssituationen. „Wir können Ressourcenverbrauch und Wachstum entkoppeln“, sagte Bauernhansl. Die Energiewende sei die Nagelprobe.

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