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Ressourceneffizienz Innovationsallianz erschließt Einsparpotenziale im Karosseriebau

| Autor / Redakteur: Matthias Putz / Claudia Otto

Während vor 100 Jahren die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gütern das Zeitalter der Massenproduktion einleitete, beeinflussen heute sogenannte Megatrends die Entwicklung der industriellen Produktion. Vor allem der Automobilbau als einer der wichtigsten Industriezweige Deutschlands steht vor einem Paradigmenwechsel.

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Neu entwickelte Bauteil- und Fertigungskonzepte steigern den Materialausnutzungsgrad im Presswerk.
Neu entwickelte Bauteil- und Fertigungskonzepte steigern den Materialausnutzungsgrad im Presswerk.
(Bild: Fraunhofer-IWU)

Die Minimierung von Energie- und Rohstoffverbrauch wird in den kommenden Jahren zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Davon ist Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, überzeugt. Ressourceneffizienz sei für die produzierende Industrie der einzig gangbare Weg, um der Kostenspirale zu entkommen. Künftig müssten wir aus viel weniger viel mehr machen.

Ganzheitliche Analyse und Optimierung der Karosseriefertigung

Es sei ein Paradigmenwechsel notwendig: Statt maximaler Gewinn bei minimalem Kapitaleinsatz müsse künftig gelten: maximale Wertschöpfung bei minimalem Ressourcenverbrauch und gleichzeitig optimalem Gewinn. Aber mit wie viel Einsparung an Energie und Ressourcen wird sich zukünftig die Produktion gestalten, werden sich wettbewerbsfähige Produkte nachhaltig fertigen lassen? Und wie gelingt es besser, Energie- und Ressourceneffizienz schon effizienter in die Produktionsplanung einzubringen und in der realen Fertigung mittels modernen Energiemanagements zu steuern?

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Vor dem Hintergrund dieser für die Produktionstechnik so zentralen Fragen startete im Jahr 2010 mit mehr als 60 Partnern aus Industrie und Forschung sowie gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF die Innovationsallianz Green Carbody Technologies (Innocat). Koordiniert durch das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und den Leadingpartner Volkswagen, wurden in 30 Teilprojekten innovative Lösungskonzepte für eine ressourceneffizientere Produktion erarbeitet.

Im Fokus der gemeinsamen Forschungsbemühungen stand die ganzheitliche Analyse und Optimierung eines der Kernprozesse der Automobilproduktion: die Karosseriefertigung. Die Verbundforschung spannte inhaltlich den Bogen vom Werkzeugbau über das Presswerk und den Karosseriebau bis hin zur Lackierung der Rohkarosse. Ende Februar wurde eine erste Auswertung der vielen Teilergebnisse zum 3. Kongress Ressourceneffiziente Produktion in Leipzig der Öffentlichkeit vorgestellt.

Senkung des Elektroenergieverbrauchs in den Maschinensystemen im Fokus

Im Themenfeld des Presswerks standen insbesondere die Materialeinsparung am Bauteil und die Senkung des Elektroenergieverbrauchs in den Maschinensystemen der Umformtechnik im Zentrum der Betrachtungen. Im Themenfeld des Werkzeugbaus hatten vor allem die Verkürzung der Bearbeitungszeit bei der Herstellung von Umformwerkzeugen, Themen der Bilanzierung sowie Fragen der Erhöhung der Lebensdauer von Umformwerkzeugen Relevanz. Wesentlicher Aspekt im Themenfeld des Karosseriebaus war die Reduzierung von nicht wertschöpfenden Stand-by-Zeiten der Anlagen und die Entwicklung innovativer Karosseriebausysteme und -komponenten.

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