Mapal Innovationstreiber der Werkzeugtechnik

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Mit einem starken Fokus auf die Feinbearbeitung von Bohrungen treibt Mapal die Werkzeugtechnik voran. Über neuere Entwicklungen befragten wir Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung der Mapal Dr. Kress KG in Aalen.

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Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung der Mapal Dr. Kress KG in Aalen: „Bei der neuen Werkzeug-Schnittstelle Torque Transfer System handelt es sich um eine leistungsfähige und flexible Schnittstelle mit einfacher Handhabung.
Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung der Mapal Dr. Kress KG in Aalen: „Bei der neuen Werkzeug-Schnittstelle Torque Transfer System handelt es sich um eine leistungsfähige und flexible Schnittstelle mit einfacher Handhabung.
( Archiv: Vogel Business Media )

MM: Herr Dr. Kress, Mapal entwickelte die neue Werkzeug-Schnittstelle Torque Transfer System, kurz TTS genannt. Welche Vorteile bietet diese Schnittstelle?

Kress: Die Werkzeug-Schnittstelle TTS zeichnet sich durch vier Eigenschaften aus. Die Schnittstelle ist axial angeordnet, so dass ein kompletter Hartmetallkopf und nicht nur ein Segment montiert werden kann. Zusätzlich überträgt die Schnittstelle ein hohes Drehmoment und weist einen sehr guten Rundlauf auf. Auch das Handling überzeugt. Das bietet für den Anwender mehrere Vorteile wie am Beispiel des Wechselkopf-Bohrers TTD deutlich wird. Zum einen erreicht man sehr hohe Schnittwerte, die denen von Vollhartmetallbohrern entsprechen oder diese sogar teilweise übertreffen. Es besteht eine große Flexibilität in der Werkzeuggestaltung, beispielsweise weist der Wechselkopf-Bohrer TTD vier Führungsfasen auf. Auch Sondergeometrien wie Kugelbohrer oder Fräser auf Basis der TTS-Schnittstelle sind möglich. Insgesamt handelte es sich beim neuen Torque Transfer System um eine leistungsfähige und flexible Schnittstelle mit einfacher Handhabung.

MM: Welchen Stellenwert haben mittlerweile mechatronische Werkzeuge in der Fertigung?

Kress: Aus unserer Sicht haben mechatronische Werkzeugsysteme mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert. Es gab im Rahmen des Projekts Accomat unter dem Stichwort „Intelligente Werkzeuge“ eine regelrechte Euphorie um dieses Thema. Darauf folgte jedoch eine Phase der Ernüchterung. Mittlerweile stellen wir jedoch ein stark steigendes Kundeninteresse fest, wie an der Anzahl der Anfragen und Aufträge abzulesen ist. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich mehr und mehr Hersteller diesem Thema widmen. Der Grund ist, dass die mechatronischen Systeme wie beispielsweise die Tooltronic von Mapal den heutigen Anforderungen an die Fertigungstechnik entsprechen, nämlich eine hohe Flexibilität, die Möglichkeit zur Prozessregelung und sehr hohe Genauigkeiten.

MM: Das jüngste Kompetenzfeld von Mapal ist das Drehen, mit Schwerpunkt Hartdrehen. Wo sehen Sie die Stärken von Mapal in diesem Bereich?

Kress: Das Drehen mit PCBN-Schneiden ist in der Tat ein Feld, dem wir uns verstärkt widmen. Unsere Stärken sehen wir in der großen Erfahrung mit PCBN-Schneidstoffen. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigen wir uns mit diesem Schneidstoff, schwerpunktmäßig natürlich beim Reiben, beim Fräsen, aber seit vielen Jahren auch beim Drehen. Durch diese vielfältigen Erfahrungen haben wir uns ein breites Wissen bezüglich der Auswahl der richtigen Sorte und der Kantenpräparationen angeeignet. Wir haben uns auch intensiv mit der Gestaltung des Schneidenträgers beschäftigt. Die Schneidenklemmung und die Stabilität des Halters haben nämlich einen erheblichen Einfluss auf die Standzeit. In dieser Beziehung kommt uns sicherlich zugute, dass wir es vom Reiben gewohnt sind, das Gesamtsystem und nicht nur die Schneide zu betrachten.

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