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Strothmann Innovativer Feeder für Pressenlinien senkt Produktionskosten

| Autor / Redakteur: Dietmar Kay / M.A. Frauke Finus

Ein Feeder, der mehr kann als nur Pressen zu be- und entladen: Eine Innovation der Strothmann Machines & Handling GmbH kann außerdem Platinen zentrieren und Teile orientiert ablegen. Dadurch werden in Pressenlinien die Kosten und der Platzbedarf deutlich verringert.

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Der Feeder Plus 6 neo mit seinen Hauptachsen.
Der Feeder Plus 6 neo mit seinen Hauptachsen.
(Bild: Strothmann)

Ausgangspunkt für den Feeder Plus 6 neo von Strothmann war der Feeder Plus 6, der seit 10 Jahren in insgesamt 11 Pressenlinien erfolgreich im Einsatz ist. Mit der Weiterentwicklung wurde der Feeder an die aktuellen Anforderungen in modernen Presswerken angepasst. Der Feeder ist auf maximal 16 Teile/min ausgelegt. Durch eine geschickte Kombination von modernster Mechanik und hochentwickelter Software übernimmt der Feeder zusätzliche Funktionen im FoL und EoL, die in herkömmlichen Linien teure und platzraubende Zusatzkomponenten erfordern.

Geeignet für Neuanlagen und auch Retrofit

Durch die kompakte Bauform mit Teleskopachsen beträgt der minimale Pressenmittenabstand 5200 mm. Bei größeren Pressenabständen wird die Y-Achse um 90° in Durchlaufrichtung gedreht. Durch dieses modulare Prinzip kann der Feeder sowohl in neuen Pressenlinien als auch für Retrofits eingesetzt werden. Der Feeder ist für alle Arten von Pressen geeignet (mechanische, hydraulische, servomechanische Pressen).

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Die Bewegungen der vertikalen Drehachsen (C1-Achse, C2-Achse) sind gegenläufig synchronisiert, sodass in Verbindung mit den anderen Achsen das Bauteil auf einer Geraden zwischen den Pressen zeit- und energieoptimal transportiert wird. Besondere Innovation von Strothmann: Beide Drehachsen können auch unabhängig voneinander arbeiten. Dadurch kann der Feeder zusätzliche Funktionen ausführen.

Besondere Funktion im FoL: Zentrieren

Im Platinenlader wird die Fehllage der Platine durch eine Kamera erkannt und durch den Beladefeeder der ersten Presse automatisch kompensiert. Dieses erfolgt mit bis zu 16 Hub/min sowohl für Einzelplatinen als auch für Zweifach-Platinen. Bei Zweifach-Platinen nimmt der Feeder zunächst eine Platine auf, korrigiert deren Lage gleichzeitig in drei Achsen, und führt dann denselben Korrekturprozeß mit der anderen Platine durch. Der Feeder übernimmt also eine Zusatzfunktion, für die sonst ein erheblicher technischer Aufwand betrieben werden muß. Beispielsweise Zentrierroboter inkl. notwendigem Toolingwechsel, oder andere mehrachsige Zentriervorrichtungen. Die Zentrierung durch den Feeder spart dadurch erhebliche Kosten, reduziert die Toolinganzahl und verringert den Platzbedarf im FoL.

Im EoL kann der Feeder dank der unabhängigen Drehachsen ein Einzelteil um ± 90° gedreht wechselweise auf die Auslaufbänder ablegen. Herkömmliche Pressenlinien benötigen dafür entweder zwei Orientierungsroboter, ein Shuttle und drei Toolingwechselvorrichtungen oder andere technisch aufwendige Lösungen. Ergebnis: Deutlich geringere Investitionen und weniger Platzbedarf (etwa 7 m in der Länge).

Toolingwechsel erfolgt voll automatisch

Der Toolingwechsel erfolgt vollautomatisch mittels eines Toolingwechselwagens, der in die Lücke zwischen den Pressen einfährt. Der Wagen ist mit einer Drehvorrichtung ausgerüstet, die zwei Toolings aufnehmen kann. Dadurch wird im Gegensatz zu anderen Lösungen pro Lücke nur ein Wagen benötigt, was Kosten und Platz spart. Außerdem fährt der Wagen immer auf jene Seite, zu der auch die Pressentische ausfahren. Dadurch bleibt die andere Pressenseite stets vollständig frei.

Für die Optimierung der Ausbringungsleistung bietet Strothmann die Software Stro Con PL an. Diese verfügt jeweils über eine Schnittstelle zur Feedersteuerung und zur Simulationssoftware PLS der Firma Siemens. Auf der Basis eines kinematisierten 3D-Modells der Pressenlinie inklusive Feedern sowie von 3D-Daten des Werkzeugsatzes, der Toolings und der Bauteile lassen sich in Optimierungsschleifen die Bewegungskurven der Feeder und der Pressen so aufeinander abstimmen, dass ein optimales Ergebnis erreicht wird. Die optimierten Daten werden direkt an die Feedersteuerung übergeben. Gegenüber einer langwierigen, rein manuellen und auf dem Erfahrungsschatz der Bediener basierenden Optimierung ist die software-basierte Offline-Lösung deutlich schneller. Dadurch wird die Stillstandszeit der Pressenlinie reduziert. Außerdem führt die Optimierung vielfach zu deutlichen Erhöhungen der Ausbringungsleistung.

Beide B-Achsen bestehen aus einem leichten und sehr steifen Carbonbalken. Dadurch wurde das Gewicht um 60 % gegenüber einer Aluminiumkonstruktion gesenkt. Trotz der Kompaktheit sind die Antriebe für die Y-Achse geschützt im Balken integriert. Weiterer Vorteil: Die dynamischen Eigenschaften des Feeder Plus 6 neo wurden weiter verbessert.

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