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Leichtbau Internationales Netzwerk

| Redakteur: Beate Christmann

Im Bundesexzellenzcluster Merge der Technischen Universität Chemnitz arbeiten rund 100 Forscher an einer Technologiefusion multifunktionaler Leichtbaustrukturen. Um die internationale Vernetzung des Projekts auszubauen, wird es nun durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel ist die Gründung einer Europäischen Allianz im Leichtbau (ELCA).

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Merge-Koordinator Prof. Dr. Lothar Kroll (l.) erläutert im Merge-Technologiezentrum an der TU Chemniz Partnern aus Polen, in welchen Größenordnungen Bauteile „in einem Schuss“ gefertigt werden können.
Merge-Koordinator Prof. Dr. Lothar Kroll (l.) erläutert im Merge-Technologiezentrum an der TU Chemniz Partnern aus Polen, in welchen Größenordnungen Bauteile „in einem Schuss“ gefertigt werden können.
(Bild: TU Chemniz/Sven Gleisberg)

Geballtes Wissen: Mehr als 400 Partner in Wissenschaft und Wirtschaft rund um das Thema Leichtbau aus Polen, Tschechien, Spanien, Italien, Deutschland und den Niederlanden sind bereits miteinander verbunden. In den vergangenen zehn Monaten wurde federführend von der Technischen Universität Chemnitz ein europaweit wettbewerbsfähiges Netzwerk gebildet. „Dieses Netzwerk dient dem Wissens- und Informationsaustausch, schafft Synergien und hilft dabei, neue Forschungsfelder und Märkte auf dem Gebiet der Leichtbautechnologien zu erschließen“, erläutert der Koordinator des Bundesexzellenzclusters Merge, Prof. Dr. Lothar Kroll.

Interdisziplinärer Ansatz in Kooperation mit Wissenschaft und Wirtschaft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt im Rahmen der Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ die internationale Vernetzung von Merge. „Er ist der einzige der 43 Exzellenzcluster aus der Bundesexzellenzinitiative in Deutschland, dessen Internationalisierung auf diesem Weg gefördert wird“, zeigt sich Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemniz, stolz. „Der interdisziplinäre Ansatz mit einer Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft begründet in der deutschen Clusterlandschaft ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Schlüsseltechnologie Leichtbau“, erklärt Kroll.

Gründung einer europäischen Allianz im Leichtbau

Nun wollen die Chemnitzer noch einen Schritt weitergehen und gemeinsam mit sechs anderen Forschungsverbünden eine Europäische Allianz im Leichtbau (ELCA) gründen. „Diese Allianz vereint in der Startphase Verbünde mit mehr als 1.000 europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet des Leichtbaus im Bereich der Mobilität und des Transports“, berichtet Kroll. Die Partner dieser Allianz kommen aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Deutschland. Die Projektkoordination übernehmen erneut die Chemnitzer Wissenschaftler.

„Wer heute an einer nachhaltigen Entwicklung des Leichtbaus interessiert ist und international wettbewerbsfähig sein will, muss in länderübergreifenden Netzwerkstrukturen denken“, versichert Kroll. „Bei der großen Vielfalt der im Leichtbau verwendeten Materialien, Strukturen und Technologien sowie deren Anwendungen sind die enge interdisziplinäre Kooperation und der internationale Wissenstransfer Voraussetzung für ein erfolgreiches Agieren von Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Wettbewerb“, ergänzt der Merge-Koordinator.

Bundesexzellenzcluster Merge

In diesem bundesweit einzigartigen Projekt arbeiten seit 2012 etwa 100 Wissenschaftler und Techniker an einer Technologiefusion multifunktionaler Leichtbaustrukturen. Ziel ist es, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen und mit Sensorik und Aktorik auszustatten. Mehrkomponentenbauteile können dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden. Im Bundesexzellenzcluster sind auch Großunternehmen und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eingebunden, die komplementär die Wertschöpfungskette „Vom Werkstoff zur Leichtbaustruktur“ abbilden. Die Projektergebnisse des Clusters bedienen führende Märkte der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, des Maschinenbaus und der Mikrosystemtechnik.

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