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Rundschliff der nächsten Dimension Keramische Spezialbindung macht das Rundschleifen oft günstiger

| Redakteur: Peter Königsreuther

Dass die bisherigen Grenzen beim Außen- und Innenrundschleifen von Motoren- und Getriebeteilen nicht das „Ende vom Lied“ bedeuten, beweisen neu entwickelte CBN-Schleifwerkzeuge mit besonders homogener Schleifkornverteilung.

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Auswahl aus dem Sortiment der Vitron7-Schleifscheibenvarianten, die Norton Winter anbieten kann. Bis zu 30 % produktiver kann man beim Außen- und Innenrundschleifen damit werden, wie Saint-Gobain Abrasives betont.
Auswahl aus dem Sortiment der Vitron7-Schleifscheibenvarianten, die Norton Winter anbieten kann. Bis zu 30 % produktiver kann man beim Außen- und Innenrundschleifen damit werden, wie Saint-Gobain Abrasives betont.
(Bild: Saint-Gobain)

CBN-Schleifwerkzeuge mit keramischen Bindungen haben laut Saint-Gobain Diamantwerkzeuge viele Vorteile, die sie besonders für das automatisierte Präzisionsschleifen empfehlenswert machen. Anwendungen fänden sich etwa in der Automobil-, Verzahnungs-, Turbinen-, Getriebe- und Wälzlagerindustrie. Leistungserhöhend wirkt sich beispielsweise die poröse Bindungsstruktur aus, die das Kühlschmiermittel (KSS) schnell in die Schleifzone führt, dort die Festkörperreibung reduziert und im Endeffekt die Wärmeentstehung beim Schleifen vermindert, so das Unternehmen.

Jörg Rucker, Product Manager Vitrified Bonds Europe bei Saint-Gobain Abrasives erklärt: „Die positiven Eigenschaften des keramischen Bindungssystems mit ihrem kühlen Schliff sind ein Teil der Schleifscheibenperformance. Ihre Schnittfähigkeit ist ein weiterer zentraler Schlüssel zur Leistungs- und Qualitätssteigerung.“ Das zahle sich unter anderem beim Außenrundschleifen von Nocken- und Kurbelwellen oder beim Innenrundschleifen von Bohrungen sowie Kugellaufbahnen aus. Man hat, wie Rucker anmerkt, mit der Vitron7 von Norton Winter, die auf der letzten EMO ihre Premiere feierte, dafür genau das Richtige in petto.

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Der abrasive Nebenzeitenschreck

Dem Hersteller ist es nämlich gelungen, dei CBN-Schleifkörner bei der Fertigung des Schleifwerkzeugs noch gleichmäßiger im Schleifbelag zu verteilen, betont Rucker. Der Vorteil sei, dass es so zu keiner örtlichen Überlastung von einigen wenigen Schleifkörnern kommen könne. Gleichzeitig nutzten sich die Schleifpartikel gleichmäßiger ab. Außerdem sitzen sie fester in der Matrix und halten so länger durch, ergänzt der Produktmanager. Bei vielen Schleifaufgaben sollen dem Anwender deshalb durchaus rund 30 % höhere Standzeiten winken, weil sich die Zeit bis zum nächsten Abrichten verlängere.

Nicht zuletzt arbeiten die Vitron7-Schleifscheiben prozesssicherer und präziser, heißt es weiter. Weil insgesamt kühler geschliffen werden könne, gebiete man der Temperaturüberlastung und auch Brandgefahr Einhalt und erhöhe dabei die Produktqualität. Der Anwender erreicht somit eine höhere Produktivität als mit herkömmlichen CBN-Schleifscheiben, weil sich das Zeitspanvolumen vergrößert und damit kürzere Bearbeitungszeiten pro Bauteil machbar sind.

Praxisbeispiele beweisen 30-%-Produktivitätserhöhung

Anschaulich werden die Vorteile der Arbeit mit den Vitron7-CBN-Schleifwerkzeugen bei folgenden Beispielen. So etwa beim Kurbelwellenschleifen (Schrägeinstechschleifen, Wellenzapfen, Schnittgeschwindigkeit vc = 110 m/s). Das Ergebnis: Im Vergleich zu einer Standardspezifikation mit einem Abrichtintervall von 100 Teilen (Abrichtkriterium = Radienverschleiß) erhöhte die Vitron7-Spezifikation das Abrichtintervall auf 132 Teile (30 %).

Und beim Einstechschleifen für die Produktion des Hauptlagers einer Kurbelwelle (Schnittgeschwindigkeit vc = 62 m/s) erhöht das Vitron7-Tool bezogen auf ein Vergleichswerkzeug mit einem Abrichtintervall von 54 Teilen (Abrichtkriterium = Brand) das Abrichtintervall auf 71 Teile (wieder 30 %), beim Innenrundschleifen von Hydrostößeln (Schnittgeschwindigkeit vc = 25 m/s) von 38 Teilen (Abrichtkriterium = Zylindrizität) auf 52 Teile (auch ein Plus von 30 %).

Leichtere und größere Werkzeuge sind machbar

Alle Vitron7-Außenrund-Schleifscheiben seien auch mit dem Carbonforce-Grundkörper von Norton Winter lieferbar. Das leichte CFK-Trägermaterial biete die Sicherheit und Leistung einer herkömmlichen superabrasiven Präzisionsschleifscheibe, ohne dabei den Gewichtsnachteil einer bis zu 75 % schwereren Schleifscheibe mit Stahlgrundkörper in Kauf nehmen zu müssen.

Die Kombination der Vitron7 mit Carbonforce gilt als echtes Powerpaket im Vergleich zu den üblichen Schleiftools mit Stahlgrundkörpern. Denn mit diesem Aufbau könnten wesentlich größere und deutlich leichtere Schleifwerkzeuge respektive Mehrspurscheiben hergestellt werden. Mit diesen kann der Anwender simultan mehrere und dabei relativ große Oberflächen mit hohen Schleifgeschwindigkeiten unter niedrigem Schleifdruck sehr wirtschaftlich bearbeiten, erklärt Saint-Gobain Abrasives. MM

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