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CO2-Ausstoß

Klimaneutralität wird für die Industrie zur Schicksalsfrage

| Redakteur: B.A. Sebastian Hofmann

In den kommenden Jahren müssen Stahl- und Chemiebetriebe mehr als die Hälfte ihrer energieintensiven Anlagen modernisieren. Trotzdem schrecken viele vor Neuinvestitionen zurück – warum, das zeigt eine Studie des Wuppertal Instituts und des Thinktank Agora.

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Die Grundstoffindustrie steht für ein Fünftel des CO­2­-Ausstoßes in Deutschland. Bis 2050 muss sie ihre Emissionen um knapp 180 Mio. t CO­2­­ senken.
Die Grundstoffindustrie steht für ein Fünftel des CO­2­-Ausstoßes in Deutschland. Bis 2050 muss sie ihre Emissionen um knapp 180 Mio. t CO­2­­ senken.
(Bild: ©TTstudio - stock.adobe.com)

Mit einer Lebensdauer von mehr als 50 Jahren würden neue Systeme nämlich noch bis weit nach 2050 Treibhausgase freisetzen. Die Bundesregierung hat allerdings festgelegt, bis zu diesem Jahr klimaneutral zu sein. Den Betrieben fehlen staatliche Zusicherungen, ihre Anlagen auch danach noch betreiben zu dürfen.

Ohne staatliche Rahmenbedingungen könne es zu einem Investitionsstau in der Branche kommen, warnt die Studie. „Dabei muss die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im Auge behalten werden“, unterstreicht Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts. Es nütze niemandem, wenn Deutschland zwar grün werde, dabei aber auf dem Weltmarkt die gute Wettbewerbsposition verliere und Unternehmen ins Ausland abwanderten.

„Die Industrie steht in den Startlöchern, die Herausforderung Klimaschutz offen anzugehen“, resümieren die Forscher. So gebe es bereits jetzt zahlreiche Pilotprojekte zu nachhaltigen Produktionstechnologien – es mangle in vielen Fällen aber noch an der Wirtschaftlichkeit. Etwa die Elektrifizierung oder die wasserstoffbasierte Fertigung müssten nun auf industriellen Maßstab skaliert werden.

Als Leitfaden für Verantwortliche in der Politik formuliert die Studie ein Programm aus sieben Sofortmaßnahmen. Darunter die staatliche Förderung klimafreundlicher Produktionsverfahren, das Eintreten für einen globalen CO2-Preis sowie die Einführung einer Klima-Umlage auf Endprodukte wie Stahl, Aluminium, Zement und Plastik. Aktuell steht die Grundstoffindustrie für knapp 20 % der deutschen CO2-Emissionen. Bis 2050 müsste sie ihren Ausstoß um 180 Mio. t CO2 reduzieren.

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