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Knickarm-Roboter lackieren komplexe Bauteile mit dreidimensionaler Struktur

| Autor/ Redakteur: Josef Kraus / Jürgen Schreier

Die Einsatzmöglichkeiten von Knickarm-Robotern in Lackieranlagen und die Trends bei der Automatisierung industrieller Lackierprozesse erläutert im MM-Exklusiv-Interview Ralph Meier, Leiter Forschung & Entwicklung des Bereichs Roboter & Applikation bei der Eisenmann AG in Böblingen.

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Der Vario-Robot im praktischen Lackiereinsatz in der Automobilindustrie. Bild: Eisenmann
Der Vario-Robot im praktischen Lackiereinsatz in der Automobilindustrie. Bild: Eisenmann
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Meier, welche Voraussetzungen müssen im Rahmen eines Kundenprojekts vorhanden sein, damit Sie bei einer Lackieranlage eine Applikationstechnik mit Knickarm-Roboter empfehlen?

Meier: Bei den zu lackierenden Objekten sollte es sich um komplexe Bauteile mit einer deutlichen dreidimensionalen Struktur handeln.

In welchen Branchen finden Sie diese Voraussetzungen am ehesten?

Meier: Meist im Bereich der Automobilhersteller oder Automobilzulieferer.

Welche Anpassungen sind beim Knickarm-Roboter erforderlich, damit er das Teilehandling problemlos und störungsfrei erfüllt?

Meier: Bis auf wenige Ausnahmefälle sind keine Anpassungen erforderlich. Manchmal ist jedoch die Erweiterung um eine zusätzliche Verfahrachse notwendig.

Eisenmann baut selbst Knickarm-Roboter. Warum?

Meier: Der Vario-Robot von Eisenmann besteht ebenfalls aus sechs Achsen, entspricht aber nicht der Definition eines Knickarm-Roboters. Um das Kabinenvolumen zu reduzieren, wurde der Vario-Robot so konzipiert, dass er in die vorhandene Kabinenstruktur integriert werden kann. Aus diesem Grund wurde die Achse 1 nicht als Drehachse, sondern als Linearachse ausgeführt. Das System wurde speziell für die Lackierung großflächiger Teile wie Autokarossen, Lkw-Fahrerhäuser, Windflügel oder flächige Anbauteile entwickelt. Deshalb ist ein Knickarm im eigentlichen Sinne nicht nötig. Es ist so konzipiert, dass ausschließlich der leicht zu reinigende, glattflächige Prozessarm in die Spritzkabine reicht. Dank seiner Integration in die Kabinenwand ermöglicht der Vario-Robot den Bau schmalerer Spritzkabinen. Daraus ergeben sich Vorteile bei den Kabineninstallations- und -betriebskosten, da sich die benötigten Zuluft-, Abluft- und Umluftmengen deutlich reduzieren. Auch die Reinraum-Bedingungen werden verbessert, da alle mechanischen Teile wartungsgünstig außerhalb der Kabine untergebracht sind.

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