Suchen

Chinesische Werkzeugmaschinen Knuth stellt hohe Qualitätsansprüche an seine chinesischen Lieferanten

Autor / Redakteur: Karsten Knuth / Claudia Otto

Aufgrund der gewaltigen Kostensteigerungen in China haben viele der dortigen Hersteller zulasten der Qualität gespart. Ein deutscher Werkzeugmaschinenanbieter hat daraufhin sein Team der Inspekteure vor Ort vergrößert, um den erreichten Standard zu halten und zu verbessern.

Firma zum Thema

Abnahme beim Hersteller: Knuth-Inspekteure prüfen jede Maschine vor Verschiffung. (Bild: Knuth)
Abnahme beim Hersteller: Knuth-Inspekteure prüfen jede Maschine vor Verschiffung. (Bild: Knuth)

Der wichtigste Beschaffungsmarkt für die Knuth Werkzeugmaschinen GmbH ist die Volksrepublik China. Und damit genießt die Werkzeugmaschinenindustrie dieses Landes die ungeteilte Aufmerksamkeit der Verantwortlichen des Unternehmens. Die Maschinenbauwirtschaft ist zahlen- und umsatzmäßig im Jahr 2010 erstmalig zum weltweiten Marktführer aufgestiegen – ein schneller und respektabler Erfolg, der zunächst aber noch nichts über die gesamte Bandbreite der Leistungsfähigkeit eines Wirtschaftszweiges aussagt.

Das rasante Wachstum in diesem und eigentlich in allen Bereichen der Wirtschaft dieses Landes bedingt bei den Lieferanten und Partnern des Unternehmens eine ganze Reihe von Problemen. Sie resultieren daraus, dass nicht alle betrieblichen Bereiche mit den Umsatzerfolgen mithalten können. Erschwerend nicht nur für die Hersteller, sondern für die gesamte Bevölkerung hat diese rasante Entwicklung über alle Wirtschaftsbereiche gewaltige Kostensteigerungen begünstigt.

Auf sie haben viele Hersteller reagiert und den Weg unreflektierter Kosteneinsparungen gewählt – und der ging dann leider oft zulasten der Qualität. Wenn dann noch der Absatz auf dem eigenen Markt ungezügelt in die Höhe schießt, ist der Druck auf das Qualitätsmanagement in der Fertigung natürlich eher gering. Es werden dann schon mal preisgünstigere Vorprodukte eingekauft, weniger gute Bauteile vom Vorlieferanten entgegengenommen oder Konstruktionen und Prozesse unzulässig vereinfacht, eigene Fehler werden großzügiger hingenommen.

Gute Fachkräfte wandern oft in attraktivere Bereiche ab

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung vergrößert sich rapide das Angebot an anspruchsvolleren, besser bezahlten Tätigkeiten in Bereichen neuer Technologien wie IT-Industrie, Medien- und Kommunikationsbereich, Handel und Verwaltung. Dort ist die Arbeit sauberer, in der Regel gesünder und weniger unfallträchtig und gesellschaftlich höher angesehen. Facharbeiter werden meist im Betrieb bei und mit der Arbeit ausgebildet ( oft „learning by doing“). Ein duales Ausbildungssystem (Schule – Betrieb) findet man nur selten. Es sind dann häufig die guten Fachkräfte, die in attraktivere Bereiche abwandern.

(ID:30126840)