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Omega

Kooperation in der Blechbearbeitung

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Höchste Präzision bei der Herstellung von Optikmaschinen

Ein Beispiel dafür ist die Herstellung der Grundmaschinen für die MCP 250, eine Poliermaschine zur Bearbeitung von Glaslinsen für die Optotech Optikmaschinen GmbH aus dem hessischen Wettenberg. Das Unternehmen, das Hochgeschwindigkeitsmaschinen sowie CNC-Schleif- und Poliermaschinen herstellt, die in der Fein- und Brillenoptik sowie in der Mouldfertigung zum Einsatz kommen, gilt als technologischer und verfahrenstechnischer Weltmarktführer auf dem Gebiet der Optikmaschinen.

„Bei der Produktion von Optikmaschinen ist höchste Präzision gefragt – und das sowohl bei der Fertigung und Montage der einzelnen Bauteile als auch in der Umsetzung des Projekts“, unterstreicht Dirk Thielmann, Leiter Einkauf bei Optotech, die Kernkompetenz des Unternehmens.

Für die Neuentwicklung der MCP 250 suchte das Unternehmen vor fünf Jahren Partner, die den gesamten maschinenbautechnischen Teil der neuen Maschine fertigen sollten. Optotech selbst wollte sich auf die Technologie und die Steuerungstechnik konzentrieren; und natürlich sollte der Aufwand an Koordinierung, Logistik und Stammdatenverwaltung überschaubar bleiben.

Das Fertigungsnetzwerk lieferte schließlich nicht nur die gewünschten Einzelkomponenten, sondern sorgte auch für die Bündelung der Kompetenzen und für die Abwicklung des gesamten Projektmanagements mit einem einzigen Ansprechpartner. Für Optotech bedeutete diese Arbeitsweise eine erhebliche organisatorische Arbeitserleichterung und für die sechs sächsischen Partnerunternehmen ergab sich der Vorteil, dass jedes mit seinen Kernkompetenzen im Projekt vertreten sein konnte.

Bisher lieferte das Fertigungsnetzwerk 15 Grundmaschinen der MCP 250 aus. Dabei realisierte die Omega Blechbearbeitung für das Optikbearbeitungszentrum die Schweißbaugruppen sowie die komplette Umhausung, die AMS Technology erbringt den inneren Spritzschutz aus Edelstahl, alle Pulverbeschichtungs- und Nasslackierarbeiten werden von der LOV Limbacher Oberflächenveredlung ausgeführt. Die Bearbeitung und Montage der Schweißbaugruppen zur fertigen Rumpf- beziehungsweise Grundmaschine leistet die Gemag Gelenauer Maschinenbau AG und mit der ERP-Software Deleco der Delta Barth Systemhaus GmbH werden alle Prozesse koordiniert und überwacht.

Unternehmensentwicklung ist die Basis für den Erfolg

Omega-Erzeugnisse sind im Anlagenbau ebenso zu finden wie im Maschinen- und Apparatebau, dem Behälter- und Fahrzeugbau, in der Medizintechnik, dem Werkzeugmaschinenbau und der Druckmaschinenindustrie. Schaltschränke für die Elektroindustrie und eine eigene Produktionslinie für Medizinschränke, Arztschränke und Krankenhausausrüstungen runden die Produktpalette ab. Da heißt es, auch mit Blick auf die Produktionstechnik immer am Ball zu bleiben.

Erst im vergangenen Jahr 2013 baute Omega deshalb den Maschinenpark weiter aus. So ermöglicht der Einsatz eines neuen Biegezentrums nun das automatische Biegen von Blechen in Stahl, Edelstahl und Aluminium. Mit dem programmgesteuertem Serienablauf und Roboterbehandlung, dem automatischen Werkzeugwechsel sowie dem flexiblen Produktwechsel ist die Anlage im Rahmen mittlerer bis größerer Serien von großflächigen Produkten bis 2,5 mm Blechstärke und einer Biegelänge von maximal 2.560 mm im Einsatz.

Der programmgesteuerte Schweißroboter von Cloos, der ebenfalls 2013 angeschafft wurde, verfügt über zwei Schweißstationen für simultane Rüst- und Prozessabläufe. Zwischen WIG- und MAG-Anwendungen kann durch automatischen Brennerwechsel variiert werden. Die Arbeitsstationen erlauben mit einem Arbeitsraum von 1,5 m × 3 m die Bearbeitung mittelgroßer Bauteile. Der maximale Verfahrweg des Roboters in der Schweißzelle beträgt 8 m.

Seit Oktober 2013 ist bei Omega außerdem eine Kabine zur Strahlreinigung von Einzelteilen und Baugruppen vor der Oberflächenbehandlung installiert. In der Strahlkammer von 8 m × 4 m werden Werkstücke mit einem Druck bis 10 bar bearbeitet. Durch Handbetrieb können sowohl einfache als auch komplexe Geometrien gereinigt werden. Die Zuführung der Werkstücke erfolgt hängend an einem elektrisch betriebenen Kettenzug, sehr große Bauteile werden mithilfe alternativer Transportwagen bewältigt.

„Die Kunden erwarten technologische, logistische und zwischenmenschliche Spitzenleistungen. Deshalb wird unser Maschinenpark ständig aktualisiert und unsere Mitarbeiter bilden sich kontinuierlich fort“, sagt Vorstand Andreas Barth. „Der entscheidende Unterschied zu anderen Unternehmen ist jedoch unser Ehrgeiz: Wir wollen die Besten sein.“

Die Unternehmensentwicklung bietet dafür gute Voraussetzungen; denn in den vergangenen zwei Jahren konnte das Unternehmen neben vielen Kunden in Deutschland auch Neukunden aus Polen, der Schweiz sowie den Niederlanden hinzugewinnen. Die zunehmend international ausgerichtete Omega Blechbearbeitung AG steigerte ihren Exportanteil deshalb innerhalb von drei Jahren von unter 5 auf 31 % im Jahr 2013.

Erstes eigenes Produkt bald weltweit im Betrieb

Als Systemlieferant der Industrie hat sich Omega etabliert und im Verbund „Das Fertigungsnetzwerk“ ist das Unternehmen ein stabiler Partner. Es sind grundsätzlich Produkte mit Unikatcharakter, die gemeinsam realisiert werden. Dass die sechs Partner nun mit einem ersten eigenen Produkt auf den Markt kommen, verstehen sie auch als Zeichen für die Passfähigkeit der Zusammenarbeit.

Das in dem Netzwerk entwickelte Werkzeugmagazin, das Platz für 180 Werkzeuge und mehr bietet, soll dem Anspruch auf Individualität gerecht werden; denn gerade die Standardisierung bei Werkzeugmagazinen stellt viele Kunden vor Probleme, für die man individuelle Lösungen anbieten möchte: etwa bei einer Maschine, die mit einem automatischen Werkzeugwechsler und einer Magazinierung auszurüsten ist, ohne den Grundaufbau zu verändern, oder wenn die Platzverhältnisse eine besondere Herausforderung darstellen oder die Magazinierung tauglich für extreme Umgebungsbedingungen wie Temperatur oder Verschmutzung sein muss.

Solche oder ähnliche Kundenanforderungen können es sein, auf die das Fertigungsnetzwerk mit dem individuellen Werkzeugmagazin reagieren will. Omega übernimmt dabei die Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Montage der Kompletteinhausung, die Verkleidung des Werkzeugmagazins und die Fertigung der Schweißbaugruppen.

Interessenten gibt es bereits. „Die Kunden kommen aus der ganzen Welt“, verrät Andreas Barth. „Noch in diesem Jahr werden in Asien sowie in Nord- und Südamerika Werkzeugmagazine aus Sachsen in Betrieb genommen.“

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