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Industrieverband Blechumformung Kooperation ist ein wichtiger Schlüssel

Autor / Redakteur: Eva Machill-Linnenberg / M.A. Frauke Finus

Drei Themen werden beim Industrieverband Blechumformung (IBU) forciert und Unternehmen der Branche empfohlen: Kooperation, Zusammenarbeit in der Lieferkette und Qualifizierung. Die horizontale Zusammenarbeit der Verbandsmitglieder und die vertikale innerhalb der Lieferkette sind Motoren des Leitsatzes „Vorsprung für die Zukunft“. Mit der Unterstützung der Aus- und Fortbildung reagiert der IBU auf steigende Anforderungen an Fachkräfte.

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IBU-Mitgliederversammlung.
IBU-Mitgliederversammlung.
(Bild: IBU)

Die Devise des IBU lautet: „Wir übernehmen, was gemeinschaftlich besser funktioniert.“ IBU-Mitglieder sind zu 75 % Zulieferer der Automobilindustrie. Kein leichtes Umfeld: Die Zulieferpyramide in der Wertschöpfungskette Automotive wird kontinuierlich steiler, der Wettbewerb der OEM-Lieferanten stetig härter. Für Blechumformer gibt es zwei Erfolgsfaktoren: Nischenprodukt oder marktangepasste Größe. Faktor eins funktioniert nicht immer, aber die zweite Option ist erreichbar: gemeinschaftlich.

„Der Weg aus der ‚Austauschbarkeit‘ ist für Zulieferer ständige Herausforderung. Kooperation ist ein Schlüssel“, betont IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. „Wir bieten dazu Gesprächsplattformen. Gemeinsame Aktionsfelder können zum Beispiel Nutzungen externer Dienstleistungen sein: Beschichtung, Messtechnik, EDI/IT. Auch in Einkauf, Fertigung, Qualitätsmanagement, Logistik, Entwicklung beziehungsweise R&D oder Vertrieb ist Zusammenarbeit sinnvoll.“

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Identifizierung von Kooperationsfeldern ist unternehmerische Aufgabe

In puncto Kooperationsstruktur ist die Bandbreite groß – es muss nicht gleich eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung sein: „Jedes Netzwerken ist zielführend, von gemeinsamen internationalen Standorten bis zu unternehmensübergreifenden Notfallplänen. Partner organisieren Hand in Hand ihren Vertrieb in Wachstumsmärken oder erzielen durch wechselseitige Unterstützung Preis- und Qualitätsvorteile. Bernhard Jacobs: „Erster Schritt ist das persönliche Kennenlernen, dann die Identifizierung von Kooperationsfeldern als unternehmerische Aufgabe und schließlich das ‚Leben‘ der vertrauensvollen Zusammenarbeit“. Der neue IBU-Vorstandsvorsitzende Dr.-Ing. Hubert Schmidt ist „froh, dass der Verband die Zusammenarbeit der Mitglieder über Plattformen fördern kann. Kommunikation hilft!“

Die Kooperation innerhalb der Supply Chain hat hohen Stellenwert. Vor allem mit Blick auf den Bereich Automotive: Der IBU informiert zu Marktentwicklungen, zeigt Trends auf, fördert den Erfahrungsaustausch und unterstützt so seine Mitglieder bei Veränderungsprozessen. Das branchenspezifische Veranstaltungsangebot deckt einen wichtigen Teil des Fortbildungsbedarfes in Unternehmen ab. Über 50 Arbeitskreise und Workshops pro Jahr sind Ausdruck hoher Mitgliederbindung. „Als Branchenorganisation fassen wir Interessen zusammen und tragen sie Hauptkundengruppen vor. Dabei erreichen wir oft Ergebnisse, die ohne Bündelung nicht möglich wären. OEMs oder Systemlieferanten haben meist nicht die Kapazität, mit einzelnen Zulieferern zu kommunizieren“, erklärt Schmidt. Strittige Themen klammern die Experten nicht aus: „Die Durchsetzung von mittelstandsfreundlichen Zahlungszielen etwa ist manchmal nur mithilfe der Politik erreichbar.“

Rechtliche Unterstützung verbessert Position in der Lieferkette

Auch die Einführung von Branchenstandards gehört zum Portfolio. Der IBU erstellt Rechtsgutachten zu Vertragswerken von Kunden. Juristen überwachen die Erfüllung der Vorgaben des Kartell- und Wettbewerbsrechts und Compliancepflichten. Verbandsexperten beraten in Sachen Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement und Benchmarking. Jacobs: „All das verbessert die Position unserer Mitglieder und die Zusammenarbeit in der Lieferkette. Die funktionierende Supply Chain ist ein Standortvorteil aller deutschen Unternehmen.“

Auch die Fachkompetenz der Belegschaften stärkt blechumformende Unternehmen in Lieferkette und globalem Wettbewerb. Ihre Fachkräfte müssen komplexen Anforderungen aus Automobilindustrie, Medizintechnik, Elektronik und Maschinenbau gerecht werden. Auf die gestiegenen Ansprüche reagiert der IBU mit Engagement in der Qualifizierung und Beratung.

Kooperationspartner ist das KIST Kompetenz- und Innovationszentrum für Stanztechnologie in Dortmund, das Aus- und Fortbildung übernimmt. Einen wegweisenden Schritt machen IBU und KIST seit Kurzem mit der Konzeption und Einführung eines neuen Ausbildungsberufes: des Stanz- und Umformmechanikers, der Fähigkeiten und Know-how des Werkzeugmachers mit denen des Anlagenführers kombiniert. Dadurch erlangen Absolventen sowohl Kenntnisse zur Bauteilefertigung als auch Verständnis für die Produktionsüberwachung.

„Die Absolventen werden die Produktion der Unternehmen spürbar verbessern“, ist Joachim Adolphs, KIST-Geschäftsführer, sicher: „Wir registrieren in der Branche bereits großes Interesse.“ MM

* Eva Machill-Linnenberg macht Öffentlichkeitsarbeit für den Industrieverband Blechumformung e.V. (IBU) in D-58093 Hagen. Tel. (0 23 31) 95 88-0, info@industrieverband-blechumformung.de

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