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Hirschvogel Kostensparende Bearbeitung durch Halbwarmumformung

Autor / Redakteur: Hans-Willi Raedt / Dietmar Kuhn

Hochbelastbare Sicherheitsteile, insbesondere für den Fahrzeugbau, werden mit Massivumformverfahren hergestellt. Der Produktentwickler strebt dabei nach immer komplexeren Bauteilen aus höherfesten Stählen. Das Bauteil soll möglichst in der Endkontur vorliegen, was durch die Halbwarmumformung unterstützt wird.

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Bild 1: Auswahl aus dem Radnabenspektrum des Massivumformspezialisten Hirschvogel Automotive Group.
Bild 1: Auswahl aus dem Radnabenspektrum des Massivumformspezialisten Hirschvogel Automotive Group.
(Bild: Hirschvogel)

Die Hirschvogel Automotive Group zählt zu den erfolgreichsten Herstellern von massivumgeformten Bauteilen. Überwiegend sind es Umformteile und Komponenten aus Stahl und Aluminium für die Automobilindustrie und ihre Systemlieferanten weltweit.

Das Unternehmen hat eine einzigartig breite Kompetenz in der umformenden und zerspanenden Herstellung von Radnaben (Bild 1). Radnaben aus unterschiedlichsten Werkstoffen, für die unterschiedlichen Lagergenerationen, von rotationssymmetrischen bis hin zu höchst gewichtsoptimierten Geometrien und ausgeliefert als Umformteil oder als einbaufertige Komponenten: Alles findet sich im Produktionsspektrum des Umformspezialisten. Allen Radnaben ist bisher aber gemeinsam, dass sie durch Warmumformung hergestellt werden.

Spektrum der Radnabenproduktion erweitert

Jetzt erweitert sich auch das Spektrum der Produktionsverfahren. Hirschvogel hat eine Radnabe entwickelt, die mit dem Verfahren der Halbwarmumformung hergestellt wird (Bild 2). Das hat folgende Vorteile: Das Gefüge ist nach der Halbwarmumformung sehr feinkörnig (Korngrößen ASTM 7 bis hin zur feinstkörnigen 10). Das ist insbesondere für nachfolgende Induktivhärtevorgänge sehr vorteilhaft: Der Austenitisierprozess verkürzt sich und der entstehende Martensit ist feinnadeliger. Durch die besseren Toleranzen der Halbwarmumformung im Vergleich zur Warmumformung können Aufmaße reduziert und die Bearbeitung kostensparender gestaltet werden. An einigen Geometrien können Weichbearbeitungsschritte eingespart und nur nach dem Härten Hartbearbeitungsschritte angesetzt werden. Zudem ist in der Hirschvogel Automotive Group die Halbwarmumformung an allen Standorten weltweit verfügbar; die Vision „einmal entwickelt, weltweit exakt gleich gefertigt“, kann hier realisiert werden.

Neu entwickelte Stahlsorte für die Induktivhärtung

Die bereits genannten Vorteile gelten für Radnaben, die in der Fertigbearbeitung einer induktiven Härtung unterzogen werden. Dabei können die heute gängigen Induktivhärtestähle wie der C50/SAE1050 eingesetzt werden. Bestehen höhere Anforderungen an die Kernfestigkeit, kann der H50 eingesetzt werden. Dieser Stahl wurde von Hirschvogel mit einem Partner der Stahlindustrie entwickelt, um sowohl induktive Härtbarkeit als auch eine hohe Kernfestigkeit (1000 MPa ohne Vergütungsbehandlung) zu gewährleisten. Für Bauteile, die nicht induktiv gehärtet werden, kann die Stahlneuentwicklung 16MnCr5mod (H2) eingesetzt werden, die ohne Vergütebehandlung Festigkeiten und Zähigkeiten wie Vergütungsstähle annimmt. MM

* Dr. Hans-Willi Raedt ist Leiter Advanced Engineering bei der Hirschvogel Automotive Group in 86920 Denklingen, Tel. (0 82 43) 2 91-1 11

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