Dürr Lackiererei-Software steuert komplettes Werk

Autor Stéphane Itasse

Die von Dürr entwickelte MES/Scada-Software Eco-Emos wird die gesamte Produktion im Nutzfahrzeugwerk Wrzesnia (Polen) von Volkswagen steuern: vom Karosseriebau bis zur Montage. Nachdem Dürr bereits im Jahr 2014 den Auftrag für den Bau der Lackiererei inklusive der Leittechnik Eco-Emos erhalten hatte, wird deren Anwendung nun auf alle Anlagenbereiche ausgedehnt, wie der Anlagenbauer jetzt mitteilt.

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Mit Eco-Emos bietet Dürr ein einheitliches IT-System für die ganze Produktion an.
Mit Eco-Emos bietet Dürr ein einheitliches IT-System für die ganze Produktion an.
(Bild: Dürr)

Damit werde ein durchgängiger Standard in der gesamten Fabrik implementiert. Es handelt sich dabei um einen der größten Aufträge für die Dürr-Software, wie das Unternehmen berichtet.

Volkswagen Nutzfahrzeuge setze am neuen Standort auf eine einheitliche Softwarekonzeption zur Steuerung der Fertigung. Nach der Entscheidung für Eco-Emos im Bereich Lack und einer Evaluierungsphase setzte sich das Dürr-Produkt auch in den Bereichen Karosseriebau und Montage durch, wie es heißt.

Einheitliche Steuerungssoftware für das ganze Werk bietet Vorteile

Es gebe mehrere Vorteile einer solchen einheitlichen Steuerungsarchitektur: Die Erfahrung von Dürr im Anlagenbau fließe in die Konzeption und Weiterentwicklung der Funktionen von Eco-Emos ein. Eine zentrale Administration und Pflege der Software sowie umfassender Service seien weitere Argumente. Zudem würden einige bei Volkswagen Nutzfahrzeuge bislang proprietär gelöste Softwareaufgaben nun zentral von Eco-Emos abgedeckt. Das reduziere den Wartungsaufwand.

Zu diesen Aufgaben gehörten unter anderem:

  • gezielte Kommunikation von Fahrzeugdaten an die Fertigungsanlagen,
  • Transfer von qualitätsrelevanten Daten an die Auftragssteuerung,
  • duale Schnittstelle zum VW-Auftragsleitsystem (FIS),
  • Verbindung von zentraler Anlagenüberwachung und Leittechnik,
  • Integration der Prozesslagersteuerungen in die zentrale Leitebene,
  • Einheitliche Kopplung von Instandhaltungssystemen sowie
  • Materialverbrauchs-Analysen.

Diese Funktionen ergänzen laut Dürr die Eco-Emos-Produktfamilie und erhöhen die Bedienbarkeit. Das neue Werk in Polen werde somit nicht nur bei der Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen, sondern auch in der effizienten Produktionssteuerung.

Die Produktion des Volkswagen Crafter Nachfolgers soll im Herbst 2016 in Polen beginnen; das gesamte Projekt werde mit seinem Ansatz einen Meilenstein in der Entwicklung der Shopfloor-IT setzen.

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