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Paintexpo 2014

Lackiertechnik verbraucht weniger Energie und schützt die Umwelt stärker

| Redakteur: Stéphane Itasse

An die Lackiertechnik werden zunehmend höhere Anforderungen gestellt. Ausschlaggebend dafür sind einerseits die Aspekte Ressourceneffizienz, Individualität und Umweltverträglichkeit. Andererseits spielen neue Anwendungsbereiche, Qualität und Flexibilität eine Rolle, wie die Veranstalter der Messe Paintexpo mitteilen.

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Die jüngsten Trends in Sachen Lackiertechnik werden auf der Paintexpo 2014 zu sehen sein.
Die jüngsten Trends in Sachen Lackiertechnik werden auf der Paintexpo 2014 zu sehen sein.
( Bild: Paintexpo/Olaf Schober )

So setzen sich beispielsweise bei der Vorbehandlung metallischer Substrate Eisenphosphatierungen, die ihrer Wirkung bereits ab einer Temperatur von 30°C bis 35°C statt erst bei 40°C bis 60°C entfalten sowie nanokeramische Systeme immer häufiger durch, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe stünden für die Vorbehandlung und Reinigung von Bauteilen aus Stahl, Eisen und Aluminium inzwischen ebenfalls zur Verfügung. Für die Vorbehandlung von Kunststoffteilen seien alternative Verfahren wie die Schneestrahl- und Plasmareinigung weiter auf dem Vormarsch.

Lacke mit antimikrobiellen und Korrosionsschutzeigenschaften weiterentwickelt

Bei Lacken gehe der Trend zu Systemen, die sowohl dekorative als auch funktionale Anforderungen erfüllen. Für lösemittelbasierte Farb- und Klarlacke zur Lackierung von Metallen, Kunststoffen und Holz, stünden unter anderem Zusätze zur Verfügung, die dem Lack eine antimikrobielle Eigenschaft verleihen. Sie basiere auf metallorganischen Stoffen mit ionisierender Wirkung. Diese Stoffe würden auch bei neu entwickelten Pulverlacken mit antimikrobieller Wirkung eingesetzt.

Gehe es um den Korrosionsschutz sowie die UV- und Witterungsbeständigkeit von Bauteilen für beispielsweise Bau- und Landmaschinen sowie den Außenbereich, hätten sich die Anforderungen weiter erhöht. Sie lassen sich laut Mitteilung effektiv und umweltfreundlich mit einem zink- und schwermetallfreien Pulverlack-Primer auf Epoxybasis erfüllen. Er erfülle die Korrosionsschutzanforderungen bis hin zur Klasse C5-I-lang und könne sowohl mit Pulver- als auch Nasslacken überlackiert werden. Der Korrosionsschutz-Primer werde als optimal auf das zu beschichtende Substrat (FE-Metalle, Substrate mit scharfen Kanten, Gussteile) abgestimmte Lösung angeboten.

Eine andere neuentwickelte Zweischicht-Pulverlacklösung für hohen Korrosionsschutz ermögliche die Beschichtung ohne energieintensive Zwischenvernetzung. Grundierung und Decklack würden mittels Tribo-Technik Pulver-auf-Pulver auf das Bauteil aufgebracht und beide Schichten anschließend in einem Arbeitsgang vernetzt.

UV-Technik wird beim Lackieren immer wichtiger

Die Bedeutung der UV-Technik nehme sowohl bei der Lackierung von Kunststoff- als auch Metallteilen zu. Denn es könnten immer komplexere Werkstücke in dieser Technik beschichtet werden. Die UV-Härtung erfolge dabei unter Inertgas-Atmosphäre, bei der durch den Einsatz von beispielsweise CO2 oder Stickstoff sauerstoffreduzierte Atmosphäre vorherrsche. Dies verhindere, dass die für die Polymerisation erforderlichen Radikale mit dem Sauerstoff der Luft reagieren und es zu einer Sauerstoffinhibierung kommt.

Es kann dadurch laut Mitteilung in größeren Abständen ausgehärtet werden und auch Bereiche, die deutlich weniger UV-Strahlung erhalten, härten besser durch. Neben Gasentladungsröhren kämen für die Aushärtung von UV-Lacken inzwischen auch LED-Strahler zum Einsatz.

Unter dem Aspekt Materialeffizienz für die Applikation von Lösemittel- und Wasserlacken sowie High Solids stehen auch alternative Zerstäubergase auf dem Prüfstand, wie es heißt. Dabei ermögliche der Einsatz von Stickstoff Materialeinsparungen zwischen 5 und 45 %. Ein entsprechendes, inzwischen bei verschiedenen Serienanwendungen im Automotive-Bereich bewährtes Verfahren ermögliche darüber hinaus Vorteile bei der Lackierqualität, dem Durchsatz und der Anlagenverfügbarkeit.

Mit zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen geben die Aussteller der 5. Paintexpo Antworten, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können, wie der Veranstalter ankündigt. Die internationale Leitmesse mit über 400 Ausstellern findet vom 8. bis 11. April 2014 auf dem Messegelände in Karlsruhe statt.

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