Blechbearbeitungs-Messe Lamiera behauptet sich

Redakteur: Stéphane Itasse

Die 15. Blechbearbeitungsmesse Lamiera im italienischen Bologna hat trotz der schwierigen Konjunktursituation ihre Position behauptet. In diesem Jahr nahmen insgesamt 441 Unternehmen teil, davon 30% aus dem Ausland, und präsentieren sich auf einer über 37000 m². Der italienische Werkzeugmaschinen- und Roboterverband Ucimu erwartete als Veranstalter rund 25000 Besucher.

Firmen zum Thema

Neuheiten für die Blechbearbeitung zeigte die italienische Messe Lamiera vom 12. bis 15. Mai in Bologna. Bild: Itasse
Neuheiten für die Blechbearbeitung zeigte die italienische Messe Lamiera vom 12. bis 15. Mai in Bologna. Bild: Itasse
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Vergleich zur vergangenen Ausgabe der Lamiera im Jahr 2007 bedeutet dies einen Rückgang von etwa 30%, wie eine Ucimu-Sprecherin sagte. Das liege auch daran, dass die Unternehmen immer mehr kleinere Stände buchen würden. „Wir rechnen damit, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhalten wird“, so die Sprecherin weiter.

Bilder von der Lamiera 2010

Bilder von der Lamiera 2010

Für die Veranstalter kommt die Blechbearbeitungsmesse zum richtigen Zeitpunkt, um vom Aufschwung zu profitieren. Immerhin hat der Auftragseingang bei den Ucimu-Mitgliedsunternehmen im ersten Quartal 2010 um 15,2% zugelegt(wir berichteten). „Ich bin mir sicher, dass die Lamiera die Nachhaltigkeit dieses Aufschwungs fördern und stärken kann“, sagte Ucimu-Präsident Giancarlo Losma.

Insgesamt 30% der Aussteller kamen aus dem Ausland, wie Ucimu weiter mitteilt. Allen voran waren Unternehmen aus Deutschland präsent, voir der Schweiz, Großbritannien, den USA, Frankreich, den Niederlanden, der Türkei, Japan und Spanien.

Neues Schnellspannsystem für Abkantpressen auf der Lamiera 2010

Ganz neu auf der Lamiera war das Schnellspannsystem für Abkantpressen ROL 5 von Rolleri – erst am zweiten Messetag war das Patent zur Anmeldung angenommen worden. Mit dem neuen Schnellspannsystem lassen sich die Abkantwerkzeuge von unten statt seitlich einführen und werden durch die Spannung der Klemmlatte hinaufgezogen, was im Vergleich zu herkömmlichen Spannsystemen einen Leerhub erspart. Das Spannsystem ROL 5 ist wie die anderen Schnellspannsysteme ROL 1 bis ROL 4 für alle marktgängigen Werkzeugaufnahmen und auch in hydraulischer Ausführung erhältlich.

Bei den Maschinenbauern setzt Salvagnini ganz auf Faserlaser statt CO2-Laser. „Beim CO2-Laser haben wir 6 bis 10% Wirkungsgrad, beim Faserlaser 25 bis 30%“, erläuterte Produktmanager Pierandrea Bello. Zudem sei die Instandhaltung beim Faserlaser deutlich einfacher und Laserschneidmaschinen mit Faserlaser bräuchten nur einen Schneidkopf und ließen sich damit deutlich schneller umrüsten.

Salvagnini mit vollautomatischer Biegemaschine

Bei den Biegemaschinen präsentierte das Unternehmen mit der Performerx eine Biegemaschine, die Paneele vollautomatisch erstellen kann und beispielsweise auch die eingelegten Blechteile automatisch umdreht. Die Biegemaschine ist kompakt gebaut und schon ab 2 m Breite erhältlich.

Die neue Salvagnini-Tochtergesellschaft Mecos stellte auf der Lamiera die Abkantpressen Synchro B2 (hydraulisch) und Elektra E2 (elektrisch) vor. „Elektrische Abkantpressen arbeiten sind noch nicht so verbreitet, arbeiten aber genauer, schneller und produktiver“, sagte Bello. Salvagnini verspreche sich deshalb erhebliche Marktchancen.

Prima Industrie zeigt servoelektrische Stanzmaschine

Konkurrent Prima Industrie zeigte seine neue servoelektrische Stanzmaschine E5X, die das Angebot an Stanzmaschinen nach unten abrundet. Für eine elektrische Stanzmaschine ist die E5X mit einem besonders ökonomischen und einfachen System ausgestattet, meinte Marketingdirektor Flavio Gregori: „Bisher gab es elektrische Stanzmaschinen nur für das obere Marktsegment, jetzt sind sie erstmals für das mittlere Marktsegment erhältlich.“

Beim Laserschneiden präsentierte Prima Industrie seine CO2-Laserschneidmaschine Zaphiro. Die Maschine verfügt über ein neues Sensorsystem zur automatischen Erkennung der Schnittqualität und zur Anpassung des Schneidvorgangs. Darüber hinaus benachrichtige die Laserschneidmaschine bei vordefinierten Situationen automatisch den Bediener.

Express-Biegemaschine von Prima Industrie auf der Lamiera 2010

Bei den Biegemaschinen rundet Express-Biegemaschine Ebe5 das bisherige Programm von Prima Industrie nach oben ab. Die Biegemaschine ermöglicht laut Gregori eine höhere und flexiblere Produktivität bei geringerem Energieverbrauch und einfacherer Wartung.

Schließlich zeigte Prima Industrie auch die neuen elektrischen Abkantpressen E-Brake. Elektrische Abkantpressen E-Brake bieten laut Unternehmen bessere Qualität als hydraulische und würden weniger Energie verbrauchen.

Neues gab es auch am Stand von Waterjet zu sehen. Das Unternehmen präsentierte eine Wasserstrahlschneidmaschine mit 6200 bar Strahldruck als Standard. Dank einer innovativen Düse für genauere Wasserstrahlführung erreicht die Wasserstrahlschneidmaschine Schnittgenauigkeit von 50 µ, wie Waterjet-Vizepräsident Dr.-Ing. Massimo Russo sagte: „Die Wasserstrahlschneidmaschine wird damit wie eine Werkzeugmaschine.“ Neben der 4-Achs-Wasserstrahlschneidmaschine, wie sie auf der Lamiera zu sehen war, ist sie auch als 5-Achs-Wasserstrahlschneidmaschine erhältlich.

Abkantpressen-Hersteller Gasparini zeigt Präsenz auf der Lamiera

In erster Linie seine Präsenz zeigte auf der Lamiera der Abkanptressen-Hersteller Gasparini Industries s.r.l. aus Istrana. Das Unternehmen hat ein Insolvenzverfahrens im März abgeschlossen und kann jetzt mit drei englischen Privatpersonen als langfristig engagierten Investoren wieder am Markt agieren, wie Marketingdirektor Frank Heyerick erläuterte. Das Unternehmen ändert aber seine Strategie: „Gasparini wird bei Abkantpressen nicht mehr auf den Massenmarkt, sondern auf schwere Maschinen setzen“, erläuterte Heyerick.

Das gleichnamige Unternehmen Gasparini S.p.A. aus Mirano zeigte seine Walzprofilieranlagen. Das Hersteller setzt bei seinen nach Kundenwunsch gefertigten Maschinen ganz auf Qualität, Flexiblität und Zuverlässigkeit.

Bei den Schweißmaschinen stellte die Cemsa S.p.A. mehrere Neuheiten vor. Bei der SPM handelt es sich um eine CNC-gesteuerte Maschine zum Schweißen von Sicherheitstüren und Metallmöbeln. Die Schweißpunkte sind fast nicht sichtbar, weil der Hersteller statt einer Schweißelektrode eine Kupferplatte eingebaut hat, wie Cemsa-Geschäftsführer Dr-Ing. Angelo Alpago sagte. Die Schweißmaschine arbeite zudem deutlich schneller: Sie könne in weniger als 2 Sek. einen Schweißpunkt setzen und sich weiterbewegen.

Cemsa stellt Schweißmaschine für galvanisierte Rohre vor

Die MRL zum Schweißen galvanisierter Rohre war die zweite Neuheit von Cemsa auf der Lamiera. Vor allem das Handling wurde verbessert: Die Schweißmaschine ist mit einem Universalwerkzeug für alle Rohrdurchmesser ausgerüstet, und Bediener muss Rohre beim Schweißen nicht mehr festhalten. Da Zink schwer zu schweißen ist, setzt Cemsa auf Schweißdraht aus Kupfer.

Die Neuerungen komplettierte die Schweißmaschine GRG. Damit lassen sich Kantenbleche an Gitterroste anschweißen. Bisher sei jeder Ansatzpunkt einzeln per Lichtbogenschweißen verschweißt worden, erläuterte Alpago. Die neue Schweißmaschine könne 1 m Kantenlänge in 10 Sek. anschweißen statt in mehreren Minuten für das konventionelle Verfahren.

Maschinen von TTM zu groß für die Lamiera

Zu groß für die Lamiera waren die Laserschneid- und –schweißmaschinen von Tube Tech Machinery (TTM) – das Unternehmen zeigte deshalb auf der Lamiera nur einige Produkte, die mit diesen Maschinen hergestellt werden. „Unsere größte Maschine ist 40 m lang und 8 m breit, die können wir hier nicht ausstellen“, sagte Sales Manager Alessio Cadei. Laser-Rohrschneidmaschinen von TTM sind für Rohrdurchmesser bis 815 mm geeignet, die Blech-Laserschneidmaschinen beginnen bei Formaten von 3 x 12 m. Alle Maschinen sind mit einem 3D-Laserschneidkopf sowie automatischen Palettenwechslern ausgerüstet.

Einen neuen Stanzautomaten für Bleche bis 800 mm Breite und 0,4 bis 4 mm Dicke stellte Dalcos vor. Die Stanzmaschine kann mit vielerlei Stanzwerkzeugen ausgestattet werden, wie der kaufmännische Leiter Andrea Dallan erläuterte.

Neue Schweißrauch-Absauganlagen von Coral

Mit zwei Neuheiten wartete der Absauganlagen- und Filterspezialist Coral auf: Die neue Version des Geräts Jetclean DF zum Absaugen und zur Filtration von Schweißrauch biete eine höhere Absaugleistung als das Vorgängermodell bei geringerer Motorstärke. Dies erreicht Coral durch ein besonderes Design des Ventilators, seine Anordnung sowie die Strömungsführung, berichtete Verkaufsdirektor Mario Narissi.

Die Absauganlage werde in Kürze mit W3 zertifiziert, damit könne sie auch für die Absaugung und Filtration von Schadstoffen eingesetzt werden. Das Absauggerät ist mit einer Motorleistung von 0,55, 0,75 und 1,1 kW erhältlich und mit Motoren der Energieeffizienzklasse 1 ausgestattet.

Ergänzend dazu stellte Coral einen effizienteren Absaugarm für Schweißrauch vor, der auch leichter beweglich ist. „Der Absaugarm gehört zu den effizientesten auf dem Markt“, sagte Narissi.

Als zweite Neuerung präsentierte Coral das Absauggerät Iperjet DF für Feinstäube und Schweißrauch. Das Absauggerät ermöglicht eine einfache Wartung dank horizontal angeordneter Filterpatronen, arbeitet sehr leise durch einen innen angeordneten Drucklufttank und benötigt durch seine kompakte Bauweise nur wenig Platz.

BLM setzt auf Faserlaser

Der Maschinenbauer BLM stellte auf der Lamiera mit der LT Combo eine Laserschneidmaschine sowohl für Rohre als auch für Bleche vor. Die Maschine ist für Rohre bis 6,5 m Länge und 12 mm Durchmesser geeignet. „Mit der Maschine haben Blechbearbeiter eine höhere Flexibilität, wenn sie auch Rohre schneiden können. Das erlaubt ihnen, neue Märkte zu erschließen“, sagte der BLM-Kommunikationsverantwortliche Giovanni Zacco.

Bei den reinen Rohrschneidemaschinen zeigte der Hersteller mit der LT8 „Top-Level-Rohrschneidmaschine“ für Rohre bis 8,5 m Länge und 225 mm Durchmesser. Die Maschine bietet laut Zacco beim Laser-Rohrschneiden die höchste Performance am Markt. Beide Lasermaschinen sind mit einem Faserlaser statt einem CO2-Laser ausgestattet. „Beim CO2-Laser brauchen Sie 60 kW installierte Leistung, um 3 kW Laserleistung zu erzeugen, beim Faserlaser sind es nur 20 kW“, begründete Zacco die Wahl.

Rohrbiegemaschinen auf der Lamiera zu sehen

Auch bei den Rohrbiegemaschinen gab es Interessantes: Die vollelektrische Rohrbiegemaschine E-Turn bietet Rechts- und Linksbiegen bei 3D-graphischer Programmierung. Je nach Version kann die Maschine Rohre bis 52 mm Durchmesser bieten. Für Rohrdurchmesser bis 80 mm bietet BLM die Rohrbiegemaschine E-Bend an. Auch diese Maschine arbeitet komplett elektrisch für eine höhere Präzision beim Rohrbiegen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:347655)