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Organobleche Lanxess übernimmt Halbzeughersteller Bond-Laminates

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der Kunststoffhersteller Lanxess baut sein Produktportfolio im Bereich Leichtbau aus. So hat er nun Bond-Laminates übernommen, der auf die Entwicklung und Herstellung von Organoblechen spezialisiert ist. Im Anwendungsfokus steht der Automobilleichtbau.

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Wesentliches Ausgangsmaterial zur Herstellung des Bremspedals ist Organoblech. Das Fertigteil ist um die Hälfte leichter als vergleichbare herkömmliche Pendants aus Stahl.
Wesentliches Ausgangsmaterial zur Herstellung des Bremspedals ist Organoblech. Das Fertigteil ist um die Hälfte leichter als vergleichbare herkömmliche Pendants aus Stahl.
(Bild: Lanxess)

Der Kunststoffhersteller Lanxess baut sein Produktportfolio im Bereich Leichtbau aus. So hat er nun Bond-Laminates übernommen, der auf die Entwicklung und Herstellung von Organoblechen spezialisiert ist. Im Anwendungsfokus steht der Automobilleichtbau.

Beide Leichtbaupartner treiben seit Jahren Anwendungen voran

Organobleche sind thermoplastische plattenförmige Halbzeuge mit Endlosfaserverstärkung. Sie werden von der Bond-Laninates GmbH, Brilon, unter der Marke Tepex verkauft. Seit sechs Jahren treiben Lanxess und Bond-Laminates Produktentwicklungen auf Basis von Organoblechen voran. Bei der Erschließung potenzieller Anwendungen sind sie mit mehreren Projekten für die Automobilindustrie schon erfolgreich gewesen.

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Im Vergleich zur Herstellung metallischer Guss- und Blechkonstruktionen ist die Verarbeitung von Organoblechen einfacher. Verstärkt mit Carbonfasern lassen sich damit Bauteile herstellen, die einerseits bessere mechanische Eigenschaften haben und andererseits um bis zu 40 % leichter als Metallteile sind.

Als Herstellungsvorteil kommt die Anwendbarkeit des Thermoformens und der Anspritzung von Funktionselementen hinzu. Beide Prozesse können in einer automatischer Fertigungszelle in einem Formwerkzeug stattfinden. Hauptbestandteil ist dabei eine Spritzgießmaschine, auf der aufgeheizte Halbzeugzuschnitte umgeformt und Funktionselemente, zum Beispiel zusätzlichen Verstärkungsrippen, angespritzt werden. Von der Bauteilkonstruktion bis zur -fertigung ist die komplette Prozesskette bereits simulierbar.

Potenzielle Anwendungen im gesamten Automobilmarkt

Für Lanxess-Chef Axel C. Heitmann ist die Übernahme von Bond-Laminates daher eine Stärkung der Position als Premiumanbieter innovativer Leichtbauprodukte, die dem wachsenden Trend der „Green Mobility“ dienen: „Wir sehen ein enormes Potenzial für diese Verbundtechnologie“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Wir erwarten, dass sie künftig nicht nur im Premiumsegment, sondern im gesamten Automobilmarkt Anwendung findet.“

Bond-Laminates beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 16 Mio. Euro erzielt. Bond-Laminates und sein Management-Team werden Teil der Business Unit High Performance Materials (HPM) von Lanxess, die von Michael Zobel geleitet wird.

Außer der Automobilindustrie gehören unter anderem Schuhe, Snowboard-Helme, Fahrradbremshebel, Lautsprechermembrane und Gehäuse für elektrische Geräte zu den wichtigsten Anwendungsbereichen von Organoblechen. Lanxess will das Geschäft mit der Automobilindustrie ausweiten und auch die Produkte für die Sport-und Elektronikindustrie weiterentwickeln.

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