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Tezet Laserstrahl und Spezialsoftware unterstützen die Rohrfertigung

| Autor / Redakteur: Helga Leistritz-Wittmack / Stefanie Michel

Wenn freiformgebogene Rohre auf ihre Passgenauigkeit vermessen werden müssen, kommt heute ein Laserscanner zum Einsatz. Dies ermöglicht eine Schnittstelle zwischen den geometrischen Flächen der CAD-Systeme sowie einer Rohrspezialsoftware. Jetzt ist das System auch für traditionell gebogene Rohre nutzbar.

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Bild 1: Die Freiformgeometrie eines gebogenen Rohres wird mit einem Laserscanner aufgenommen.Tezet-CAD errechnet daraus Rohrdaten und bereitet sie zu Biegedaten auf.
Bild 1: Die Freiformgeometrie eines gebogenen Rohres wird mit einem Laserscanner aufgenommen.Tezet-CAD errechnet daraus Rohrdaten und bereitet sie zu Biegedaten auf.
(Bild: Tezet Technik)

Rohre in ihrer dreidimensionalen Form werden immer mehr zu einem Industrieprodukt. Sie gelten nicht mehr nur als Verbindung zwischen zwei Anschlusspunkten, sondern auch als Konstruktionselement, wegen ihrer hohen Biegesteifigkeit und ihres geringen Gewichtes. Wenn statt Biegesteifigkeit eine gewisse Flexibilität verlangt wird, gibt es Schläuche, die bei hohen Temperaturen durch den innen liegenden Dorn ihre Form eingebrannt bekommen. Soll es noch leichter sein, gibt es Kunststoffrohre, die die Aufgaben erfüllen. Und es gibt Drähte verschiedener Stärken, die auch durch Biegemaschinen geformt werden. Für die Qualitätskontrolle muss jedes Teil auf seine Passgenauigkeit vermessen werden.

Eingescannte Rohre ergeben keine Rohrdaten

Als die Lasermesstechnik die Rohrwelt erreichte, wurden Rohre ebenso wie geometrische Flächen zunächst eingescannt. Das ergab zwar eine Rohrform auf dem Bildschirm, aber keinerlei Rohrdaten, da diese nicht aus Punktewolken, Triangeln und Nurbs generiert werden können. Für Rohrkoordinaten bedarf es unter anderem einer Mittellinie – die gab es aber nicht.

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Es lag zudem auch an den Konstruktionszeichnungen, die keinerlei x-, y-, z-Koordinaten ausgaben, sondern in den industriellen CAD-Systemen Rohre in Form von Halbschalen erzeugten. Für die Konstrukteure war das in Ordnung, denn sie waren gewohnt, dass die CAD-Systeme alle Daten extrahieren konnten. Das stimmte auch – aber nur für geometrische Flächen, nicht für Rohre. Dennoch generierten sie 3D-Daten im Iges-Dateiformat. Diese beinhalteten zwar die Flächendaten der Halbschalen, aus ihnen konnten jedoch keinerlei Rohrdaten ausgelesen werden.

Erst mit Schnittstelle lassen sich Rohre aus Halbschalen generieren

Die Lasertechnologie für Rohre musste warten, denn zur Qualitätskontrolle gehören Masterdaten – und die fehlten. Tezet entwickelte eine Schnittstelle zwischen den geometrischen Flächen der industriellen CAD-Systeme sowie der Tezet-CAD-Rohrspezialsoftware. Sie nennt sich 3D-Iges-Konverter und kann nun aus den Halbschalen Rohre generieren. Das war der Beginn der ersten Testphase des Lasermessens für Rohre.

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