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Finanzierung Leasingbranche zeigt sich verhalten optimistisch

| Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Claudia Otto

Trotz Eurokrise kann die Leasingwirtschaft mit einer erneuten Steigerung der Leasingquoten in Deutschland glänzen. Im Jahr 2012 erreicht der Leasinganteil an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen 15,5 % und bei den Ausrüstungsinvestitionen der Industrie beläuft er sich sogar auf 22,7 %.

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BDL-Präsident Martin Mudersbach sieht die Leasingunternehmen viel näher am Mittelstand als die Banken mit ihren Kreditfinanzierungsinstrumenten.
BDL-Präsident Martin Mudersbach sieht die Leasingunternehmen viel näher am Mittelstand als die Banken mit ihren Kreditfinanzierungsinstrumenten.
(Bild: Schamari)

Grundsätzlich glaube ich das schon“, antwortete Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), auf der Jahrespressekonferenz seines Verbandes in Frankfurt am Main, als er gefragt wurde, ob das Leasing von der produzierenden Industrie längerfristig noch stärker zur Finanzierung herangezogen werde als der Bankkredit.

Leasing ist Stabilitätsanker für die Investitionen des Mittelstands

Schon heute seien über die Hälfte der außenfinanzierten Investitionen mittels Leasing realisiert. Den weiteren Zuwachs gegenüber Krediten habe man mit Stolz beobachtet. Schließlich könne man maßgeschneiderte Finanzierungen für große Anlagen bieten, die sich erst nach Jahren amortisieren. Hier hätten die Banken nach seiner Beobachtung eine gewisse Müdigkeit in der Kreditvergabe. Das müsse von der Tendenz her dazu führen, dass sich der Anteil an der Finanzierung von Investitionen weiter zugunsten von Leasing verschiebt.

Faktisch sieht Mudersbach die Leasingunternehmen viel näher am Mittelstand als die Banken mit ihren Kreditfinanzierungsinstrumenten. Deshalb konnte er auch eine sehr ordentliche Geschäftsentwicklung in der Leasingbranche verkünden: „Wir haben nach einem exzellenten Jahr 2011 mit einer Steigerungsrate von über 12 % ein Niveau erreicht, das uns jetzt im Jahr 2012 trotz schwierigem Umfeld zu halten gelungen ist.“ Das beweise, dass Leasing ein Stabilitätsanker gerade für die Investitionen des Mittelstands sei. Dennoch spüre seine Branche natürlich die Eintrübung der Konjunktur in Deutschland. Aber man könne zufrieden sein, zumal die Leasinginvestitionen zum Jahresende nochmals um 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr auf 49,3 Mrd. Euro gestiegen sein dürften.

Position des Immobilienleasing mittlerweile gefestigt

„Das ist angesichts der Stimmungslage wirklich ein ausgezeichnetes Ergebnis“, freute sich Mudersbach. Hierbei liege das Mobilienleasing für Flurförderzeuge, Kräne und andere Firmenfahrzeuge mit 0,5 % im Wachstum leicht schwächer als das Immobilienleasing, zu dem das Leasing von Produktionsstätten und -anlagen zählt. Es liege daran, dass das Immobilienleasing eine relativ volatile Größe sei, wie auch schon die vergangenen Jahre gezeigt hätten. Es habe einen deutlich geringeren Marktanteil und große Einzelprojekte würden daher bestimmen, ob Immobilienleasing in einem Kalenderjahr gewachsen sei oder nicht.

Für 2013 zeigte sich Mudersbach verhalten optimistisch. Schon im laufenden Jahr hätten die Unternehmen weniger investiert, aber dafür verstärkt nach Leasing gefragt. „Wir gehen daher davon aus, dass das Leasingneugeschäft im nächsten Jahr stabil bleibt“, stellte er fest. Gerade das Immobilienleasing habe – nach „Ausreißern“ 2009 nach unten und 2010 nach oben – sein typisches Volumen gefunden und liege relativ konstant bei 2 Mrd. Euro. Diese gefestigte Position des Immobilienleasing gehe nicht zuletzt auf die gestiegene Nachfrage nach intelligenten Finanzierungsprodukten zurück. Das Angebot der Leasingwirtschaft bestehe hier aus einem Rundumpaket, das Servicedienstleistungen von der Planung eines Objektes über den Bau bis zur Fertigstellung umfasst.

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