Stahl- und Metallverarbeitung Liquiditätsengpässe werden für Zulieferer zum Problem

Redakteur: Jürgen Schreier

Das Jahr 2008 ist für die deutschen Stahl- und Metallverarbeiter alles in allem nochmals ein relativ gutes Jahr gewesen, wenngleich die beiden Schlussmonate das Gesamtergebis stark relativierte.

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WSM-Präsident Ulrich Galladé: „2009 stehen wir vor großen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern in Wirtschaft und Politik bestehen können, wenn alle an einem Strang ziehen.“
WSM-Präsident Ulrich Galladé: „2009 stehen wir vor großen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern in Wirtschaft und Politik bestehen können, wenn alle an einem Strang ziehen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Das hohe Niveau der Vorjahre konnte 2008 gehalten werden: Dieses Fazit ziehen die rund 4900 Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung für das Geschäftsjahr 2008. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Produktion nur leicht um 0,5% zurück, der Umsatz etwas stärker um 0,9%. Im Jahresdurchschnittsvergleich stieg die Beschäftigung um 3,6% auf 451000 Menschen. Das sei ein grundsätzlich zufriedenstellendes Ergebnis vor dem Hintergrund des starken Wachstums in den Jahren zuvor, so der WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung, Düsseldorf.

Aber: „Zwei extrem schwache Monate zu Jahresende haben die Erfolge der ersten drei Quartale 2008 innerhalb kürzester Zeit pulverisiert“, sagt WSM-Präsident Ulrich Galladé. Allein im Dezember brach die Produktion um 23,3% ein, der Umsatz sank um 22,2% ab. Noch dramatischer war die Entwicklung bei den Auftragseingängen, die im letzten Monat des Jahres 2008 um 40,5% einbrachen. Im Jahresvergleich beträgt das Minus bei den Neubestellungen 8,4 %.

Die Krise trifft in erster Linie die Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, die rund 50% zum gesamten Branchenumsatz von über 83 Mrd. Euro beitragen. Das Konsumgütersegment stehe noch verhältnismäßig gut da, weil insbesondere die Kundengruppen Bau- und Fachmärkte von der Krise und dem nach wie vor robusten Konsumenten profitierten, so Galladé. „Trotzdem, 2009 stehen wir vor großen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern in Wirtschaft und Politik bestehen können, wenn alle an einem Strang ziehen“, ist der Verbandspräsident überzeugt

Immer mehr Zulieferer beklagen Liquiditätsengpässe

Zu schaffen machen den WSM-Unternehmen in der Zulieferindustrie Liquiditätsengpässe. Galladé: „Die Situation ist schnell beschrieben. Die Aufträge sind dramatisch eingebrochen. Das erfordert Kostensenkungen, die erst einmal bezahlt werden müssen. Gleichzeitig mussten hohe Werte in den Warenlagern wegen des stark gefallenen Stahlpreises abgeschrieben werden. Und von Kunden- und Lieferantenseite drückt das Cashmanagement: Die einen wollen später zahlen, die anderen früher als üblich ihr Geld sehen. Und unsere mittelständischen Unternehmen sind mitten drin in der Verteidigungsposition.“

Angesichts der schlechten Geschäftsaussichten in vielen Abnehmerbranchen – etwa in der Automobilindustrie und im Maschinenbaus – würden die WSM-Unternehmen zudem von Warenkreditversicherern und Banken in Sippenhaft genommen. Trotz hervorragender Positionierung im Markt: „Ausfallgarantien werden nach der Rasenmähermethode gekündigt, die Unternehmen ohne Einzelfallprüfung in den Ratings herabgestuft, in der Folge steigen die Kreditkosten“, so Galladé.

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