Kuhlmeyer Mannlos Schleifen und Entgraten von Siebkorbblechen und Lochblechen

Autor / Redakteur: Martin Stahlberg / M.A. Frauke Finus

Ein Lieferanten von Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für die Zellstoff- und Papierindustrie, hat sich für eine multifunktionale Schleifmaschine aus dem Hause Kuhlmeyer Maschinenbau entschieden. Für die Produktion von Siebkorbblechen und Lochblechen wurde eine Oberflächen-Schleif- und Bürstmaschine benötigt, um die Herstellungs- und Weiterverarbeitungsprozesse weiter zu verbessern.

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Kuhlmeyer PZM-SO für die Bearbeitung von Waggonaußenwänden.
Kuhlmeyer PZM-SO für die Bearbeitung von Waggonaußenwänden.
(Bild: Kuhlmeyer)

Die Realisierung hat Kuhlmeyer aus dem ostwestfälischen Bad Oeynhausen übernommen. Mit seiner über 40-jährigen Erfahrung im Schleifen, Polieren und Entgraten von Holz- und Metallwerkstoffen konnte auch für den geschilderten Anwendungsfall eine passende Maschine geplant und gebaut werden.

In der ersten Phase hat Kuhlmeyer mit diversen Schleifversuchen die Machbarkeit dargestellt. Jetzt ging es darum, das richtige Maschinenlayout zu planen, um das Teilehandling und den Materialfluss zu verbessern. Dazu hat das Kuhlmeyer-Team verschiedene Lösungen untersucht und schließlich eine fahrbare Portal-Zweiband-Schleifmaschine mit automatischen Antrieben für das Fahrwerk und die Werkzeugfunktionen, sowie eine Blechwendevorrichtung als Kernstück der Anlage konzipiert.

Bauteile müssen gewendet werden

Das sehr variantenreiche Bauteilespektrum an Blechen von 300 x 1000 x 3 mm bis zu 2500 x 5500 x 12 mm inklusive Formteilen, Halbkreis-Formen und Blechen mit Ausschnitten, muss sicher positioniert sein. Da in aller Regel beide Seiten der Werkstücke zu bearbeiten sind müssen die Bauteile gewendet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Oberflächen den hohen Qualitätsanforderungen in den späteren Maschinen und Anlagen genügen.

Die Wendevorrichtung mit Schwenkspannern und versenkbaren Anschlagbolzen ausgestattet, wird als Maschinentisch unter der Schleifmaschine positioniert. So lassen sich unterschiedlichste Bauteile automatisch um 180° wenden. Ein sicheres Halten der Bleche ist wichtig, damit der Automatik-Betrieb ohne Unterbrechungen wiederholgenau bis zum fertigen Werkstück durchlaufen kann.

Über das Maschinenfahrwerk besteht die Möglichkeit, die gesamte Schleif- und Bürstmaschine in der X-Achse automatisch zu bewegen. Hierdurch lassen sich die entsprechenden Punkte zum Schleifen oder den notwendigen Rüst- und Wartepositionen anfahren. Mit dem Schienensystem sind auch problemlos längere Fahrwege darstellbar oder für Ausbaustufen auch zu verlängern, um die Maschinen noch flexibler einzusetzen. Die Schienen können auch unter Flur im Boden eingelassen werden, um Störkanten oder Stolpergefahren zu reduzieren.

Automatisierung und Handhabung an Langband-Schleifmaschinen

Für Kuhlmeyer war die Aufgabe interessant, weil sich das Konstruktions- und Entwicklungsteam schon länger mit dem Thema der Automatisierung und Handhabung an Langband-Schleifmaschinen beschäftigt hat. Unterschiedlichste Ansätze und Lösungen sind schon realisiert worden.

Der Produktionsleiter des Kunden bestätigt: „Wir haben hier den wesentlichen Vorteil, dass wir eine nahezu mannlose Bearbeitung der Bauteile in 3 Schichten erreichen. Die hohe Qualität in der Wiederholgenauigkeit der Oberflächengüte und das vereinfachte Teilehandling zum Be- und Entladen der Maschine ist mehr als überzeugend und haben unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die komplexe Maschine ist sehr robust und praxisgerecht gebaut, der Serviceaufwand ist minimal, so dass wir eine hohe Verfügbarkeit der Gesamtanlage planen können“ .

Die anwenderfreundliche Steuerung auf Basis der Simatic S7 lässt sich mit dem von außen zugänglichen Bedienterminal gut bedienen. Programme sind schnell in einer Zeilenform erstellt, dazu müssen lediglich Start- und Umkehrpunkte definiert werden. Überlappungen und Geschwindigkeiten der Fahrachsen dienen dazu, das gewünschte Oberflächen-Schliffbild zu erreichen. Mittels einer Funkfernsteuerung sind die Positionen auch im Teach-Betrieb direkt im Sicherheitsbereich der Maschine anzufahren und zu speichern, was ein zusätzlicher Pluspunkt der Anlage ist.

Die Kuhlmeyer Portal-Zweiband-Schleifmaschine ist eine Weiterentwicklung der sehr bewährten und über 700-mal verkauften Zweiband-Schleifmaschine ZBS. Das Prinzip, immer zwei Schleifbänder oder besser gesagt, ein Band für den Vorschliff und ein zweites für den Feinschliff einzusetzen, hat bei Kuhlmeyer Tradition und bietet große Vorteile beim Schleifen der Oberflächen, da kein störender Bandwechsel im Produktionsablauf eingeplant werden braucht. Das spart nicht nur Rüstzeiten, sondern erhöht auch die Qualität. Ebenso wurden die Vorteile des langen, endlosen Schleifbandes gentutzt: seine hohe Standzeit, die geringe Erwärmung des Bandes und des Werkstücks, die hohen Bandgeschwindigkeiten, die Bewegungsmöglichkeiten des Bandes, um mit den entsprechenden schwimmenden Werkzeugen (Druckschuh oder Kontaktwalzen) auch Unebenheiten in der Werkstückoberfläche auszugleichen.

Rüstzeiten gespart

Durch den zusätzlich integrierten Bürstkopf, der zum Entgraten der Oberflächen, insbesondere an den Rändern der Lochraster und Ausschnitte eingesetzt wird, erhält die PZM eine weitere wichtige Funktion, die sonst von Einzelmaschinen erledigt wird. Mit dem Konzept konnte Kuhlmeyer die Anforderungen zusammenfassen und in den Fahrbewegungen verbessern. Das spart ebenfalls Zeit und Kosten.

Mit der hohen Fertigungstiefe, dem Konstruktionsbüro im eigenen Haus und den Steuerungsspezialisten werden alle Maschinen im Kuhlmeyer-Werk komplett gefertigt, montiert und in Betrieb genommen.

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