MES Manufacturing Execution Systeme bringen mehr Planungsqualität und Planungssicherheit

Redakteur: Dietmar Kuhn

Ein besonderes Hilfsmittel hat in den letzten Jahren sehr an Bedeutung gewonnen, die Softwareunterstützung in der Fertigungsorganisation. Die Disziplinen der Betriebsdatenerfassung, der Fertigungsfeinplanung, der Qualitätssicherung, Personal- und Werkzeugmanagements haben sich in den letzten Jahren zu dem Begriff Manufacturing Execution Systems (MES) verdichtet.

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Dr. Jürgen Kletti, Geschäftsführer MPDV: „Mit dem MES-System Hydra sind die Schnittstellen zwischen einzelnen Disziplinen verschwunden.“ Bilder: MPDV
Dr. Jürgen Kletti, Geschäftsführer MPDV: „Mit dem MES-System Hydra sind die Schnittstellen zwischen einzelnen Disziplinen verschwunden.“ Bilder: MPDV
( Archiv: Vogel Business Media )

„Mit PC-basierten Erfassungsterminals oder auch direkt PCs als Erfassungsterminals haben sich völlig neue Möglichkeiten ergeben, Leistungen zu erfassen und Informationen direkt an den Ort der Fertigung zu verbringen. Leicht handhabbare Kabelnetzwerke, störungsfreie Glasfasernetzwerke und einfach zu installierende Funknetzwerke haben ein Übriges zu diesem Siegeszug beigetragen“, meint Dr. Jürgen Kletti, Geschäftsführer des Systemhauses MPDV.

Jedoch scheint die Erfassung von Leistungen nur ein eher klassisch orientierter Aspekt der produktionsnahen Informationstechnik zu sein. MES steht für die Gesamtheit der Anwendungen, die die Fertigungsorganisation zeitnah oder online mit einem hohen Detaillierungsgrad unterstützen.

MES unterstützt vor allem die Fertigung

„Wichtig ist hierbei“, sagt Dr. Kletti, „MES nicht mit Einzelfunktionen aus dem ERP-Umfeld zu verwechseln. MES steht für eine zeitnahe Reaktion, für mehr Transparenz und für mehr Effizienz in der Fertigung.“ Denn der Kunde von heute erwartet qualitativ hochwertige Produkte, die in einer transparenten, das heißt einer nachvollziehbaren Produktion hergestellt wurden.

Dazu trägt MES zunächst einmal mit mehr Planungsqualität bei. Kurze Zyklen, in denen die Fabrikrealität erfasst wird und direkt darauf folgende Auswertungen ergeben machbarere Pläne ohne Wartezeiten und ohne Verschwendung von Arbeitskraft. Durch das permanente Betrachten von Materialbeständen in einem Fertigungsbetrieb können die Umlaufbestände und damit die Kapitalbildung reduziert werden.

MES reagiert online auf Störungen im Fertigungsablauf. Die Störungen können dadurch schneller beseitigt werden, so dass Anlagen und Arbeitsplätze einen höheren Nutzungsgrad aufweisen. Diese Möglichkeiten werden jedoch nur durch ein zeitnahes oder Online-Abbild der Fertigung erreicht.

Horizontal integrierte MES arbeiten auf gemeinsamer Datenbasis ohne Schnittstellen

Hier kommt eine Weiterentwicklung des MES-Gedankens zum Tragen, das an dieser Stelle auch als eine Produktphilosophie von MPDV beziehungsweise dem Produkt Hydra verstanden werden kann. „Es geht hier um das horizontal integrierte MES. MES setzt sich damit nicht mehr aus einer Summe von Einzellösungen zusammen, die über mehr oder minder komplexe Schnittstellen miteinander kommunizieren, sondern ein horziontal integriertes MES wie Hydra arbeitet auf einer gemeinsamen Datenbasis, so dass prinzipiell keine Schnittstellen zwischen den einzelnen Disziplinen mehr notwendig sind“ erklärt Kletti.

Anwendungen zum Personalmangement, zum Fertigungsmanagement oder zum Qualitätsmanagement arbeiten dabei homogen. Allen Anwendungen stehen die Daten der jeweils anderen Disziplin auf Knopfdruck zur Verfügung. Diese Typologie von MES wird in der Fertigung der Zukunft ein unverzichtbares Element darstellen. Sie bietet eine zeitnahe Erfassung aller im Fertigungsumfeld relevanten Daten und eine sofortige Reaktion auf neue Situationen und die Weiterleitung an die Verantwortlichen, unabhängig davon, in welcher Abteilung sie angesiedelt sind.

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