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Maschinenbau steht vor Stagnation

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Aufträge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind zwar auch im April 2011 noch gestiegen. Der VDMA, Frankfurt am Main, erwartet laut eigener Mitteilung vom Dienstag in den kommenden Monaten jedoch eine Seitwärtsbewegung.

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Für die Maschinenbauer sind die hohen Zuwachsraten vorerst vorbei. (Bild: Jungheinrich)
Für die Maschinenbauer sind die hohen Zuwachsraten vorerst vorbei. (Bild: Jungheinrich)

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag im April 2011 um real 22% über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft stieg um 16%, das Auslandsgeschäft um 26% im Vergleich zum Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich Februar bis April 2011 ergibt sich insgesamt ein Plus von 26% im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 24% und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 27%.

Maschinenbau lässt hohe Zuwächse vorerst hinter sich

„Die hohen Zuwachsraten verschleiern eine sich vor allem im Auslandsgeschäft anbahnende Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Die vielfältigen geopolitischen und wirtschaftlichen Belastungen zeigen offenbar Wirkung. Ob dauerhaft oder – wie schon einmal im zurückliegenden Herbst – nur temporär wird sich in den nächsten Monaten erweisen“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Der deutsche Maschinenbau profitiere dabei vom derzeit hohen Wachstum in Deutschland, sei aber auch Teil dieses Wachstums, sagte Wiechers weiter. „Er profitiert, weil andere Branchen, wenn sie wachsen, investieren, und er ist Teil, weil der Maschinenbau ein wesentlicher Teil der deutschen Wirtschaft ist“, erläuterte er.

Investitionen in Deutschland befeuern Maschinenbau

Der Aufschwung in Deutschland wird dabei nicht nur vom Export, sondern auch von Investitionen getrieben, wie Wiechers im Gespräch mit MM Maschinenmarkt Online weiter ausführte. Die Stimmung in den Kundenbranchen des Maschinenbaus bleibe optimistisch. „Die Investitionsplanungen sind fast wieder so positiv wie 2007 und 2008“, berichtete der VDMA-Chefvolkswirt.

Neben den geopolitischen Störungen würden den deutschen Maschinenbauern vor allem die Material- und Kapazitätsengpässe bei den Zulieferungen Sorgen machen. „Jedes vierte Unternehmen im Maschinenbau berichtet mittlerweile über konkrete Produktionsbehinderungen, weil sie Zulieferungen nicht bekommen, weil sie nicht so viel produzieren können, wie sie es sonst vielleicht machen würden“, sagte Wiechers. Für einzelne Unternehmen seien Zulieferungen wieder so schwierig wie zu Höchstzeiten des vorhergehenden Booms. Dadurch sei auch das Wachstum gedeckelt.

Maschinenbau hilft mit Effizienzsteigerungen gegen höhere Rohstoffpreise

Hinzu kämen Materialpreissteigerungen. „Wir sind in vielen Bereichen schon über den Spitzenniveaus vor der Krise“, berichtete der VDMA-Chefvvolkswirt. „Das belastet, schafft aber auch Chancen, weil der Maschinenbauer mit materialeffizienten Produktionsweisen dem Maschinenbau selbst, aber auch seinen Kunden helfen kann.“ Letztlich könne man dem knappen Angebot auf der Rohstoffseite nur mit Effizienzsteigerungen begegnen.

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