Einkauf Maschinenbau verpasst Kostensenkungschancen

Redakteur: Stéphane Itasse

Nur gut ein Fünftel der deutschen Unternehmen nutzen die Produktkostenanalyse für mehr Kostentransparenz ihrer eingekauften Produkte und selbst gefertigter Waren, der Anteil im Maschinenbau liegt sogar noch darunter. Und das, obwohl rund 80% der Unternehmen die Kosten senken wollen.

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Wer die Kosten seiner zugekauften Waren analysiert, kann günstiger Einkaufen. (Bild: Pressebox)
Wer die Kosten seiner zugekauften Waren analysiert, kann günstiger Einkaufen. (Bild: Pressebox)

Das hat eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, der Universität St. Gallen und des auf Produktkostenanalyse spezialisierten Beratungsunternehmens Costdata Cost Engineering ergeben, wie die Berater mitteilen. Automobilzulieferer nehmen eine Vorreiterrolle ein: So verfügen insgesamt 44% der Zulieferunternehmen in der Automobilindustrie über ein Cost Breakdown Tool, bei den Unternehmen mit einem Umsatz über 50 Mio. Euro sind es sogar 61%.

Maschinenbauer hinterfragen Kosten der Zulieferer zu selten

Anders sieht dies bei deutschen Maschinenbauern aus: Nur jeder Fünfte nutzt die Produktkostenanalyse, bei Unternehmen mit weniger als 100 Mio. Euro Umsatz ist es gerade einmal jeder Zehnte. In der Produktkostenanalyse werden Produkte, vor allem Fremdfabrikate, in ihre Einzelteile zerlegt.

Diese Einzelteile werden gewogen, gemessen und schließlich in ihre Kostenparameter aufgeteilt: Lohnkosten, Materialkosten, Fertigungskosten, Veredelungskosten und viele weitere Kostenblöcke, welche die Gesamtkosten eines Produktes ausmachen. Im Anschluss werden die Kosten jedes Einzelteils aufaddiert, um zu den real existierenden Kosten eines Produkts zu kommen. So können Unternehmen die Kosten von eingekauften Waren von Dritten genau berechnen – und erhalten damit neue Argumente in Einkaufsverhandlungen.

Produktkostenanalyse noch zu wenig genutzt

„Die Automobilindustrie hat die Produktkostenanalyse erfunden“, sagt Costdata-Geschäftsführer Frank Weinert, „allerdings schon vor mehr als dreißig Jahren. Darum ist es verwunderlich, dass andere Branchen dieses Tool noch immer nicht flächendeckend nutzen.“ Trotz der Ziele, Kosten zu senken. Weinert erläutert: „Wenn ich als Einkäufer die genauen Preise meines Produktes kenne, kann ich ganz anders meine Verhandlungen führen – ich bin nicht mehr auf Schätzwerte angewiesen. Dies ermöglicht es mir, meinem Ziel der Kostensenkung ein ganzes Stück näher zu kommen.“

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