VDMA Maschinenbau wächst erneut langsamer

Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Maschinenbauer können sich auf ruhigere Zeiten einstellen: Wie der VDMA am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt, lag der Auftragseingang im Mai 2011 um real 21% über dem Ergebnis des Vorjahres. Auch beim Dreimonatsvergleich gingen die Wachstumsraten im Vergleich zum April zurück.

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Der deutsche Maschinenbau wächst nicht mehr so stürmisch wie im vergangenen Jahr. (Bild: Reis)
Der deutsche Maschinenbau wächst nicht mehr so stürmisch wie im vergangenen Jahr. (Bild: Reis)

Auf Monatsbasis stieg das Inlandsgeschäft um 19%, das Auslandsgeschäft um 21% im Vergleich zum Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich März bis Mai 2011 ergibt sich insgesamt ein Plus von 20% im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 18% und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 22%.

Maschinenbau kann im Ausland nicht weiter zulegen

„Im Auftragseingang des deutschen Maschinenbaus setzt sich der Trend einer moderateren Gangart fort. Trotz der weiterhin guten Wachstumsraten reicht es im Kurvenverlauf speziell im Ausland nur für eine Seitwärtsbewegung. Die vielfältigen Belastungen der Weltwirtschaft in diesem Frühjahr haben offenbar Spuren hinterlassen. Doch alles hat sein Gutes: Eine weitere Überhitzung des Konjunkturmotors kann so vermieden werden“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Im zweiten Jahr der Euro-Krise spürt der Maschinenbau allerdings schon die Auswirkungen. „Namentlich in Griechenland, Portugal und Spanien haben wir deutliche Rückgänge im Export“, sagte Wiechers weiter. Auf der anderen Seite gebe es kräftige Zuwächse, beispielsweise in Schweden oder in Osteuropa.

Maschinenbau kann von Euro-Krise noch profitieren

Profitieren könne der deutsche Maschinenbau von der Euro-Krise durch eine schwächere Gemeinschaftswährung. „Das hilft uns natürlich auf den Auslandsmärkten“, räumte der VDMA-Chefvolkswirt ein, „insofern sind wir da etwas gespalten“.

Wichtig sei es, eine Lösung für die Euro-Krise zu finden, denn der Maschinenbau könne sich nicht hiervon losmachen. „Wir brauchen vernünftige Rahmenbedingungen auch auf der Währungsseite, insofern setzen wir auch große Hoffnungen auf die Entscheidungen, die anstehen“; sagte Wiechers.

Ausweitung der Euro-Krise würde Maschinenbau treffen

Zwar komme der Maschinenbau in den Krisenländern nur bei Spanien auf einen nennenswerten Betrag, die anderen sind nach Auskunft von Wiechers „unter ferner liefen“. Die Gefahr bestehe aber darin, dass die Euro-Krise weitere Kreise zient. „Wenn es Italien mitreißt, geht es ans Eingemachte“, warnte der VDMA-Chefvolkswirt.

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