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VDMA Maschinenbau zeigt schwachen Jahresauftakt

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist mit schwächeren Bestellungen ins neue Jahr gestartet. Der Auftragseingang lag im Januar 2013 um real 2 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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(Bild: Trumpf)

Das Inlandsgeschäft sank um 7 %, das Auslandsgeschäft lag um 1 % über dem Vorjahresniveau, heißt es weiter. Im Dreimonatsvergleich November 2012 bis Januar 2013 ergibt sich insgesamt eine Stagnation im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen bei minus 3 %. Die Auslandsaufträge bei plus 1 %.

Deutsche Maschinenbauer warten auf den Aufschwung

„Der beim Auftragseingang seit Oktober zu beobachtende monatliche Wechsel zwischen kleinen Plus- und Minusraten setzte sich im Januar fort. Im Geschäft mit den Auslandskunden konnte zwar ein kleiner Zuwachs erzielt werden. Doch die Inlandsaufträge zogen das Gesamtergebnis unter die Nulllinie, so dass hier ein Minus von 2 % steht“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Aufschlussreicher als eine Interpretation der Veränderungsraten sei ein Blick auf den jeweiligen Kurvenverlauf: „Danach konnten die Inlandsorders den Dämpfer im Herbst wieder wettmachen, während sich die Auslandsbestellungen mal mehr mal weniger auf dem Niveau des letzten Sommers bewegen. Im Durchschnitt läuft das auf weitgehend konstante Bestellungen hinaus, allerdings mit Wachstumspotenzial", kommentierte Wiechers weiter. „Das charakterisiert auch die aktuelle Situation im Maschinenbau: nicht gut, aber auch nicht schlecht.“

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Wachstumssignale für die Maschinenbauer hat Wiechers bei den insgesamt positiven Frühindikatoren ausgemacht: „Seit Monaten verzeichnen wir eine bessere Stimmung im Inland wie im Ausland, das wird sich dann zeitversetzt auch im Auftragseingang widerspiegeln“, gab sich der VDMA-Chefvolkswirt optimistisch.

Jobmotor im Maschinenbau lief 2012 weiter

Rückblickend auf das Jahr 2012 hatte Wiechers gute Nachrichten parat. Die Maschinenproduktion in Deutschland war im vergangenen Jahr um 0,9 % gestiegen, etwas weniger als die vom VDMA prognostizierten 2 %. „Der Dezember hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, bis November hatte es gestimmt“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt, „Schön ist, dass wir der einzige Industriezweig sind, der im Jahr 2012 Plusraten bei der Produktion verzeichnen konnte.“

Die Beschäftigungsprognose von 30.000 neuen Arbeitsplätzen konnte der Maschinenbau hingegen 2012 erfüllen. „Wir hatten einen kräftigen Beschäftigungsaufbau zur Jahresmitte, im letzten Quartal ist er weitgehend zum Stillstand gekommen, aber es findet auch kein nennenswerter Abbau statt“, erläuterte Wiechers.

Deutsche Maschinenbauer knackten 2012 Exportrekord von 2008

Besonders gut lief es 2012 für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer im Exportgeschäft: Der Rekord von 2008 wurde gebrochen. „Einem nominalen Zuwachs von 5 % steht ein Exportvolumen von 145 Mrd. Euro gegenüber“, berichtete der VDMA-Chefvolkswirt. Leichte Anteilsgewinne in der EU stünden leichten Rückgängen in Asien, insbesondere in China, gegenüber. „Wir hatten im China-Geschäfts rund 10 % Rückgänge, das entspricht 1,8 Mrd. Euro – interessanterweise ist das genau der Betrag, den wir bei den Exporten in die USA gewinnen konnten“, sagte Wiechers.

Bei den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) habe es allein in Russland ein Wachstum für die deutschen Maschinenbauer gegeben. „Indien war deutlich rückäufig, Brasilien etwas unter dem Vorjahresniveau“, resümierte er. Erstaunlich sei die doch gute Entwicklung in den EU-Staaten und auch die erfreuliche Entwicklung im Euro-Raum, auch wenn sie mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in diesem Bereich nicht in Einklang zu bringen sei.

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