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VDMA Maschinenbauaufträge brechen im Inland ein

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind weiter rückläufig. Der Auftragseingang lag im März 2012 um real 4 % unter dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft sank sogar um 9 %, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Trotz Orderrückgangs ist die Kapazitätsauslastung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau noch hoch.
Trotz Orderrückgangs ist die Kapazitätsauslastung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau noch hoch.
(Bild: Kuka )

Das Auslandsgeschäft lag im März nur um 2 % unter dem Vorjahresniveau, heißt es weiter. Mit den aktuellen Zahlen verbucht der deutsche Maschinenbau den fünften Rückgang der Auftragseingänge in Folge.

Maschinenbestellungen aus dem Euro-Raum brechen ein

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Januar bis März 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von real 9 % im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen mit 10 % im Minus. Bei den Auslandsaufträgen gab es ein Minus von 8 %.

„Ein Blick auf den Kurvenverlauf bestätigt das schon in den Vormonaten zu beobachtende Bild der Stabilisierung. Wir sehen darin eine Seitwärtsbewegung, im Ausland sogar eine leichte Aufwärtsbewegung“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis. Vorsicht sei gleichwohl weiter angebracht. „Die wesentlichen Impulse kommen von den nicht-europäischen Kunden. Die Orders aus dem Euro-Raum verloren mit minus 17 % weiterhin an Boden. Das Ganze ist also noch sehr fragil“, erläuterte Wiechers weiter.

Zwei Maschinenbau-Fachzweige mit mehr als 40 % Plus

Bei den einzelnen Fachzweigen gab es im ersten Quartal 2012 starke Abweichungen bei den Orders. „Mehr als 40 % Wachstum hatten die Verfahrenstechnik und die Bergbaumaschinen“, berichtete VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann auf Anfrage unserer Redaktion. ein Minus von mehr als 20 % mussten hingegen die Bekleidungs- und Ledertechnik, Textilmaschinen, Hütten- und Walzwerkseinrichtungen, Power Systems sowie Holzbearbeitungsmaschinen hinnehmen. Dennoch sieht Wortmann keinen Grund zur Beunruhigung. „Im Durchschnitt der Branche liegt die Kapazitätsauslastung bei 88 %, da kann man sich nicht beklagen.“

Weltweit habe der Maschinenbau im vergangenen Jahr 2,1 Bill. Euro umgesetzt. Marktführer sei China mit einem Anteil von 27%, gefolgt von Japan und den USA vor Deutschland und – etwas abgeschlagen – Italien. Auf die asiatischen Hersteller entfalle mittlerweile rund die Hälfte des Welt-Maschinenumsatzes, berichtete der VDMA-Chefvolkswirt, weiter, auf Europa ein knappes Drittel, auf die USA ein knappes Fünftel.

„Was das laufende Jahr angeht, gehen wir von weiterem Wachstum aus, allerdings geringer, etwas mehr als 6 % nominal“, sagte Wiechers. Deutschland stehe mit 0 % nicht alleine da, Wachstum gebe es in den USA, China und Japan, Rückgänge gerade in den südeuropäischen Ländern Spanien und Italien. Für Europa insgesamt rechnet der VDMA-Chefvolkswirt mit einem Rückgang von 2 %.

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