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VDMA Baden-Württemberg Maschinenbauer im Ländle erwarten Umsatzplus und neue Arbeitsplätze für 2012

| Redakteur: Peter Königsreuther

Trotz turbulenter Ereignisse im Euro-Raum und einer Abschwächung in der Weltwirtschaft können die Maschinenhersteller aus Baden-Württemberg beruhigt in die nähere Zukunft blicken. Das war die Hauptbotschaft von Christine Kienhöfer, Stellvertretende Vorsitzende des VDMA Baden-Württemberg, und von VDMA BW-Geschäftsführer Ulrich P. Hermani auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart.

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Die gute Stimmung im Ländle belegten Christine Kienhöfer, Stellvertretende VDMA-BW-Vorsitzende und -Geschäftsführer Ulrich P. Hermani.
Die gute Stimmung im Ländle belegten Christine Kienhöfer, Stellvertretende VDMA-BW-Vorsitzende und -Geschäftsführer Ulrich P. Hermani.
(Bild: Königsreuther)

Zu dieser Erkenntnis führte eine Konjunkturumfrage, an der 371 Unternehmen vorwiegend aus dem Maschinenbau teilgenommen hatten. 51 % der befragten stellen die Situation als gut oder sehr gut dar. 34 % sind zufrieden und nur 15 % klagen über Auftragsmangel oder -rückgang. Kienhöfer kommentierte die Zahlen: „Wir haben zwar ein ruhigere Gangart eingelegt, doch geht es weiter moderat aufwärts."

Baden-Württembergs Maschinenbauer erwarten mindestens 5 % mehr Umsatz

Laut Hochrechnungen soll der Maschinenbau-Umsatz nominal um 5 % zulegen was einen Anstieg von 64,8 Mrd. Euro in 2011 auf 68 Mrd. Euro in 2012 bedeute. Ein neues Rekordniveau, betonte Kienhöfer. 70 % der Befragten rechnen mit diesem Umsatzanstieg und 21 % gehen dabei sogar von mehr als 10 % aus.

2011 wurden 10.000 Arbeitsplätze im Land aufgebaut und in 2012 sind es jetzt bereits 2000. Man rechnet bis zum Jahresende mit weiteren 2000 neu besetzten Stellen. Weit über 3000 Arbeitsplätze warten noch auf Ingenieure und Facharbeitern aus der Branche.

Zu den Betrieben, die über eine schlechtere Lage klagen, gehören laut Hermani vor allem Unternehmen aus der Holzverarbeitung, der Solarbranche und dem Druckgewerbe.

Fachkräftemangel in Baden-Württemberg lähmt weiter Maschinenbau-Wachstum

In den ersten fünf Monaten 2012 überstiegen die Umsätze das sehr hohe Vorjahresniveau um reale 4 %. Die Auftragseingänge lagen jedoch um den selben Wert unter dem von 2011. 81 % der Unternehmen berichten von ausreichend ausgelasteten Kapazitäten. Im letzten Jahr waren es 88 %.

Im Zuge der konjunkturellen Beruhigung haben Lieferengpässe an Bedeutung verloren. Nur knapp jeder vierte Betrieb gibt noch diesen Grund als Produktionshürde an, so Kienhöfer. Ein weit stärker belastender Faktor sei der nach wie vor herrschende hohe Fachkräftemangel im Maschinenbau, der fast ein Drittel der Betriebe deutlich am Wachstum hindere.

Neue Landesregierung in Baden-Württemberg unterstützt Maschinenbau

Zur langfristigen Bekämpfung des Arbeitskräftemangels wollen die Betriebe weiterhin auf die eigene Ausbildungskompetenz setzen. 87 % der befragten Unternehmen bilden selber aus, 20 % haben die Bemühungen verstärkt und 61 % halten die Ausbildungsquote konstant. Bei lediglich 6 % wurden weniger Azubis eingestellt. Darüberhinaus bilden viele Betriebe über Soll aus, was die Lage verbessere.

Kienhöfer begrüßte, dass die Tarifvertragsparteien keine verpflichtende, unbefristete Übernahme aller Auszubildenden gefordert hat. „Hätte man der Forderung der IG-Metall nachgegeben, wäre es unzweifelhaft zu verminderter Ausbildungsbereitschaft seitens der Arbeitgeber gekommen," stellte sie klar.Ein großes Problem stellten auch die vielen Studienabbrecher dar. Der Maschinenbau scheint an Attraktivität zu verlieren. Der VDMA steht deswegen dem jüngsten Vorhaben Junge Menschen aus Spanien zu unterstützen offen gegenüber.

Der VDMA arbeite auch gut mit der neuen Landesregierung unter Ministerpräsident Kretschmann zusammen. Die politisch Verantwortlichen seien sich der Bedeutung des Maschinenbaus und des Mittelstandes für Innovationen und für den angestrebten ökologischen Wandel bewusst, präzisierte Kienhöfer dazu. Denn ohne Technik geht es einfach nicht. „Beim dazu notwendigen Ausbau der Forschungs- und Ausbildungsinfrastruktur sind der VDMA und die Landesregierung auf einer Linie", erklärte sie.

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