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VDMA Maschinennachfrage aus Europa überrascht positiv

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich im Juni 2012 weiter abgeschwächt. Laut Mitteilung des VDMA vom Mittwoch ist aber ein Ende der Talsohle absehbar. Insgesamt lagen die Bestellungen um real 1 % unter dem Ergebnis des Vorjahres.

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(Bild: Trumpf)

Das Inlandsgeschäft stieg um 3 %, das Auslandsgeschäft lag mit minus 3 % unter dem des Vorjahresniveaus, heißt es weiter. Im Dreimonatsvergleich April bis Juni 2012 ergebe sich insgesamt ein Minus von real 6 % im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lägen mit 7 % im Minus. Bei den Auslandsaufträgen gab es laut Maschinenbauverband ein Minus von 5 %.

Deutscher Maschinenbau bekommt 18 % mehr Aufträge aus Euroländern

„Das aktuelle Bild ähnelt dem der vergangenen Monate: Die Nachfrage aus den Nicht-Euroländern scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Die Inlandskurve sank noch ganz leicht weiter. Überraschungen gab es allerdings beim Geschäft mit den Euro-Partnerländern: Der kräftige Zuwachs von 18 % geht zwar einerseits auf einen Basiseffekt zurück. Der Juni 2011 war der zweitschwächste Monat des vergangenen Jahres. Andererseits gab es im Juni 2012 neben einem soliden Basis-Auftragseingang durch viele Fachzweige hindurch auch einige Großaufträge“, sagte der VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für das erste Halbjahr 2012 meldeten die VDMA-Volkswirte insgesamt ein Minus von 7 % im Vorjahresvergleich. (Inland minus 7 %, Ausland minus 6 %). „Das ist durchaus ein passables Ergebnis“, sagte Wortmann weiter: „Es gab enorme Unsicherheiten im Hinblick auf die Staatsschuldenkrise. Der eine oder andere potenzielle Investor wird sich mit der Vergabe von Aufträgen zurückgehalten haben.“

Inlands- und Auslandsgeschäft hätten sich dabei etwas unterschiedlich entwickelt. „Bei der Auslandskurve sieht es so aus, als sei die Talsohle bereits durchschritten“, machte der VDMA-Konjunkturexperte den Maschinenbauern Mut. Die Inlandsbestellungen hingegen hätten diese Wende noch nicht erreicht.

Maschinenexporte nach China und Indien präsentieren sich schwach

Welche Auslandsmärkte sich positiv entwickelten, ist für Wortmann aus der Exportstatistik für Januar bis Mai ersichtlich. Danach wuchsen die Ausfuhren in die Länder der Eurozone mit plus 6 % leicht schwächer als die Maschinenexporte insgesamt mit plus 6,7 %. Positiv überrascht habe allerdings das Krisenland Spanien mit einem Plus von 2 %, und auch in Italien sei das Minus von 2 % vergleichsweise klein. Die Exporte in andere Euroländer wie Frankreich, die Niederlande, Belgien oder Österreich seien teilweise sogar mit zweistelligen Raten gestiegen. Dennoch gab sich Wortmann im Gespräch mit unserer Redaktion betont vorsichtig: „Ich würde daraus keinen Trend für das Gesamtjahr ableiten.“

Schwach präsentierten sich hingegen bisherige Exportmotoren: Die Maschinenausfuhren nach China sanken von Januar bis Mai 2012 um 11 %, nach Indien legten sie nur um 4 % zu. Ein gutes Exportwachstum gebe es dafür in die anderen großen Länder Asiens, nach Lateinamerika und in die USA.

Zur Jahresmitte lagen die Auftragsbestände des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus bei 5,9 Produktionsmonaten, wie Wortmann weiter berichtete, vor einem Jahr seien es 6,3 Monate gewesen. „Der Rückgang ist also äußerst moderat ausgefallen“ bilanzierte er. Zudem würden sich bei längeren Auftragsreichweiten auch die Kunden eher über lange Lieferfristen beklagen.

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