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Maschinenvergleich: Wasserstrahlschneiden mit Abrasiven

| Autor: Simone Käfer

Für filigrane und komplexe Konturen an Werkstoffmischungen oder bei Stahl nutzen viele das Wasserstrahlschneiden mit Abrasiven. Drei unterschiedliche Maschinen stellen wir Ihnen vor, vom Einsteigermodell bis zur High-Speed-Variante.

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Das T-Modell von Water Jet Sweden mit einem Abrasiv-Wasserstrahlschneidsystem von 3 m x 2 m.
Das T-Modell von Water Jet Sweden mit einem Abrasiv-Wasserstrahlschneidsystem von 3 m x 2 m.
( Bild: Concept Sweden )
  • Das Mehrzwecksystem T-Modell Advanced von Water Jet Schweden kann fast jedes Material mit demselben Werkzeug bearbeiten.
  • Mit 17,78 m/min ist die Mach 500 von Flow Water Jet die hier schnellste unter den vorgestellten.
  • Das Einsteigermodell Ecocut kommt von Maximator Jet. Seine Wiederholgenauigkeit liegt bei ± 0,15 mm.

Das Abrasivschneiden wird vorwiegend bei Metallen, Keramik oder Glas genutzt, aber auch, um Verbundwerkstoffe zu trennen. Gegenüber dem Wasserstrahlschneiden mit reinem Wasser wird hier ein Abrasiv zugesetzt, also ein Schleifmittel. Das kann Granat- oder Olivsand sein, aber auch Korund.

Er wird in einer Mischkammer hinzugefügt. Der auf 4000 bar komprimierte Strahl erzeugt durch seine Geschwindigkeit ein Vakuum im Schneidkopf, welches das Abrasivmittel in die Mischkammer zieht. Dann wird der Strahl durch eine spezielle Fokussierdüse zu einem Strahl von 0,8 bis 1 mm gebündelt. Damit ist er größer als beim Reinwasserschneiden. Allerdings kommt es mit diesem Verfahren nicht zu Gefügeveränderungen an den Schnittkanten.

Unser Produkttester der Woche ist Mathias Ytreeide, Produktionsleiter bei Concept Sweden. In dem Unternehmen werden Spezialmaschinen und Fertigungsanlagen nach Kundenanforderungen konzipiert, anfertigt, aufgebaut, installiert und betriebsfertig gemacht. Dazu kommen Service und Wartung, Auftragsfertigung sowie Schaltschrankbau. Für die Herstellung kundenspezifischer Maschinen besitzt Concept Sweden eine Werkstatt mit mehreren Fräsen, einer Drehmaschine und einer großen Auswahl an Handwerkzeugen.

Um Kosten einzusparen, wurde der Maschinenpark um eine Wasserstrahlschneidmaschine erweitert. Man entschied sich für das Mehrzwecksystem T-Modell Advanced von Water Jet Sweden.

Ein Werkzeug für mehrere Materialien

Die Maschine kann fast jedes Material mit demselben Schneidwerkzeug bearbeiten. Ihr Schneidtisch misst 3 m × 2 m und ist für unterschiedliche Materialformate geeignet. Die Maschine umfasst grundlegende Funktionen und Komponenten, die für eine Einschichtproduktion erforderlich sind. Ihre Positionsgenauigkeit liegt bei ± 0,08 mm/m, ihre Wiederhol­genauigkeit bei ± 0,05 mm.

Entwickelt wurde sie für Anwendungen wie in Entwicklungs- und Betriebswerkstätten mit einer Kleinserienproduktion von Teilen in verschiedenen Materialien. Bereits nach einem halben Jahr beobachtete Concept Sweden positive Auswirkungen der Investition. Die Umstellung auf eine Herstellung von Wasserstrahlschneidteilen im eigenen Hause hat sich als profitabel erwiesen. Ein weiterer unerwarteter Vorteil der eigenen Wasserstrahlschneidmaschine besteht darin, dass sich auch der Service für die Bestandskunden verbessert hat.

Genauigkeit und Geschwindigkeit

Auch Flow Waterjet ist stolz auf seine Wasserstrahlschneidanlagen. Die Mach 500 soll durch sanfte Bewegungsabläufe und Präzision eine schnelle Teileproduktion erlauben. Ihre lineare Positioniergenauigkeit liegt bei ± 0,0381 mm/m, die Verfahrgeschwindigkeit bei 17,78 m/min und sie liefert eine Wiederholgenauigkeit von ± 0,03 mm. Neben dem 5-Achs-Höhenabtastsystem Compass gehört das Abrasivfördersystem Paser CF900 zum Lieferpaket sowie eine mobile Bedienerstation. Das Wasserniveau kann reguliert werden. Von Reinwasserstrahl über Abrasivwasserstrahl oder Dynamic Waterjet bis Mehrkopfsysteme stehen mehrere Schneidköpfe zur Wahl, die Z-Achse ist programmierbar.

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Anwenderblick
Drei Fragen an den Anwender

Mathias Ytreeide, Produktionsleiter bei Concept Sweden, über die Gründe, warum das Unternehmen sich das T-Modell Advanced von Water Jet Sweden zulegte.

Mathias Ytreeide zur Parternwahl: „Sie zeigten mehr Interesse als die anderen.”
Mathias Ytreeide zur Parternwahl: „Sie zeigten mehr Interesse als die anderen.”
( Bild: Concept Sweden )

Aufgaben für das Wasserstrahlschneiden hatten Sie zuvor in Auftrag gegeben. Warum haben Sie sich eine Maschine gekauft?

Wir haben unsere größten Einkäufe analysiert und dabei erkannt, dass wir im letzten Jahr für Dienstleistungen im Bereich Wasserstrahlschneiden rund 160.000 Euro ausgegeben haben. Also dachten wir uns, es ist Zeit, eine andere Lösung zu finden.

Sie hatten sich Angebote von drei Herstellern angesehen. Warum haben Sie sich für Water Jet Schweden entschieden?

Sie hatten das beste Angebot, einen guten Kontakt zum Vertriebsmitarbeiter und zeigten mehr Interesse als die anderen. Einige Funktionen wie der Höhensensor waren enthalten, während andere Anbieter dies als Option anboten. Ihre Maschine war zudem kompakter und wies einen größeren Schneidbereich auf.

Sie wurden im Umgang mit der neuen Maschine geschult. Konnten Sie Schulungsinhalte in die Praxis übertragen?

Ja, bereits am nächsten Tag konnten wir die Produktion voll aufnehmen. Es war ein großer Erfolg. Aufträge lassen sich schnell und einfach vorbereiten und die Maschine läuft, während wir gleichzeitig andere Arbeiten ausführen können.

Das Einsteigermodell

Für Einsteiger hat Maximator Jet das Modell Ecocut entwickelt. Seine Wiederholgenauigkeit liegt bei ± 0,15 mm, ebenso die Positioniergenauigkeit. Die Verfahrgeschwindigkeit beträgt 10 m/min. Für das Abrasiv-Wasserstrahlschneiden gehört zum Lieferumfang ein HD-Ventil mit Abrasivschneidset, eine NC-gesteuerte Abrasivdosiereinrichtung mit Sensor für den Rückschlagschutz sowie ein Vorratsbehälter für 250 kg Abrasivmittel und eine Abrasivmittel-Druckförderung. Auch mit dabei sind die Wasserstrahlsoftware Smartcut und die Z-Achse Quick Up Servo. Ein Sicherheitssystem mit Lichtschranke rundet das Paket ab.

Sie wollen Ihre Erfahrungen mit neuen Maschinen oder einem Servicedienstleister teilen? Dann werden Sie unser Produkttester der Woche. Schreiben Sie an: simone.kaefer@vogel.de

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