Materialeffizienz Materialeinsparungen erschließen Kosten- und Wettbewerbsreserven

Redakteur: Stéphane Itasse

Wenn Dächer von Altautos im zweiten Leben zu Kabelschächten werden oder ein Dosenhersteller 800 t Weißblech spart, ist das ein Ergebnis strategischen Kostenmanagements. Beim Wettbewerb um den Deutschen Materialeffizienz-Preis 2009 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wurden wiederum fünf Beispiele aus Mittelstandsunternehmen und einer Forschungseinrichtung ausgewählt.

Firmen zum Thema

Die Preisträger bei der Verleihung des Deutschen Materialeffizienzpreises 2009. Bild: Demea
Die Preisträger bei der Verleihung des Deutschen Materialeffizienzpreises 2009. Bild: Demea
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Deutsche Materialeffizienz-Preis ist mit jeweils 10000 Euro dotiert. Außerdem vergab die Jury einen Anerkennungspreis. Die deutsche Wirtschaft verfügt noch immer über gewaltige Einsparpotenziale bei Material, Energie und Rohstoffen, wie die Deutsche Materialeffizienz-Agentur zur Begründung mitteilt. Fast jedes Unternehmen verfüge über Sparpotenziale und damit Kostenreserven.

Materialeffizienz kann 2,5% vom Umsatz sparen

Die Statistik der Materialeffizienzagentur Demea zeigt, dass allein in den bisher geförderten Unternehmen beispielsweise aus der Metall- und Kunststoffverarbeitung ein Sparvolumen von durchschnittliches 220 000 Euro pro Jahr realistisch ist. Bezogen auf den Umsatz sind das immerhin 2,5%. Damit wird Materialsparen zum Wettbewerbsfaktor, wie es auch die Wettbesieger mit ihren Entwicklungen nachweisen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Mit einem materialsparenden Fräsmaschinen-Vorsatz der Diebold GmbH & Co. KG können beispielsweise Anwender Kosten für Nacharbeiten sparen und zugleich einen Umweltbeitrag leisten. Das Unternehmen bietet als patentierte Neuheit einen Medienverteiler an. Der mit zahlreichen Düsen versehene Spindelvorsatz für Fräsmaschinen leitet ein Öl-Luftgemisch unter Hochdruck an die Spitze des Schneidwerkzeuges und bläst sämtliche anfallenden Späne fort.

Medienverteiler entfernt alle Späne und spart Bohröl

Im Gegensatz zur herkömmlichen Bohrölmethode mit Schwallspülung werden dabei alle Späne entfernt; ein Überfahren mit Nacharbeit oder Fräserbruch als Folge ist damit auszuschließen. Zudem wird mit dem neuen Werkzeug der Einsatz von Bohröl weitgehend überflüssig.

Aus dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid GmbH kommt ein Verfahren zur hochdynamischen Temperierung von Spritzgießwerkzeugen. Für die Neuentwicklung, mit der sich thermoplastische Kunststoffformteile ohne sonst übliche Oberflächenfehler fertigen lassen, erhielt die Einrichtung den Anerkennungspreis im Materialeffizienz-Wettbwerb.

Spritzgießwerkzeug mittels Induktoren erhitzen

Das serienreife „Indumold“-Verfahren ermögliche es, bei der industriellen themoplastischen Kunststoffformung mittels integrierter Induktoren hohe Temperaturen der Werkzeugwand ohne lange Kühlzeiten zu erzielen. Im Ergebnis entstehen Bauteile mit metallglänzenden Oberflächen.

(ID:329565)