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MDE-Systeme im Vergleich

| Autor: Simone Käfer

Bei Ketterer ist nun in jedem Bereich der Produktion ein großer Bildschirm angebracht, auf dem der Status jeder Maschine mit Smart-Monitor auf einen Blick sichtbar ist.
Bei Ketterer ist nun in jedem Bereich der Produktion ein großer Bildschirm angebracht, auf dem der Status jeder Maschine mit Smart-Monitor auf einen Blick sichtbar ist. (Bild: Werma)

Bevor ein ERP oder MES die Situation in der Produktionshalle erfasst, haben Anwender über Systeme zur Maschinendaten-Erfassung (MDE) bereits Kenntnis davon. Wir stellen Ihnen heute drei davon vor.

  • Smart-Monitor von Werma sucht sich selbst sein Netzwerk und überträgt die Daten in eine SQL-Datenbank von Microsoft.
  • Mit SQL, FTP oder OPC arbeitet das System von Welotec. Hier können auch externe Geräte wie Barcodescanner angeschlossen werden.
  • Bei Syncos MDE können Maschinen- bediener selbst den Grund für einen Maschinenstillstand angeben.

Das rote Licht signalisiert eine Störung, das gelbe oder weiße Licht geht an, wenn das Werkzeug umgespannt wird, und leuchtet das grüne, läuft die Maschine einwandfrei. So einfach liest sich eine Signalsäule. Sie ist das gängige Mittel, um den Zustand einer Anlage an Ort und Stelle zu überwachen. Doch für eine zentrale Stelle, die alle Maschinen der Produktion überwachen will, reicht das nicht. Aber genau das hatte Julian Markon im Sinn. Er ist stellvertretender Produktionsleiter und Lean Manager bei Ketterer. Das Unternehmen stellt mechanische und elektromechanische Antriebe für höhenverstellbare Arbeitsplätze, Türen, Tore und bewegliche Trennwände, für die Lager- und Transportlogistik sowie den Anlagen- und Maschinenbau her. Neben seinem Standardprogramm bietet es auch Sonderanfertigungen und individuelle Produkte an.

Markon begab sich auf die Suche und besah sich gleich mehrere Maschinendaten-Erfassungs-Systeme (kurz MDE-Systeme). Die meisten waren für den Mittelständler zu teuer, zu komplex und umfangreich oder mit einem großen Installationsaufwand verbunden. Durch einen Zufall stieß man auf Smart-Monitor von Werma: Die Einkäuferin von Ketterer entdeckte es in der Produktion des Signalleuchtenherstellers – also direkt in der Anwendung.

Bei Ketterer ist nun in jedem Bereich der Produktion ein großer Bildschirm angebracht, auf dem der Status jeder Maschine mit Smart-Monitor auf einen Blick sichtbar ist.
Bei Ketterer ist nun in jedem Bereich der Produktion ein großer Bildschirm angebracht, auf dem der Status jeder Maschine mit Smart-Monitor auf einen Blick sichtbar ist. (Bild: Werma)

Einfach anzuschließendes MDE

Smart-Monitor besteht aus Funksender, Funkempfänger und der Software. Das Funknetzwerk (868 MHz) für das Produktionsumfeld sucht sich selbst die beste Verbindung. Aufgrund der großen Distanzen und der Verteilung der Maschinen auf mehrere Gebäude wurde bei Ketterer das Funknetz durch zwei Repeater ergänzt. Diese verstärken das Funksignal von Smart-­Monitor und sorgen so für eine größere Reichweite. Der Funksender wird per Plug-&-play als zusätzliches Element in die bestehende Signalsäule integriert. Er überwacht Zustände oder Stückzahlen von Maschinen, Anlagen und manuellen Arbeitsplätzen. Per Funk werden diese Zustände an den Empfänger übergeben, der alle Daten lückenlos überträgt und in einer SQL-Datenbank von Microsoft sichert.

Ergänzendes zum Thema
 
Drei Fragen an den Anwender

Eine mitgelieferte PC-Software führt Anwender Schritt für Schritt zum eigenen Netzwerk. Sie zeigt die Zustände der ins Netzwerk eingebundenen Signalsäulen auf dem PC. Darüber hinaus kann der Anwender Produktivitäten analysieren, Fehlerquellen suchen und somit die Effizienz und Verfügbarkeit seiner Maschinen erhöhen. Damit der Status für alle Beteiligten bei Ketterer sofort sichtbar ist, zeigen ihn vier große Bildschirme in der Produktion an. Laut Markon nutzen die Mitarbeiter die Bildschirme auch zur Selbstkontrolle und unterstützen Kollegen, sollten diese eine Störung an der Maschine nicht bemerken. Bei Ketterer ist man begeistert von der Werma-­Lösung und plant deren Ausbau.

Welotec bietet zu seinem System auch Bediengeräte mit Eingabemöglichkeiten und Anzeigefunktionen am übersichtlichen Display an.
Welotec bietet zu seinem System auch Bediengeräte mit Eingabemöglichkeiten und Anzeigefunktionen am übersichtlichen Display an. (Bild: Welotec / Red Lion)

Barcodescanner am MDE anschließen

Auch beim Werma-Konkurrenten Welotec kennt man sich mit MDE-Programmen aus. Sein Programm erstellt Datenlogs in frei definierbaren Formaten, alarmiert bei Bedarf die zuständige Abteilung und zieht sich die Zielvorgaben aus dem Leitsystem per SQL, FTP oder OPC. Außerdem können Geräte wie Barcodescanner angebunden werden. Zum Standard gehört auch, dass nur die Daten visualisiert werden, die für den Anwender relevant sind, die Kennzahl­berechnung der Maschinendaten beispielsweise über OEE und ein integrierter Webserver für Eingaben und Auswertung. Die 300 vom Welotec-System unter­stützten Protokolle gängiger Steuerungen sprechen für eine Kompatibilität zu vielen Maschinen.

MIt dem Syncos-Programm werden im Leitstand die beiden Hauptparameter Zeit und Menge, die über die MDE erfasst wurde, in ihren Anteilen und als errechnete Kennzahlen ausgewiesen sowie grafisch visualisiert.
MIt dem Syncos-Programm werden im Leitstand die beiden Hauptparameter Zeit und Menge, die über die MDE erfasst wurde, in ihren Anteilen und als errechnete Kennzahlen ausgewiesen sowie grafisch visualisiert. (Bild: Syncos)

Störungsgründe selbst bestimmen

Auch das auf MES spezialisierte Unternehmen Syncos beschäftigt sich mit MDE. Syncos MDE visualisiert Stillstände mit oder ohne Grund auf Displays und PCs. Das geschieht, indem Maschinenimpulse über ein Gateway oder einen COM-Rechner Aufträge auslösen und das Programm die Zustände „Produktion” und „Stillstand” mit den ihm eingespeicherten Informationen abgleicht. Sollen die Gründe für eine Störung mit angezeigt werden, haben Anwender die Wahl, diese automatisch übertragen zu lassen oder sie weisen einen Maschinenführer an, die Gründe anzugeben. Neben dem Maschinenzustand zeigt dieses System auch die Kenn- und Planzahlen von Stückzahlen.

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