Drehen Mehrspindel-Drehautomat vereinthohe Produktivität und Flexibilität

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Erstmals auf der AMB 2006 präsentierte Schütte das erste Mitglied einer neuen Generation von Mehrspindel-Drehautomaten: Die SCX-26 vereint den Angaben nach konsequent die bewährten

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Bild 2: Alle Querbearbeitungsköpfe können in der X-, Y- und Z-Achse arbeiten, beispielsweise Fräsen mit der Y-Achse.
Bild 2: Alle Querbearbeitungsköpfe können in der X-, Y- und Z-Achse arbeiten, beispielsweise Fräsen mit der Y-Achse.
( Archiv: Vogel Business Media )

Erstmals auf der AMB 2006 präsentierte Schütte das erste Mitglied einer neuen Generation von Mehrspindel-Drehautomaten: Die SCX-26 vereint den Angaben nach konsequent die bewährten Merkmale des klassischen Mehrspindel-Drehautomaten wie Schnelligkeit, Steifigkeit, Zuverlässigkeit und Produktivität mit den Anforderungen an eine moderne NC-Maschine hinsichtlich Funktionalität, Präzision, Flexibilität, Rüstfreundlichkeit und Bedienbarkeit (Bild 1).

Bei der Entwicklung des neuartigen Maschinenkonzepts wurden die Nachteile bekannter Mehrspindel-Drehmaschinen systematisch analysiert und durch innovative Lösungen beseitigt. Erstmals realisierten die Kölner einen Mehrspindler, bei dem vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten in einem hochproduktiven Maschinenkonzept durch gute Umrüstbarkeit und einfache Bedienung zugänglich gemacht werden.

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Basis ist eine thermosymmetrisch aufgebaute Rahmenkonstruktion aus verwindungssteifen Gussständern. Das Herzstück einer jeden Mehrspindel-Drehmaschine, die Spindeltrommel, wird durch eine präzise gefertigte dreiteilige Hirth-Verzahnung in jeder Schaltstellung wiederholgenau und positionssicher verriegelt. Die Drehspindeln, ausgeführt als flüssigkeitsgekühlte Motorspindeln, ermöglichen für jede der Spindeln voneinander unabhängige Drehzahlen. Damit kann der Anwender für jeden Bearbeitungsschritt die optimale Schnittgeschwindigkeit oder Spindeldrehzahl anwählen, die Spindeln in jeder Position stillsetzen oder einen geregelten C-Achsbetrieb fahren.

Der neuartige Achsaufbau der Einheiten für die Querbearbeitung (Bild 2) wird weltweit erstmalig auf Mehrspindel-Drehautomaten eingesetzt, betont der Hersteller. Alle Bearbeitungseinheiten sind bereits in der Basisausbaustufe der Maschine als Kreuzschlitten ausgeführt. Die X-Schlitten dienen als Träger für hydrostatisch gelagerte Z-Achsen. Die Z-Schieber sind in Form von Rundführungen realisiert und können deshalb neben der Linearbewegung in Z-Richtung auch eine Drehbewegung ausführen. Dieser Freiheitsgrad lässt sich in zweierlei Weise nutzen: Über eine Revolverfunktion können zwei Werkzeugplätze in Eingriff gebracht werden und durch synchronisiertes Drehen von Z-Schieber und Hauptspindel lässt sich eine Y-Achse realisieren.

Das Maschinenkonzept verbannt konsequent alle Führungen und Antriebe aus dem Arbeitsraum (Bild 3). Auch Kühlmittelschläuche, Schmierleitungen und elektrische Kabel sind innerhalb des Zerspanungsraumes nicht zu finden. Der Maschinennutzer profitiert von einem aufgeräumten und gut zugänglichen Arbeitsbereich. Das Ein- und Umrüsten der Maschine wird erheblich erleichtert, schnelle Werkzeugwechselzeiten erhöhen den Nutzungsgrad.

Werkzeugköpfe, angetriebene Einrichtungen und Werkzeugsysteme bieten eine hohe Modularität und Flexibilität. In den Werkzeugköpfen können ein oder mehrere stehende oder angetriebene Werkzeuge, auch in Kombination, eingesetzt werden. Bohren, Fräsen und Mehrkantschlagen gehören ebenso zu den im Standardbaukasten verfügbaren Modulen wie der Kreuzschlitten längs für stehende oder angetriebene Werkzeuge. Dabei sind alle Werkzeugköpfe und Einrichtungen unabhängig voneinander in jeder Spindellage einsetzbar. Der von Schütte geprägte Begriff des „Ein-Mann-Rüstens“ wird dadurch erfüllt, dass Werkzeugköpfe und Einrichtungen in Größe und Gewicht leicht handhabbar sind und die Gestaltung der Montageschnittstellen eine genaue und einfache Positionierung ermöglicht.

Neue Dimensionen eröffnet das Maschinenkonzept SC9-26 hinsichtlich der Bearbeitung der zweiten Werkstückseite, so das Unternehmen. In einem neuen Arbeitsraumbereich erfolgt die Bearbeitung der zweiten Werkstückseite in zwei weiteren Bearbeitungsstationen. Es stehen zwei zusätzliche Spindeln und zwei vollwertige Bearbeitungseinheiten zur Verfügung, in denen über zwei Arbeitstakte der Maschine bis zu sechs Werkzeuge für die Zweitseitenbearbeitung eingesetzt werden können. Das Werkstück bleibt während der gesamten 2-Seiten-Bearbeitung in seinem Spannzangen- oder Dreibackenfutter fest eingespannt und wird ohne weitere Umspannfehler weitertransportiert. Das Futter verfügt über eine hochpräzise Schnellwechselschnittstelle (HSK), die vor dem Einwechseln in die nächste Spindel gereinigt wird. Somit wird ein Höchstmaß an Genauigkeit hinsichtlich Konzentrizität und Lageorientierung der in den einzelnen Bearbeitungsstationen gefertigten Geometrieelemente sichergestellt.

Die Mehrfachverwendung von Werkzeugköpfen, Einrichtungen und Werkzeugen spart Kosten und schafft Flexibilität in der Gestaltung und Aufteilung der Bearbeitungsprozesse. Der Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke sind, so das Unternehmen, kaum Grenzen gesetzt.MM

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